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Die Holzmafia

20 Milliarden Dollar Umsatz im Jahr

Eine international operierende Holzmafia verwandelt geschützte Wälder in Afrika, Asien und Südamerika in Gartenstühle, Billardkugeln oder Fensterrahmen. In Indonesien stammen 90 Prozent des Holzes aus solchen Quellen, schätzen Experten. Sie verweisen darauf, dass sogar ausgewiesene Nationalparks und andere Schutzgebiete nicht verschont werden. Für etwa 20 Milliarden Dollar Jahresumsatz zerstört die „Branche“ einzigartige Ökosysteme. Die Bäume werden aus den Wäldern geholt, sofort zu Brettern verarbeitet und in benachbarte Länder verschifft. Auf diese Weise wird die Ware „gewaschen“. Ihre illegale Herkunft ist nur noch schwer nachweisbar. Landet sie in den Häfen der Industrieländer, ist aus gestohlenem Holz „legales“ geworden. Noch beherbergt Indonesien etwa zehn Prozent der weltweiten Regenwälder. Geht der unkontrollierte Einschlag weiter wie bisher, werden die Holzreserven des Landes nach Berechnungen der Weltbank spätestens in 15 Jahren erschöpft sein. Offiziell hat die Regierung in Jakarta die jährliche genehmigte Holzmenge von 18 auf sechs Millionen Kubikmeter gesenkt, doch der illegale Einschlag macht einen Strich durch die Rechnung. Die kriminellen Holzbarone zerstören dabei nicht nur die Regenwälder des riesigen Inselreiches unwiederbringlich – sie schädigen auch den Staat, weil sie die vorgeschriebenen 16 Dollar Gebühr pro Kubikmeter Holz nicht zahlen. Ohne Unterstützung korrupter Behördenvertreter könnte das illegale Geschäft in einem solch riesigen Ausmaß nicht funktionieren, wissen Mitarbeiter von Telapak, einer unabhängigen Umweltgruppe mit Sitz im indonesischen Bogor. Gemeinsam mit der Environmental Investigation Agency, einer NGO aus London und Washington D.C., führt Telapak seit 1999 eine Kampagne durch, mit der illegale Einschläge im Tanjung Puting Nationalpark in Zentralkalimantan gestoppt werden sollen. Bereits jetzt sind mehr als 70 Prozent der ursprünglichen Waldfläche vernichtet. Die mittlerweile gefährdeten Nationalparks sind für viele von Ausrottung bedrohte Arten ein letztes Rückzugsgebiet – darunter Orang Utans, Sumatratiger und –nashorn, Leoparden und Bären. Weitere Berichte aus Indonesien Im REGENWALD REPORT 1/2002 haben wir berichtet, wie deutsches Geld hilft, Indonesiens Regenwälder für Papier und Palmöl zu vernichten. In der Ausgabe 2/2001 berichteten wir, wie sich die Menschen auf Sumatra gegen die Zellstofffabriken wehren. Sie finden die älteren Ausgaben unter www.regenwald.org als pdf-Datei oder können sie bei uns bestellen.