Fragen und Antworten zum Regenwald-Kauf in Peru

Das Satelliten-Bild zeigt Tamshiyacu am Amazonas und die Rodungen mitten im Urwald Die in Frage kommenden Regenwald-Grundstücke liegen zwischen dem Amazonas-Dorf Tamshiyacu (links) und den Rodungen (Pfeil rechts) (© NASA)

Was ist das Ziel?

Ziel des Regenwaldkaufes ist es in erster Linie, ein Zeichen zu setzen und die Einwohner bei ihrem Kampf für den Erhalt ihres Regenwaldes zu unterstützen. Denn ausländische Investoren kaufen in dem Gebiet große Regenwaldflächen, um sie zu roden und in Industrieplantagen für Kakao und Palmöl umzuwandeln. Wir wollen den Besitzern, die sonst an die Plantagenbetreiber verkaufen würden oder müssten, eine Alternative anbieten.

Wie viel Land soll gekauft werden? Geht es darum, so viel Land wie möglich zu kaufen?

Es soll eine möglichst große Fläche erworben und dann in ein privates Schutzgebiet umgewandelt werden. Die Grundstücksgröße ist jedoch durch das Angebot vor Ort begrenzt.

Wie viel Land wurde schon gekauft?

Bis Dezember 2018 wurden 37 Grundstücke mit einer Gesamtfläche von 462,4 Hektar Land gekauft. 2019 sollen 12 Regenwaldgrundstücke mit einer Fläche von 160 bis 180 Hektar hinzukommen.

Wo wird Land gekauft?

Die Grundstücke liegen im Nordosten Perus und gehören zur Siedlung Moteloy, rund 6 Kilometer östlich des Ortes Tamshiyacu am Amazonas. Die nächste größere Stadt ist Iquitos, die etwa 50 Kilometer stromabwärts liegt. Lima ist zwei Flugstunden entfernt. 

Wer verkauft das Land?

Das Land wird von privaten, einheimischen Grundstückeigentümern verkauft, die dort in der Regel selber leben oder lange gelebt haben. Ein Kauf ist nur möglich und sinnvoll, wenn der Besitzer des Landes über Dokumente verfügt, die ihn zweifelsfrei als Eigentümer ausweisen.

Wem gehört das Land, nachdem es gekauft wurde? Wer ist der Käufer?

Für den Kauf haben sich die Einwohner der Siedlung mit Umweltschützern und Kleinbauern zusammengeschlossen. Das Management des Kaufes und die Umwandlung in Schutzgebiete übernehmen unsere Partner vom deutsch-peruanischen Verein „El Puente – die Brücke“, die vor Ort sind. Das Land gehört nicht Rettet den Regenwald e.V. und keiner Privatperson. Ein Weiterverkauf des Landes ist nicht möglich.

Wie viel kostet das Land?

Der Kaufpreis pro Hektar beträgt zurzeit (Stand November 2018) etwa 365 Euro. Darin enthalten sind die Kosten für Vermessung, den Notar und Gebühren bei den Behörden, damit das Land als Schutzgebiet eingetragen wird.

Was passiert mit dem Land, nachdem es gekauft wurde?

Das Land wird als „private Naturschutzzone“ deklariert. Diese wird durch den Staat Peru als schützenswerte Zone anerkannt. Dafür müssen viele Anträge ausgefüllt werden und eine Bestandsaufnahme auf den Grundstücken erfolgen. Nachdem die Grenzmarkierungsarbeiten abgeschlossen sind, wurde mit einer Inventur des Baumbestandes etc. begonnen. Langfristig müssen die Grundstücke bewacht und vor Übergriffen geschützt werden. An einigen Stellen, die bisher von den Kleinbauern genutzt werden, sind Wiederaufforstungsmaßnahmen geplant.

Wächst auf dem Land, das gekauft wird, ausschließlich ursprünglicher Regenwald?

Die Einwohner des Regenwaldes leben vom natürlichen Reichtum des Urwaldes und kleinen landwirtschaftlichen Parzellen mit Maniok, Ananas und Fruchtbäumen in Dorfnähe. Das heißt, dass auf dem Großteil der gekauften Fläche tatsächlich Primärwald wächst, der nicht zerstört ist. Die Einwohner bewirtschaften dort nur kleinen Kulturen für den täglichen Bedarf und verkaufen geringe Mengen auf dem lokalen Markt. Um dauerhaft ein Einkommen zu schaffen, werden nun die Kleinbauern in biodynamischer Landwirtschaft ausgebildet, kleine Felder neu angelegt und ein Teil der Produkte auch gemeinsam vermarket. Fischteiche sollen bald folgen, damit auch eine notwendige Proteinquelle regelmäßig zur Verfügung steht. Dafür werden nur Flächen verwendet, auf denen schon seit langem keine Wald mehr steht.

Wann ist das Projekt abgeschlossen?

Ein Ende des Projekts ist nicht abzusehen, da die Umwandlung der Grundstücke in Schutzzonen Zeit benötigt. Wir wissen zudem nicht, wie viele Grundstücke uns zum Kauf angeboten werden und geschützt werden können. Das Projekt mit der biodynamischen Landwirtschaft wird hoffentlich viele Jahre bestehen und dann von einer anderen Organisation übernommen.