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Von der Holzmafia verstümmelt

Der Journalist Abi Kusno Nachran wurde überfallen, weil er Beweise über illegale Einschläge in den Regenwäldern von Borneo gesammelt hat. Jetzt hält er sich zu einer Spezialbehandlung in Hamburg auf

Das Schiff hatte 54.000 Kubikmeter Tropenholz geladen. Alles illegal gefällt. Nichts ungewöhnliches in Indonesien, wo bis zu 90 Prozent des Holzes illegal eingeschlagen wird. Doch diesmal tauchten Hubschrauber der Armee auf, Schnellbote der Marine brachten das Schiff auf. Zum ersten Mal in Indonesien wurde eine riesige Menge illegalen Holzes beschlagnahmt und stillgelegt. Bewirkt hatte dies alles ein Mann: Abi Kusno Nachran, 61 Jahre alt und geboren in einem kleinen Dorf im Regenwald von Zentralkalimantan auf Borneo. Früher war er dort Sprecher des Regionalparlaments und musste mit ansehen, wie Holzkonzerne illegal die Wälder seiner Heimat plünderten. Inzwischen arbeitet er als Journalist – im November 2001 hatte er alle Beweise zu der illegalen Schiffsladung recherchiert und das indonesische Forstministerium alarmiert. Doch Abi musste teuer bezahlen für seine mutige Aktion gegen die Holzmafia und ist heute schwer verstümmelt. An der einen Hand hat er nur noch den Daumen. Ein Arm wurde fast durchtrennt. Am ganzen Körper trägt er dicke Narben. Abi wurde von der indonesischen Holzmafia überfallen und durch Machetenhiebe fast getötet, nachdem er die illegale Schiffsladung aufgedeckt hatte. Im August verkaufte Abi, der zum Volk der Dayak gehört, fast sein gesamtes Hab und Gut, um nach Hamburg reisen zu können. Dort bekommt er eine Spezialbehandlung, die etwa drei Monate dauern wird und mindestens 15.000 Euro kostet – eine Summe, die er selbst nicht aufbringen kann. Trotz seiner schweren Verletzungen ist er nicht mutlos und will nach seiner Behandlung in Hamburg zurück nach Indonesien, um dort weiter gegen die skrupellose Plünderung der Regenwälder zu arbeiten. „Die einfachen Leute wollen den Wald erhalten, weil sie davon leben, beispielsweise von Rattan-Ernte“, erzählt Abi. „Nur wer sich bestechen lässt und über seine Verhältnisse lebt, beteiligt sich an der Abholzung.“ Vor dem Überfall ist er in Pangkalan Bun Kalimantan Tengah (Zentralkalimantan) gewesen und hatte dort eindeutige Beweise darüber gesammelt, wo der illegale Holzeinschlag stattfindet und wer dahinter steckt: unter anderem Abdul Rasyid, der „Pate der indonesischen Holzwirtschaft“, der als Abgeordneter im indonesischen Parlament sitzt. In Kalimantan soll er für den gesamten kriminellen Holzhandel verantwortlich sein. Abi war weiteren Fällen illegaler Abholzung auf der Spur und zu dem Zeitpunkt bereits mehrfach von Handlangern der Holzmafia bedroht worden. Trotzdem wollte er neue Beweise über zwei andere Schiffsladungen sammeln. Dazu kam er nicht mehr. Bei seiner Ankunft auf einem Regionalflughafen lauerten ihm die Männer auf und stachen mit Macheten auf ihn ein. Weil Abi sie erkannt und überlebt hat, weiß er – die Killer sind von Abdul Rasyid angeheuert worden. Rettet den Regenwald sammelt Spenden für Opfer der Holzmafia. Für Abi kamen innerhalb einer Woche schon fast 2.500 Euro zusammen. Wir bitten um weitere Spenden. Sie können dafür z. B. unsere Homepage www.regenwald.org benutzen. Allen Spenderinnen und Spendern ein herzliches Dankeschön!