Unterschriften übergeben: Stoppt den Xayaburi-Staudamm!

Protestgruppe in Berlin vor der Botschaft von Laos

18.04.2011

Am Montag, den 18.4.2011 hat Rettet den Regenwald 15.000 Unterschriften gegen den Bau des Xayaburi-Staudamms in den laotischen und thailändischen Botschaften in Berlin und Paris übergeben. Weitere Fotos finden Sie hier. Mit diesen Aktionen solidarisieren wir uns mit den lokalen Umweltgruppen am Mekong-Fluss. Wir forderten die Botschafter von Laos auf, sich im Interesse der Umwelt und der Menschen des Landes bei ihrer Regierung für einen Stopp des Bauvorhabens einzusetzen.

Das in Laos am Unterlauf des Mekong gelegene Xayaburi-Kraftwerk soll 1.260 Megawatt Strom für das Nachbarland Thailand erzeugen. Das Projekt wäre das erste einer ganzen Reihe von derartigen Bauwerken. 11 Staudämme sind allein am Unterlauf des Flusses geplant.

Bisher gibt es vier Staudämme im Oberlauf des Mekong in China. Diese haben bereits erhebliche negative Auswirkungen auf die Wasserversorgung der anderen Mekong- Anrainerstaaten am Unterlauf des Flusses. Lokale Umweltorganisationen befürchten, dass weitere Staudämme verheerende Auswirkungen auf das Ökosystem des Flusses und damit auch auf die Nahrungsversorgung der Bevölkerung haben werden. Dass die laotische Regierung die Umweltverträglichkeitsstudie über die zu erwartenden Folgen des Baus nicht veröffentlicht, ist ebenfalls ein beunruhigendes Zeichen.

Der Xayaburi-Staudamm würde einen massiven Eingriff in das Ökosystem und den Wasserlauf des Flusses bedeuten. Der Mekong ist die Wasserader Südostasiens. Millionen Menschen sind in ihrer Ernährung auf den Fischreichtum des Mekong angewiesen, sein Delta ist die Reiskammer Vietnams.

Doch nicht nur die Menschen am Fluss sind bedroht, sondern auch die einmalige Tierwelt. Der Mekong gehört zu den fünf artenreichsten Flüssen der Erde. Mehr als 1.200 Fischarten, darunter Giganten wie der Mekong-Riesenwels, der Süßwasserstachelrochen und die Riesenbarbe sowie zahllose Vogel- und Reptilienarten. Der Staudamm würde ihnen den Weg versperren und das Ökosystem zerstören.

Wir fordern weiterhin die laotische Regierung auf, die Umweltstudien über den Xayaburi-Staudamm zu veröffentlichen und das Bauprojekt einzustellen.

Update: Die Entscheidung über den Bau des Xayaburi Staudamms wird aufgrund nationaler und internationaler Proteste vertagt. Beim Treffen der politischen Repräsentanten der Mekong Anrainerstaaten am 19.4.2011 haben sich die Vertreter Thailands, Kambodschas und Vietnams gegen den Willen von Laos durchgesetzt, die Entscheidung über den Bau des Damms auf die ministeriale Ebene zu verlegen. Ausschlaggebend dafür waren vor allem die unzulänglichen Informationen über die ökologischen Folgen des Projektes. Für den Mekong und seine Menschen bedeutet das einen wichtigen Aufschub, denn nun muss der Entscheidungsprozess noch einmal neu aufgerollt und verhandelt werden.