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Etwa 20 Menschen mit Bannern in Bern
Kiste um Kiste wurden die zahlreichen Unterschriften eingereicht (© Allianz gegen Regenwald-Abholzung)

85.000 Schweizer für Referendum zum Handel auf Kosten des Regenwaldes

05.10.2026Schweiz, Malaysia: Unser Schwesterverein Rettet den Regenwald - Schweiz berichtet: Die Allianz gegen Regenwald-Abholzung hat 85.000 Unterschriften gegen das Freihandelsabkommen zwischen Malaysia und der Europäischen Freihandelsassoziation EFTA bei der Bundeskanzlei in Bern eingereicht. Dies ist ein starkes Zeichen für den Schutz der Regenwälder!


Bericht von Rettet den Regenwald - Schweiz:

Im Juni 2026 hat das Schweizer Parlament das Gesetz zum Freihandelsabkommen der EFTA mit Malaysia genehmigt. Zur Europäischen Freihandelsassoziation (EFTA) gehören neben der Schweiz auch Island, Liechtenstein und Norwegen.

Bürgerinnen und Bürger der Schweiz können in direkter Demokratie über beschlossene Gesetze abstimmen. Die Abstimmung erfolgt in einem Referendum. Damit dieses einberufen werden kann, sind mindestens 50.000 Unterschriften auf Papier notwendig. 

Wochenlang hatten Freiwillige der Allianz gegen Regenwald-Abholzung in der ganzen Schweiz Unterschriften gesammelt. Mit Erfolg! Mit 85.000 Unterstützern kann das Referendum nun zustande kommen.

Zur Allianz gegen Regenwald-Abholzung  gehören die Umwelt-, Menschenrechts-, Entwicklungs- und Bauernorganisationen Public Eye, Bruno Manser Fonds, Rettet den Regenwald – Schweiz, Alliance Sud, Swissaid, Greenpeace Schweiz, Green Boots, Voices, Uniterre, Solifonds, Klima-Allianz Schweiz, La Vrille sowie die Sozialdemokratische Partei SP und Grüne Schweiz.

Jetzt werden die Unterschriften von der Bundeskanzlei geprüft. Im ersten Halbjahr 2027 werden die Schweizer voraussichtlich über das Freihandelsabkommen abstimmen können.

Dies war keine Online-Petition von Rettet den Regenwald e.V. , sondern ein praktiziertes Recht der Schweizer in direkter Demokratie.

Freihandel darf nicht auf Kosten des Regenwaldes gehen

Die Allianz kritisiert, dass das Abkommen keine ausreichenden verbindlichen Maßnahmen vorsieht, um Regenwaldzerstörung und Menschenrechtsverletzungen in den Lieferketten wirksam zu verhindern.

Besonders umstritten sind die vorgesehenen Zollvergünstigungen für malaysisches Palmöl. Bis zu 12.500 Tonnen Palmöl könnten künftig zu reduzierten Zöllen in die Schweiz importiert werden.

Malaysia ist nach Indonesien der zweitgrößte Palmölproduzent der Welt. Die Ausweitung von Ölpalmplantagen steht in vielen Regionen in Zusammenhang mit der Umwandlung von Wäldern, der Verdrängung lokaler Gemeinschaften und Konflikten um Landrechte. Auch die Arbeitsbedingungen in der Palmölindustrie stehen seit Jahren in der Kritik.

85.000 Unterschriften – getragen von vielen Menschen

Für Rettet den Regenwald – Schweiz ist die heutige Übergabe ein wichtiger Moment: 85.000 Menschen haben mit ihrer Unterschrift ein Zeichen dafür gesetzt, dass wirtschaftliche Beziehungen nicht zulasten von Regenwäldern und der Menschen gehen dürfen, die von ihnen leben.

Jetzt beginnt die nächste Phase

Mit der Einreichung der Unterschriften ist die politische Auseinandersetzung noch nicht vorbei. Nach der Prüfung durch die Bundeskanzlei wird feststehen, ob das Referendum formell zustande gekommen ist. Dann dürfte die Schweizer Bevölkerung voraussichtlich im ersten Halbjahr 2027 über das Abkommen abstimmen.

Rettet den Regenwald – Schweiz wird uns weiter informieren und sich dafür einsetzen, dass der Schutz der Regenwälder und die Rechte der Menschen in Malaysia in der Debatte nicht untergehen.


 

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