Land und Selbstbestimmung für traditionelle Gemeinschaften in Maranhão, Brasilien
Die Teia dos Povos (Netzwerk der Völker und traditionellen Gemeinschaften von Maranhão) findet jährlich statt und bringt Hunderte von Menschen zusammen, die sich für den Schutz ihres Landes, ihrer Territorien und der Ernährungsautonomie einsetzen. Der Consiglio Indigenista Missionario CIMI von Maranhão unterstützt die Völker beim autonomen Aufbau des Netzwerks.
Projektübersicht
ProjektthemaLebensräume / Menschen
Projektziel Den Fortbestand traditioneller Völker und Gemeinschaften auf ihren Territorien sichern
Aktivitäten Raumordnung; Entwicklung von Schutzstrategien, Wachsamkeit stärken
Dieses von Rettet den Regenwald unterstützte Projekt, steht in direktem Bezug zu einer aktuellen Debatte:
Wie können Gebiete von angestammten Bevölkerungsgruppen vor immer mehr Soja-Monokulturen, vor Bergbau für den Export, vor der Zerstörung der Wälder und vor Wasserverseuchung durch Agrargifte geschützt werden?
Wie lässt sich die Gewalt von Auftragskillern stoppen, die, von transnationalen Unternehmen angeheuert, indigene Völker und Quilombolas (brasilianische Nachfahren versklavter Afrikaner) bedrohen, angreifen und sich ihr Land aneignen?
Wie kann Druck auf die Regierung ausgeübt werden, damit sie ihrer Verpflichtung nachkommt, Gebiete als kollektives Eigentum der Bevölkerung auszuweisen, die seit Jahrtausenden Wälder und Gewässer schützt und das Zusammenleben sichert?
Seit 2011 veranstaltet das Netzwerk Teia dos Povos jedes Jahr eine Versammlung. Fünf Tage lang kommen die Gemeinschaften zusammen und diskutieren wichtige Fragen. La Teia basiert auf dem Zusammenschluss der Völker und traditionellen Gemeinschaften des Bundesstaates. Ihr gemeinsames Ziel ist das buen vivir („gut leben“), und ihre Grundpfeiler sind Ernährungssouveränität, Bildung, Spiritualität, der Schutz der Territorien, Gesundheit, der Kampf gegen rassistische und geschlechtsspezifische Gewalt sowie die Verteidigung des Lebens in all seinen Formen.
Gewöhnlich finden die jährlichen Treffen der Teia in Maranhão auf einem der traditionellen Territorien statt, dessen Bewohner unter Konflikten leiden, die durch Agrarindustrie, Bergbau oder Viehzucht verursacht werden. Diese Strategie der Präsenz dient dazu, den Schutz des Gebiets und seiner Bewohner zu stärken.
Etwa tausend Menschen – Vertreter indigener Völker, der Quilombolas und anderer traditioneller Gemeinschaften aus verschiedenen Teilen von Maranhão – nehmen auf langen Holzbänken, Stühlen, Hängematten und Matten Platz, um eine große Versammlung abzuhalten.
Maranhão ist neben Bahia, Piauí und Tocantins einer der vier Bundesstaaten des Nordostens von Brasiliens und umfasst die Biome Amazonas und Cerrado, in denen in den letzten zwei Jahrzehnten hohe Entwaldungsraten und Gewalt auf dem Land zu verzeichnen waren. Diese sind verursacht durch die Agrarindustrie, die Soja und Mais exportiert, sowie durch den Bergbau.
Die jährliche Versammlung wird über Monate hinweg vorbereitet. Zu den Vorfeldaktivitäten gehört der Aufbau einer Infrastruktur, die Platz für mehr als tausend Menschen bietet. Es werden Gemeinschaftsküchen mit Wasserversorgung, Sanitäranlagen, Schlafbereiche zum Aufhängen von Hängematten sowie eine Überdachung für Versammlungen errichtet. Der Großteil dieser Infrastruktur bleibt nach Abschluss der Teia-Versammlung als Gemeinschaftseigentum erhalten.
Der Conselho Indigenista Missionário do Maranhão (CIMI-MA) ist eine Partnerorganisation von Rettet den Regenwald, die sich für die Rechte indigener Völker einsetzt. Zu ihren Grundsätzen gehört die Autonomie der Völker, ihre Vielfalt und die Anerkennung ihres überlieferten Wissens. Diese sollen durch das Zusammenleben in den jeweiligen Territorien, durch Bildungsprozesse, Mobilisierung, Netzwerkarbeit sowie politische und rechtliche Interessenvertretung erreicht werden. Dadurch wird sichergestellt, dass die indigenen Völker auf ihren Territorien bleiben können und dass eine öffentliche Politik umgesetzt wird, die im Einklang mit der Verfassung steht.
Das CIMI trägt dazu bei, das Teia dos Povos als ein Netzwerk der Völker zu knüpfen. Zu ihm gehören unter anderem die Apanjekrá/Canela, Memortumré/Canela, Akroá Gamella, Krenyê, Krikati, Pyhcop Catiji/Gavião, Awá und Tremembé (Engenho und Raposa).
Wenn Sie das Teia dos Povos, das traditionelle Bevölkerungsgruppen und Gemeinschaften im Kampf um den Schutz ihrer Gebiete vereint, unterstützen möchten, dann klicken Sie bitte auf Spenden.