In deutschen Autos genutztes Kupfer und Nickel zerstören Regenwald

Collage: Verkehrsschild mit einem Elektroauto vor einer Tagebaumine im Regenwald von Ecuador © CASCOMI - Collage RdR

24. November 2021 (Berlin / Hamburg): Das sind Ergebnisse einer Recherche von Rettet den Regenwald und PowerShift, die sie heute im Rahmen ihrer Kampagne für eine Rohstoffwende präsentieren. Die beiden Organisationen sehen aber nicht nur die deutsche Autoindustrie in der Verantwortung, sondern auch die zukünftige Bundesregierung. Diese muss eine soziale, ökologische und klimafreundliche Rohstoff- und Mobilitätswende einleiten, um den deutschen Verbrauch bergbaulich gewonnener Rohstoffe deutlich zu reduzieren.

“Die indigenen Shuar im Amazonasgebiet von Ecuador protestieren gegen die Mirador-Mine. Sie wehren sich gegen die Abholzung des Regenwalds und die Vergiftung der Flüsse der Region“, erklärt Klaus Schenk von Rettet den Regenwald e.V.

Die Kupfermine gehört dem staatlichen chinesischen Kupferkonzern Tongling Nonferrous Metals Group (TNMG), der Kupferfolien für die großen chinesischen Batteriehersteller CATL, BYD und Gotion High-Tech produziert. Sie sind Lieferanten von Lithium-Ionen-Batterien der deutschen Autoindustrie. Volkswagen ist sogar Hauptanteilseigner von Gotion High-Tech. 2020 hat VW für 1,3 Milliarden Euro 26 Prozent der Anteile an Gotion High-Tech gekauft. Gotion High-Tech soll die Batterien für die von VW in China gebauten Modelle liefern.

“So könnte das Kupfer aus dem Regenwald der Shuar in Autobatterien des Wolfsburger Konzerns landen“, sagt Klaus Schenk von Rettet den Regenwald weiter.

Auf Nachfrage von Rettet den Regenwald und PowerShift antwortete VW, dass sie keine Informationen zu den Lieferbeziehungen herausgeben, aber in diesem Fall ein internes Beschwerdeverfahren eingeleitet haben, um die Vorwürfe zu überprüfen.

„Die Klimakrise erfordert, dass wir uns noch in diesem Jahrzehnt vom Verbrennungsmotor verabschieden. Doch die knapp 50 Millionen zugelassenen Autos in Deutschland durch E-Autos zu ersetzen, wird nicht die Lösung sein. Für den Abbau werden Regenwälder gerodet: 26 Prozent der deutschen Stahlimporte und knapp 10 Prozent der deutschen Kupferimporte gehen in den Automobilsektor“, so Michael Reckordt von PowerShift. „Bergbau und Weiterverarbeitung der Erze ist für mindestens elf Prozent der globalen CO₂-Emissionen verantwortlich. Ohne eine Reduktion der Primärmetallnutzung werden wir die Klimaziele nicht erreichen. Wir fordern daher von der neuen Bundesregierung eine Rohstoffwende, die deutliche Reduktionsziele formuliert.“

In einer gemeinsamen Kampagne fordern PowerShift und Rettet den Regenwald klare Reduktionsziele im Mobilitäts- und Verkehrsbereich, verbindliche Sorgfaltspflichten für die Beschaffung von Rohstoffen und den Ausbau einer Kreislaufwirtschaft als Teile der politischen Strategie.

Link zur Petition:

- https://www.regenwald.org/petitionen/1249/rohstoffwende-ohne-kupfer-und-nickel-aus-dem-regenwald

- https://power-shift.de/campaign/rohstoffwende/

Kontakt:

Klaus Schenk, Rettet den Regenwald. e.V.: Tel. 0049-40-41038043, klaus@regenwald.org

Michael Reckordt, PowerShift e.V.: Tel. 0049 163 633 63 72, michael.reckordt@power-shift.de