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Energie vom Acker verstärkt in der Kritik

Unsere Kampagne gegen Agrarsprit findet immer mehr Gehör: Zuletzt warnte die Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD) vor einem stark steigenden Einsatz von Ethanol und Agrardiesel. Die Umweltfolgen könnten enorm sein, die Auswirkungen auf die CO2-Emissionen blieben dagegen minimal, so die OECD. Damit verliert das von der EU gesteckte Ziel, den Anteil der Agrartreibstoffe bis 2020 auf zehn Prozent zu steigern, weiteren Rückhalt. Schon Ende Juli hatten rund 150 Nicht-Regierungs-Organisationen (NGO), darunter Rettet den Regenwald, die EU aufgefordert, sämtliche Steuererleichterungen und Subventionen für Agrarenergie von großflächigen Monokulturen sofort auszusetzen. Die bisherige Förderpolitik berge unkalkulierbare Gefahren für Klima und Umwelt, teilte die NGO-Allianz damals mit. Zu einem ganz ähnlichen Schluss kommt jetzt die OECD. Die CO2-Emissionen ließen sich bis 2050 bestenfalls um drei Prozent verringern. Berücksichtige man die Folgen des Anbaus – etwa übersäuerte Böden, das Einbringen von Düngern, giftigen Pflanzenschutzmitteln oder den Verlust der Artenvielfalt –, könnten die „Umweltfolgen von Ethanol und Agrardiesel leicht die von Benzin und Diesel übertreffen“, heißt es in der OECD-Studie. Auch der deutsche Umweltwissenschaftler Ernst Ulrich von Weizsäcker warnte jüngst vor einer durch die Agrarkraftstoffe forcierten ökologischen Krise: „Sie sind der größte Angriff auf die Biodiversität“, sagte der ehemalige Präsident des Wuppertal-Instituts auf einer Fachtagung der Deutschen Bundesstiftung Umwelt. Der Anbau von energiebringenden Pflanzen habe nichts mit Klimaschutz zu tun, sondern diene den Interessen der Agrarlobby, die hoffe, damit „steinreich“ zu werden.