Direkt zum Inhalt springen
Suche
20 indigene Frauen versperren in einer Reihe die Fahrbahn einer Strasse
© Divulgação/Movimento das Mulheres Indígenas do Médio Xingu
Indigene Personen versperren mit einer Menschenreihe im Hintergrund und Zweigen und einem Protestbanner im Vordergrund eine Strasse
© Divulgação/Movimento das Mulheres Indígenas do Médio Xingu

Brasilien: Protestcamp Hunderter indigener Frauen gegen Goldmine am Xingu

17.03.2026Brasilien: Hunderte indigene Frauen protestieren im Bundesstaat Pará gegen eine geplante riesige Gold-Tagebaumine im Amazonasregenwald. Sie haben dazu ein Camp vor dem Regionalbüro der Indigenenschutzbehörde FUNAI in Altamira aufgeschlagen. Die kanadische Bergbaufirma Belo Sun Ltda. droht mit dem Goldabbau den Fluss Xingu und die Lebensgrundlagen der dort lebenden indigenen Völker zu zerstören.


Wir wollen, dass Belo Sun von hier verschwindet“, erklärt die indigene Frau Sol Juruma. „Wir haben Angst vor der Verschmutzung, vor den Chemikalien, die sie einsetzen werden, vor den Giften.“ Sie befürchtet die Verseuchung des Wassers des Xingu, des viertgrößten Nebenflusses des Amazonas durch den Bergbau und die riesigen Abraumbecken, die direkt am Flussufer entstehen sollen.

Hunderte indigene Frauen verschiedener Völker aus dem Gebiet des Mittellaufes des Xingu-Flusses in Brasilien, darunter Arara, Juruna, Kuruaya, Xikrin und Xipaya, protestieren mit einem Camp vor dem Regionalbüro der Indigenenschutzbehörde FUNAI (Nationale Stiftung für indigene Völker) in Altamira im Bundesstaat Pará. Sie fordern, eine Bergbaugenehmigung aufzuheben, die dem kanadischen Unternehmen Belo Sun Ltda. erteilt wurde.

Belo Sun will am Xingu-Fluss Gold abbauen. Dazu soll im Amazonasregenwald die größte Gold-Tagebaumine in Brasilien entstehen. 620 Millionen Tonnen Erdreich und Gestein sollen aus dem Urwaldboden gesprengt und gebaggert werden, um einige Tonnen Gold zu gewinnen. Das Vorhaben hätte massive negative Auswirkungen auf die Umwelt, Sicherheit und Lebensweise der dort lebenden Menschen.

Die Führerinnen erklären, dass die indigenen Völker der Region von den Behörden zu dem Projekt weder konsultiert wurden noch ihre Zustimmung dafür gegeben haben, wie es das Übereinkommen 169 der Internationalen Arbeitsorganisation (ILO) vorschreibt. Die Bergbaugenehmigung wurde zudem nicht wie üblich von der Bundesumweltbehörde IBAMA erteilt, sondern vom Umweltsekretariat des Bundesstaates Pará.

Sie fordern zudem,  dass die Elektrizitätsfirma Norte Energia S.A. im Zusammenhang mit dem Wasserkraftwerk Belo Monte überprüft werden soll, weil sie Mitigationsmaßnahmen nicht einhalte. Sie beziehen sich damit auf die Auswirkungen des Wasserkraftwerks Belo Monte (11.000 Megawatt), für dessen Betrieb eine 100 Kilometer lange Flussschleife des Xingu weitgehend trockengelegt wurde. Stattdessen wird das Wasser des Flusses über einen Kanal direkt zu den Turbinen des Kraftwerks geleitet. Der Fluss ist für die Einwohner für den Fischfang, als Transportader und spirituell lebenswichtig. Auch das Wasserkraftwerk wurden gegen ihren Willen unter Anwendung von Gewalt gebaut.

Die Frauen des Protest-Camps beklagen zudem, dass die Indigenenschutzbehörde FUNAI in Altamira über keine lokale Leitung verfügt. Aus institutioneller Sicht sind die indigenen Völker dadurch noch weniger vor Bergbauunternehmen und anderen extraktiven Aktivitäten in der Region geschützt. Sie haben dazu eine Personalempfehlung gemacht, die jedoch bislang nicht berücksichtigt wurde.

Rettet den Regenwald e.V. unterstützt den Kampf der Menschen am Xingu gegen den Bergbau und für die Anerkennung ihrer Selbstbestimmung, Landrechte und das Leben in einer gesunden Umwelt. Seit fünf Jahren unterstützt der Verein dazu mit Spendengeldern die Arbeit unserer Partnerorganisation Xingu Vivo in Altamira.

Wir fordern die Indigenenschutzbehörde FUNAI, das Ministerium für indigene Völker und die brasilianische Regierung auf, unverzüglich den Forderungen der indigenen Frauen nachzukommen, die für ihre Rechte kämpfen.

Seit dem 23. Februar harren die Frauen fernab ihrer Dörfer in der Stadt Altamira unter gleißender Äquatorsonne und tropischen Regenfällen aus. Um das Camp aufrechtzuerhalten, benötigen sie dringend Unterstützung für:

  • Lebensmittel
  • Decken, Matten, Zelte
  • Hygieneartikel
  • Gesundheitsversorgung
  • Transport

Rettet den Regenwald e.V. unterstützt den Protest und das Camp der indigenen Frauen mit Spenden aus unserem Nothilfefonds. Bitte helfen auch Sie mit einer Spende.

  1. Articulação dos Povos Indígenas do Brasil - APIB, 27.2.2026. CARTA-MANIFESTO E PAUTA DE REIVINDICAÇÕES DO MOVIMENTO DAS MULHERES INDÍGENAS DO MÉDIO-XINGU: https://apiboficial.org/2026/02/27/carta-manifesto-e-pauta-de-reivindicacoes-do-movimento-das-mulheres-indigenas-do-medio-xingu/ 

  2. Sumaúma, 18.12.2024. ‘DIVIDE AND CONQUER’ – BELO SUN’S TACTICS CAUSE CONSTERNATION ALONG XINGU RIVER: https://insustentaveis.sumauma.com/en/divide-and-conquer-belo-suns-tactics-cause-consternation-along-xingu-river/.

Aktuelle Petitionen, Hintergründe und Informationen

Bestellen Sie jetzt unseren Newsletter

Bleiben Sie mit unserem Newsletter am Ball – für den Schutz des Regenwaldes!