PM: 53 Organisationen fordern: Lebensmittel nicht verbrennen !

03.08.2007

Rettet den Regenwald e.V. Friedhofsweg 28 22337 Hamburg Tel. +49- (0)40 - 4103804 Fax:+49- (0)40 - 4500144 info@regenwald.org www.regenwald.org Pressemitteilung vom 3. August 2007 Eine große Koalition aus Umwelt- und Menschenrechtsorganisationen fordert von Bundestagsabgeordneten: Lebensmittel nicht zur Energieerzeugung verbrennen! Hamburg - 53 Umwelt- und Menschenrechtsorganisationen fordern in einem Schreiben an die Bundestagsabgeordneten, das Verbrennen von Nahrungsmitteln zur Energieproduktion sofort zu stoppen. In dem von „Rettet den Regenwald“ (RdR, Hamburg) initiierten Brief kritisierten die Unterzeichner, dass Kraftwerksbetreiber, die zum Beispiel aus Palmöl Strom und Heizwärme produzieren, Zuschüsse erhalten. Dadurch würden Palmöl-Konzerne geradezu ermuntert, immer neue Flächen Regenwald zu vernichten und in Plantagen umzuwandeln, so etwa in in Indonesien, Malaysia, Kolumbien, Ecuador oder Kamerun. „Das hat in den betroffenen Ländern des Südens, wo die Agrarenergie heranwächst, katastrophale ökologische und soziale Konsequenzen, wie bereits zahlreiche Studien belegt haben“, erklärt der RdR-Vorsitzende Reinhard Behrend. „Die Menschen dort bezahlen mit leeren Tellern für volle Autotanks in den Industrieländern.“ Durch den weltweiten Agrarenergie-Boom seien die Preise für Palmöl, Mais, Weizen und Roggen massiv gestiegen. „Wenn bei uns die Brötchen zehn Cent teurer werden, ist das für die Verbraucher ärgerlich. Wenn sich in den Ländern des Südens die Grundnahrungsmittel verteuern, ist das eine humanitäre Tragödie.“ Nach Auffassung von RdR sind Politiker in Berlin und Brüssel mit verantwortlich für die weltweite Katastrophe, die der Agrarenergie-Boom auslöst. „Energie aus nachwachsenden Pflanzen zerstört Regenwälder, heizt das Klima an, vertreibt Menschen, verschärft den weltweiten Hunger und macht die Gentechnik hoffähig“, so Behrend weiter. Bundeskanzlerin Merkel habe als EU-Ratsvorsitzende im ersten Halbjahr 2007 den massenhaften Verbrauch von Nahrundmittelpflanzen für Stromerzeugung und Autodiesel durchgesetzt. Erst durch die Nachfrage aus dem Ausland werde es für Länder wie Indonesien wirtschaftlich interessant, die Palmölplantagen auszuweiten. Mit ihrer Politik für so genannte „nachwachsende Rohstoffe“ habe Merkel den Run auf Agrarenergie weiter angeheizt. In ihrem Brief an die deutschen Bundestagsabgeordneten schreiben die 53 unterzeichnenden Organisationen: „Wir fordern von Ihnen als gewählte und verantwortungsbewusste Volksvertreter und -vertreterinnen, Agrarenergie in keiner Weise zu fördern, sondern sich für konsequente Energieeinsparung einzusetzen."