Pepsi schlägt zu: 450.000 Tonnen Palmöl auf Kosten des Regenwaldes

Vor einer Rodung von Regenwald sind eine Dose und eine Flasche Pepsi-Cola zu sehen. Dem US-Konzern PepsiCo ist egal, ob für Palmöl Regenwald gerodet wird (© Jay Ullal, Pepsico, Montage: Rettet den Regenwald)
125.617 Teilnehmer

Ende der Aktion: 28.09.2015

Weltweit verbraucht Pepsi für Kekse und Chips riesige Mengen Palmöl. Dafür wird Regenwald abgeholzt. Auch Pepsi-Cola-Trinker in Deutschland haben die Macht, das zu ändern. Wir fordern: Pepsi soll die Regenwald-Vernichtung stoppen!

Appell

An: Vorstandsvorsitzende von PepsiCo Indra Nooyi,

„Dem Pepsi-Konzern ist egal, woher Palmöl für seine Kekse und Chips kommt. Er muss endlich auf die Zutat verzichten, für die Regenwald vernichtet wird.“

Ganzes Anschreiben lesen

PepsiCo steht unter massivem Druck. Das Rainforest Action Network hatte 2013 von den 20 größten Süßwarenkonzernen gefordert, kein „Conflict Palm Oil“ mehr zu kaufen. Einige Firmen wie Kellogg und Mars haben das versprochen – PepsiCo nicht.

Der US-Konzern kauft mehr als 450.000 Tonnen Palmöl im Jahr ein. Das landet vor allem in Süßigkeiten und salzigen Snacks der Marke Frito-Lay, die in Nordamerika Supermarktregale füllen. In Deutschland verdient die Firma mit seinen Zuckerwassern wie 7 Up, Punica, Dole-Säften und dem Energy-Drink Rockstar Geld. Auch wenn darin kein Palmöl steckt, können Verbraucher hierzulande dem Konzern die Rote Karte zeigen.

PepsiCo-Manager beugen sich nämlich öffentlichem Druck, wenn er groß genug wird. Das haben sie im März gezeigt. Da verpflichteten sie sich, kein Landgrabbing in ihrer Lieferkette zu dulden. Dabei geht es vor allem um Zucker. Allerdings mussten erst 272.000 Menschen eine Petition der Organisation Oxfam unterschreiben, bis sich der Konzern bewegte – langsamer als seine Konkurrenten.

Dabei sollte PepsiCo Vorreiter sein: Die Firma ist mit 65 Milliarden Dollar Umsatz der zweitgrößte Süßwarenkonzern der Welt.

An­schreiben

An: Vorstandsvorsitzende von PepsiCo Indra Nooyi,

Sehr geehrte Vorstandsvorsitzende von PepsiCo Indra Nooyi,

woher stammt das Palmöl, das in den Produkten Ihres Unternehmens verarbeitet wird?

Andere Süßwarenkonzerne haben sich verpflichtet, kein Palmöl mehr zu kaufen, für das Regenwald gerodet und Menschenrechte verletzt werden. PepsiCo nicht. Wieso?

Ich bitte Sie, dem weltweiten Druck der Verbraucher nachzugeben und am besten kein Palmöl mehr zu verarbeiten.

Mit freundlichen Grüßen

5-Minuten-Info zum Thema: Palmöl

Die Ausgangslage – Regenwald im Tank und auf dem Teller

Mit 66 Millionen Tonnen pro Jahr ist Palmöl das meist produzierte Pflanzenöl. Der niedrige Weltmarktpreis und die von der Industrie geschätzten Verarbeitungseigenschaften haben dazu geführt, dass es inzwischen in jedem zweiten Supermarktprodukt steckt. Neben Fertigpizza, Keksen und Margarine begegnet uns Palmöl auch in Körpercremes, Seifen, Schminke, Kerzen und Waschmitteln.

2016 importierte die EU 6,43 Millionen Tonnen Palmöl aus Indonesien (4,37 Mio. t) und Malaysia (2,06 Mio. t). Auf Deutschland entfielen davon nach Angaben der Bundesregeirung 1,34 Millionen Tonnen (Durchschnitt der Jahre 2013-15). Was kaum einer weiß: In der EU fließt fast die Hälfte des importierten Palmöls in sogenannten Biosprit. Die 2009 beschlossene gesetzliche Beimischungspflicht von Agrosprit in Benzin und Diesel ist eine wichtige Ursache der Regenwaldabholzung.

Inzwischen dehnen sich die Palmölplantagen weltweit auf mehr als 27 Millionen Hektar aus. Auf einer Fläche so groß wie Neuseeland mussten Mensch und Tier bereits den „grünen Wüsten“ weichen.

Die Auswirkungen – Waldverlust, Artentod, Vertreibung, Erderwärmung

In den feucht-warmen Tropen rund um den Äquator findet die Ölpalme optimale Wachstumsbedingungen. In Südostasien, Lateinamerika und Afrika werden Tag um Tag riesige Regenwaldflächen gerodet und abgebrannt, um Platz für die Plantagen zu schaffen. Dabei gelangen große Mengen klimaschädlicher Gase in die Atmosphäre. Indonesien, Hauptproduktionsland von Palmöl, war 2015 zeitweise für mehr Treibhausgasemissionen verantwortlich als die USA. CO2- und Methanemissionen sorgen dafür, dass der aus Palmöl produzierte Biosprit drei mal so klimaschädlich ist wie Treibstoff aus Erdöl.

Doch nicht nur das Klima leidet: Mit den Bäumen verschwinden seltene Tierarten wie Orang-Utan, Borneo-Zwergelefant und Sumatra-Tiger. Kleinbauern und Indigene, die den Wald über Generationen bewohnen und beschützen, werden oft brutal von ihrem Land vertrieben. In Indonesien stehen mehr als 700 Landkonflikte in Zusammenhang mit der Palmölindustrie. Auch auf sogenannten „nachhaltig bewirtschafteten“ oder „Bio“-Plantagen kommt es immer wieder zu Menschenrechtsverletzungen.

Wir Verbraucher bekommen von all dem wenig mit. Unser täglicher Palmölkonsum hat jedoch auch für uns persönlich direkte negative Auswirkungen: In raffiniertem Palmöl sind große Mengen gesundheitsschädlicher Fettsäureester enthalten, die das Erbgut schädigen und Krebs verursachen können.

Die Lösung – Tank-und-Teller-Revolution

Nur noch 70.000 Orang-Utans streifen durch die Wälder Südostasiens. Die EU-Biospritpolitik bringt die Menschenaffen immer weiter an den Rand des Aussterbens. Um unseren baumbewohnenden Verwandten zu helfen, müssen wir den Druck auf die Politik erhöhen. Doch auch im Alltag lässt sich viel bewegen.

Diese einfachen Tipps helfen, Palmöl zu erkennen, zu meiden und zu bekämpfen:

  1. Selbst kochen, selbst entscheiden: Mandel-Kokos-Birnen-Kekse? Kartoffel-Rosmarin-Pizza? Frische Zutaten, gemixt mit ein bisschen Fantasie, stellen jedes (palmölhaltige) Fertigprodukt in den Schatten. Zum Kochen und Backen eignen sich europäische Öle aus Sonnenblumen, Oliven, Raps oder Leinsamen.
  2. Kleingedrucktes lesen: Auf Lebensmittelpackungen muss seit Dezember 2014 angegeben werden, wenn ein Produkt Palmöl enthält. In Kosmetik-, Putz- und Waschmitteln versteckt sich der Regenwaldfresser hingegen hinter einer Vielzahl chemischer Fachbegriffe. Per Internetrecherche lassen sich leicht palmölfreie Alternativen finden.
  3. Der Kunde ist König: Welche palmölfreien Produkte bieten Sie an? Wieso verwenden Sie keine heimischen Öle? Nachfragen beim Verkaufspersonal und Briefe an die Produkthersteller lassen Firmen um die Akzeptanz ihrer Produkte bangen. Der öffentliche Druck und das gestiegene Problembewusstsein haben schon einige Produzenten zum Verzicht auf Palmöl bewegt.
  4. Petitionen und Politikerbefragungen: Online-Protestaktionen üben Druck auf die Politiker aus, die für Biosprit und Palmölimporte verantwortlich sind. Haben Sie bereits alle Petitionen von Rettet den Regenwald unterschrieben? Auf abgeordnetenwatch.de kann jeder die Bundestagsabgeordneten mit den Folgen der Biospritpolitik konfrontieren.
  5. Laut werden: Demonstrationen und kreative Straßenaktionen machen den Protest für Menschen und Medien sichtbar. Dadurch wird der Druck auf die politischen Entscheidungsträger noch größer.
  6. Öffentlich statt Auto: Wenn möglich zu Fuß gehen, mit dem Fahrrad fahren oder öffentliche Verkehrsmittel nutzen.
  7. Wissen und Wissen weitergeben: Wirtschaft, Handel und Politik wollen uns glauben machen, Biosprit sei klimafreundlich und Palmölplantagen könnten nachhaltig sein. Regenwald.org informiert über die Folgen des Palmölanbaus. Der kostenlose Regenwald Report kann an Freunde weitergegeben oder in Schulen, Arztpraxen und Bioläden ausgelegt werden.