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Regenwald-Aktions-Report

Die sechs Projekte, die wir Ihnen nachfolgend kurz vorstellen, benötigen dringend Ihre Unterstützung.

90 Euro für einen Regenwald-Ranger

Ein Weltrekord war der Grund, warum der Biologie-Professor Eberhard Curio von der Ruhr Universität in Bochum 1996 das „Philippine Endemic Species Conservation Project“ (PESCP) gegründet hat. Das asiatische Land beherbergt die höchste Dichte an endemischen Arten pro Hektar, also Arten, die sonst nirgendwo auf der Welt vorkommen. Die PESCP baute in einem noch intakten Primärwald auf der zentralen Halbinsel Panay eine Forschungsstation auf, in der heute drei Filipinos arbeiten. Seit 1996 wurden diverse neue Arten entdeckt und wissenschaftlich beschrieben. Daneben veranstaltet die PESCP Umweltschutz-Seminare für die Lokalbevölkerung.

Ein weiterer Schwerpunkt ist die Arbeit von 13 Parkrangern, die in dem 2002 unter Schutz gestellten Waldgebiet illegal geschlagenes Tropenholz und illegal eingesetzte Motorsägen beschlagnahmen dürfen. Rettet den Regenwald will es PESCP ermöglichen, mehr dringend benötigte Waldhüter einzustellen. Ein Ranger kostet pro Monat nur 90 Euro einschließlich Versicherungen.

Den Orang-Utan-Wald auf Borneo retten

Der Wald Borneos in der Provinz Zentralkalimantan bildet mit 10 Millionen Hektar die zweitgrößte zusammenhängende Waldfläche Indonesiens nach der Provinz Papua. Er besteht zu großen Teilen aus Moorwald auf Torfboden und ist idealer Lebensraum für Orang-Utans und viele andere bedrohte Tier- und Pflanzenarten. Jährlich werden zwei Millionen Hektar Regenwald in Indonesien vernichtet, davon mehr als die Hälfte illegal. Wälder wirken unseren aktuellen Klimaproblemen entgegen und stellen somit auch für den Menschen eine unverzichtbare Überlebensquelle dar.

Im Herzen Borneos liegt Mawas, ein 500.000 Hektar großes Torfregenwaldgebiet. Die bis zu 20 Meter dicken Torfhügel von Mawas können große CO2 Mengen aus der Atmosphäre speichern und so der globalen Klimaerwärmung entgegen wirken. Die „Borneo Orangutan Survival Foundation“ (BOS) hat 2003 das vorläufige Verwaltungsrecht für Mawas bekommen. Das Gebiet zeichnet sich durch seine hohe Biodiversität aus.

Unter zwei Bedingungen kann BOS Mawas langfristig schützen: Ein Abkommen über Schuldenerlass („Debt-for-Nature- Swap“) ist nötig, in dem Indonesien den Erhalt von Mawas garantiert. Im Gegenzug erlassen die Industrieländer dem Land Schulden.

Und ein CO2-Abkommen („Carbon Offset Agreement“) wird unterzeichnet, mit dem Länder und Konzerne mit hohem CO2-Ausstoß gemäß dem Kyoto-Protokoll bei Ländern mit niedrigem Ausstoß Emissionsquoten kaufen. Der Regenwald erbringt somit einen finanziellen Wert, ohne abgeholzt zu werden! Das macht Regenwaldschutz für alle Seiten auch kurzfristig ökonomisch sinnvoll.

Die lokale Bevölkerung profitiert vom Mawas-Projekt. Inzwischen sind 58 Dörfer mit 29.000 Familien in das Vorhaben integriert. BOS vermittelt ihnen alternative Einkommensquellen wie Fischzucht, Anbau von natürlichem Gummi, Zuckerpalmen, Nussbäumen oder Rattan. Die Preise für die Produkte werden kontrolliert. Zudem wird der Bevölkerung bei der Errichtung von Krankenhäusern und Schulen geholfen. Rettet den Regenwald unterstützt das Mawas-Projekt ab sofort finanziell.

Aktionen gegen Plantagen

Grüne Wüste so weit das Auge reicht: Das Dorf Karang Mendapo auf der indonesischen Insel Sumatra ist umgeben von Palmöl-Monokulturen. Früher lebten die Bauern dort vom Kautschuk sammeln im Wald und dem Gemüseanbau. Vor sieben Jahren hat der Konzern Sinar Mas die einheimischen Bauern ausgetrickst und den Dorfwald geraubt. Über Nacht wurden mehr als 600 Hektar abgeholzt und mit Ölpalmen bepflanzt. Die Bauern verloren einen Teil ihres Einkommens und bekamen nichts von der Palmöl-Ernte.

Kürzlich hat die Regierung nach heftigen Protesten Sinar Mas aufgefordert, das Land zurückzugeben. Ein entscheidender Sieg für unsere Partnerorganisation Walhi Jambi, die die Bauern unterstützt und juristisch berät. Bitte unterstützen Sie die Arbeit von Walhi Jambi mit einer Spende.

Initiative „Frauen für den Regenwald“

Von der hemmungslosen Ausbeutung der natürlichen Ressourcen in den Tropenländern und den daraus resultierenden negativen Auswirkungen auf die Umwelt und die Lebensverhältnisse sind besonders Frauen betroffen. Neben der Arbeit in der Landwirtschaft sind sie zumeist auch noch für die Haushaltsführung sowie die Erziehung der Kinder verantwortlich.

Umweltzerstörung und -verschmutzung, Menschenrechtsverletzungen durch gewaltsame Vertreibungen und Bedrohungen verschärfen die Belastungen für Frauen. An vielen Orten haben sie sich zusammengeschlossen, um gegen die Bedrohungen vorzugehen und aktiv ihre Umwelt und Rechte zu verteidigen. Doch in der Öffentlichkeit werden die Leistungen der Frauen oft nicht ausreichend wahrgenommen und honoriert. Rettet den Regenwald will 2008 Frauengruppen mit der Initiative „Frauen für den Regenwald“ besonders unterstützen, den Anfang werden wir in Ecuador machen.

Mangrovenwälder wachsen munter weiter

Fast 35.000 Mangroven sind bereits ausgewildert. Baum für Baum geht es weiter – und immer schneller. Waren wir zu Anfang auf bezahlte Arbeiter angewiesen, um die Setzlinge zu pflanzen, melden sich jetzt verstärkt Schulklassen und Freiwillige, um zu helfen. Viele Insulaner haben erkannt, dass Samal Island einen Mangroven-Schutzgürtel braucht, nicht nur um den Fischern ihr Einkommen zu sichern. Mitunter kommen drei Generationen aus einer Familie um Mangroven-Setzlinge zu pfanzen und der angeschlagenen Natur wieder eine Chance geben.

Inzwischen ziehen wir aus gesammelten Samen eigene Setzlinge, die nach sorgfältigen Bodenproben dort gepflanzt werden, wo die Bodenbeschaffenheit auch dem natürlichen Lebensraum entspricht. Alle Aktionen werden zusammen mit dem Department of Environment and National Resources (DENR) geplant und durchgeführt. Da die Mangroven inzwischen unter Naturschutz stehen, wird der Raubbau sich nicht wiederholen. Der Erfolg ist süß, aber es fehlen noch über 450.000 Setzlinge, um die Bucht von Davao wieder in einen intakten Lebensraum zu verwandeln. Wir machen weiter, dank Ihrer Hilfe.

Regenwaldkauf in Ecuador

Im Nordwesten Ecuadors an der Pazifikküste werden die letzten Tieflandregenwälder des Chocó von Holzfirmen geplündert. Ihnen folgen Landspekulanten, Siedler und Palmölproduzenten. Es droht die Vernichtung eines der weltweit artenreichsten Ökosysteme und der indigenen Awá-Kultur. Deswegen haben wir bereits in der Vergangenheit mit dem Kauf strategisch wichtiger Grundstücke erfolgreich den Lebensraum der Awá verteidigt und wollen den Regenwaldkauf in der Region ausdehnen.

Unser aktuelles Kaufprojekt ist ein 550 Hektar großes Grundstück im Bergregenwald bei Rio Tigre. Mit dem Erwerb könnten wir einen geschlossenen Korridor zwischen dem Küstentiefland, den Bergregenwäldern im Awá-Territorium und dem Las Golondrinas-Schutzgebiet bis zum El Angel-Schutzgebiet im Andenhochland herstellen. In der Region leben beispielsweise noch die seltenen Brillenbären.

Wenn der Grundstückkauf abgeschlossen und der Landtitel eingetragen ist, wird das Gebiet von Rettet den Regenwald auf die Awá-Indianer übertragen, die seit Jahrhunderten vom Wald leben und ihn schützen.