EU Parlament stimmt für Ende von Palmöl im Biosprit

Palmöl Biosprit EU Die Hälfte der Palmöl-Importe landet im Biodiesel (© Globalfilm + Composer/Fotolia - Montage: Rettet den Regenwald)

17.01.2018

Aus Palmöl wird mittlerweile fast die Hälfte des Biosprits in Europa hergestellt. Das EU-Parlament hat am 17. Januar 2018 für das Ende von Palmöl als Rohstoff für Biosprit entschieden. Nun müssen noch der EU-Ministerrat und die EU Kommission überzeugt werden, Palmöl aus der Erneuerbare Energien Richtlinie zu streichen.

Es ist noch kein endgültiger Beschluss, aber ein wichtiger Etappensieg zum Schutz der Regenwälder: Am 17. Jan. 2018 hat das Europäische Parlament dafür gestimmt, Palmöl als Rohstoff für die Produktion von Biodiesel und hydriertem Biosprit zu streichen. Danach soll Palmöl aus dem Biosprit bis 2021 verschwinden.

Für Rettet den Regenwald ist das ein längst überfälliger Schritt. Aktuell basiert fast die Hälfte des Biosprits, der mit einem Anteil von etwa 7 Prozent dem aus Erdöl hergestellten Dieselkraftstoff beigemischt wird, aus dem tropischen Pflanzenöl. Für den Anbau von Ölpalmen werden die tropischen Regenwälder weltweit gerodet.

Die Entscheidung des Parlaments fiel im Rahmen der Novellierung der Erneuerbare Energien Richtlinie für die Jahre 2021 bis 2030. Weiterhin stimmten die Abgeordneten dafür, den Einsatz von Biosprit, der aus Nahrungsmittelpflanzen wie Mais, Weizen und Zuckerrübe sowie Raps- und Sojaöl hergestellt wird, auf dem aktuellen Niveau von maximal 7% zu belassen.

Der EU-Ministerrat hatte bereits im Dezember 2017 über die Gesetzesvorlagen zur Novellierung der Richtlinie entschieden - mit anderen Ergebnissen. Das zum Schutz der Regenwälder dringend notwendige Aus für Palmöl im Biosprit hatte der Ministerrat ignoriert. Außerdem stimmten die Minister dafür, den Beimischungsanteil von Biosprit aus Nahrungsmitteln auf 14% bis zum Jahr 2030 zu verdoppeln.

Für Rettet den Regenwald sind die letzteren beiden Entscheidungen völlig unverantwortlich: Unsere Grundnahrungsmittel gehören nicht in Autotanks. Zudem verursacht auch aus heimischen Pflanzenrohstoffen produzierter Biosprit mehr klimaschädliche Emissionen als fossiler Kraftstoff, d.h. er schadet dem Weltklima. Die EU muss daher deren Anteil ebenfalls auf Null reduzieren und stattdessen Maßnahmen fördern, um den Auto- und LKW-Verkehr drastisch zu reduzieren.

Wie geht es weiter?

In den kommenden Monaten müssen sich das Parlament, die Kommission und der Ministerrat - also die 28 Mitgliedsländer der EU - auf eine gemeinsame Version für die Erneuerbare Energien Richtlinie einigen. Wir werden die Zeit nutzen, um auf die EU-Politiker und Regierungen einzuwirken. Biosprit muss gestoppt werden!