Umweltschützer Matek Geram in Sarawak, Malaysia Der Umweltschützer Matek Geram setzt sich für die Rechte der indigenen Iban ein (© Rettet den Regenwald / Mathias Rittgerott) Matek Geram Torfwälder wurden gerodet und werden trockengelegt, um Platz für Palmölplantagen zu schaffen (© Rettet den Regenwald / Mathias Rittgerott) Indigene stehen auf einer Piste, die Holzfäller illegal in Sarawak angelegt haben Eine illegale Holzfällerstraße blockiert den Fluss, der den Iban als Verkehrsweg dient (© Rettet den Regenwald / Mathias Rittgerott) Matek Geram erstellt Karten um Landrechte durchzusetzen Von Matek gezeichnete Landkarten zeigen das angestammte Land der Indigenen (© Rettet den Regenwald / Mathias Rittgerott) Matek bei Landvermessung Matek kartiert das traditionelle Land der Iban, um deren Landrechte zu sichern (© SADIA)

Mit Landkarten die Rechte der Indigenen schützen

Der Umweltschützer Matek Geram setzt sich für die Rechte der indigenen Iban ein. Dafür kartiert er das traditionelle Land der Gemeinden, um deren Landrechte zu sichern.

Projektübersicht

ProjektthemaMenschen

Projektziel Indigene kartieren ihr Territorium und erwirken Landtitel

Aktivitäten Kartierungen, Information der Dörfer, Gerichtsverfahren

Mit dem GPS-Gerät in der Hand kämpft Matek Geram für den Regenwald. Er steht in Gummistiefeln im dichten Dschungel, Schweiß läuft ihm durchs Gesicht, doch er blickt konzentriert auf das Display des Garmin. Exakte Koordinaten sind sein schärfstes Schwert – gegen ruchlose Holzfäller und Plantagenfirmen.

Matek Geram gehört zum malaysischen Volk der Iban. Er ist ein mutiger Mann, Anfang 40. Hinter seinem einfachen Holzhaus, das auf Stelzen am Ufer des Flusses Sungai Lemai im Bundesstaat Sarawak steht, turnen Nasenaffen in den Bäumen.

Manchmal fährt Matek abends mit dem Boot spazieren, um seinen beiden Söhnen die Schönheit der Natur zu zeigen. Beziehungsweise das, was davon übrig ist.

Einst war Sarawak von dichten Regenwäldern und Torfwäldern überzogen. Nashornvögel und Borneo-Orang-Utans lebten hier in großer Zahl. Flüsse voller Fische dienten den Indigenen als Verkehrswege. Doch diese Harmonie gehört vielerorts der Vergangenheit an. Holzfäller haben große Gebiete kahl geschlagen und Palmöl-Firmen haben endlos wirkende Plantagen angelegt. Auf die Natur haben sie noch nie Rücksicht genommen. Ebenso wenig auf die Rechte der indigenen Bevölkerung.

Das Volk der Iban, dem Matek angehört, lebt seit altersher hier im Einklang mit der Natur. Der Wald ist ihr Wald, ihre Lebensgrundlage und Einkommensquelle, ihre Apotheke, ihr spiritueller Ort. Doch diese traditionellen Rechte auf das Land sind zumeist nicht verbrieft. Ohne Besitzurkunden ist es Unternehmen ein Leichtes, den Menschen das Land zu rauben.

Karten sind die Grundlage, um Landrechte zu sichern

Hier setzen Matek und die Vereinigung der Iban in Sarawak (SADIA) an: Sie arbeiten daran, die Landrechte der Dörfer zu sichern und offizielle Dokumente zu erhalten. Besitztitel entscheiden häufig darüber, wie effektiv die Indigenen den Wald ihrer Ahnen auch in Zukunft schützen können.

Dazu kämpft Matek mit den Mitteln der Moderne: GPS, Smartphone und WhatsApp gegen kreischende Motorsägen und gewaltsamen Landraub. Sein Smartphone piepst und summt unablässig. Viele Opfer von Landraub und Umweltzerstörung wollen ihn erreichen.

„Am meisten kommuniziere ich mit WhatsApp“, erklärt er, während er Fotos und GPS-Daten an einen Mitstreiter sendet. „Die meisten Zeit ist das Smartphone mein Büro.“

Wenn er nach Tagen in den Dörfern und im Wald in die Stadt Mukah zurückkommt, setzt er sich an den Computer und erstellt mit den gesammelten Daten Landkarten. Sie zeigen, welche Wälder, Flüsse und Hügel der Gemeinde von altersher gehören. In mehreren Verfahren haben diese Dokumente bereits als Beweis gedient. In Workshops gibt Matek sein Wissen über traditionelle Landrechte und wie man sie durchsetzt weiter und organisiert dazu Treffen in Langhäusern.

Matek ist ein mutiger Mann. Mehr als zehn Mal wurde er bereits unter fadenscheinigen Vorwänden festgenommen und tagelang eingesperrt. „Die Firmen mögen mich nicht“, sagt er: „Zu Recht!“ Aus Sicherheitsgründen wird er oft von seinem Bruder Tambi und seinem Freund Salim Metang begleitet. Immer wieder wird er auch gerufen, damit Dorfbewohner aus Polizeigewahrsam freigelassen werden.

Partnerschaft mit Matek und SADIA

Rettet den Regenwald ist seit 2016 ein enger Partner von SADIA. Wir finanzieren sein kleines Büro in Mukah, das sich zur Anlaufstelle von Dorfbewohner:innen für Fragen rund um Landrechte entwickelt hat. Bei der Kartierung des traditionellen Landes, bei Gerichtsterminen und Workshops kann Matek ebenso auf unsere Unterstützung zählen wie beim Kauf von technischer Ausrüstung wie GPS-Geräten. Als sein Boot gekentert ist und der Außenbordmotor verloren ging, waren wir zur Stelle.

Matek ist ein guter Freund geworden. Mehrmals pro Woche schickt er per WhatsApp Botschaften aus dem Dschungel. Dabei geht es gelegentlich um Persönliches, zumeist dokumentieren seine Fotos und Videos jedoch Umweltzerstörung. Doch Matek übermittelt auch Ermutigendes: Aufnahmen von der Schönheit der Natur, von mächtigen Bäumen, Flussläufen und Wasserfällen.

Diese Momente motivieren ihn. „Ich liebe den Wald. Ohne ihn haben wir keine Zukunft.“

Hintergrund: Die Rolle indigener Völker bei der Bewahrung der Wälder

Beim Erhalt der Natur spielen rund um den Globus indigene Völker eine entscheidende Rolle. Sie sind zumeist die besten Hüter der Wälder.

Insbesondere kulturelle Werte und traditionelles Wissen gehören zu den Gründen dafür. Dieses Wissen, Traditionen und Sprachen müssen daher wiederbelebt und gefördert werden. Ein besonderes Gewicht kommt dabei Frauen und dem Dialog zwischen den Generationen zu. Zentral sind zudem kollektive und gesicherte Landrechte. Doch an der Anerkennung hapert es: erst ein kleiner Teil wurde formell als indigene Territorien anerkannt. Landrechte allein verhindern gewaltsame Konflikte zudem nicht, wenn der Staat ihre Respektierung vernachlässigt.

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Ein Riesentukan sitzt auf einem Ast im Regenwald © Konrad Wothe

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