Bitte unterschreibt: Die letzten Sumatra Nashörner retten!

Sumatra-Nashorn Wir wollen das Leuser-Ökosystem für Orang-Utans, Elefanten, Tiger und Nashörner schützen (© Konrad Wothe)

Nur im Leuser-Ökosystem leben Orang-Utans, Elefanten, Tiger und Nashörner im gleichen Habitat. Ihre Zukunft ist gefährdet, durch Holzeinschlag, Wilderei, Plantagen und Straßenbau. Ein Gesetz würde die Zerstörungen erleichtern. Umweltschützer wehren sich seit Jahren.

News und Updates Appell

An: Amtierender Gouverneur von Aceh Nova Iriansyah, Innenminister Tito Karnavian, Parlament von Aceh

„Acehs Raumordnungsgesetz gefährdet das einmalige Leuser-Ökosystem. Es muss revidiert werden, damit Orang-Utans, Tiger, Elefanten und Nashörner überleben.“

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In den Sumpfwäldern des Leuser-Ökosystems leben die meisten der Orang-Utans Sumatras, in seinen Regenwäldern gedeiht Rafflesia, die größte Blüte der Welt.

Die Artenvielfalt des UNESCO-Weltkulturerbes ist atemberaubend. Umweltschützer sprechen von einem der bedeutendsten Schutzgebiete der Erde. Globalen Wert hat das Leuser-Schutzgebiet auch als Kohlenstoffspeicher und Klimaregulator. Vier Millionen Einheimische sind für ihre Wasserversorgung und Nahrung darauf angewiesen, dass die Wälder intakt sind.

Doch die autonome Provinz Aceh, in der der Großteil des Schutzgebietes liegt, hat ein Raumordnungsgesetz verabschiedet, in dem das 26.000 Quadratkilometer große Ökosystem nicht als Schutzgebiet aufgeführt wird. Damit wird dieser Naturschatz von Weltrang für Bergbau, Straßen, Palmöl- und Papierplantagen freigegeben. Alle Bemühungen, diese artenreichen Waldlandschaften für die bedrohten Tiere und für die Menschen zu retten, sind damit gefährdet.

Einwohner und Naturschützer haben im Januar 2016 gegen das Gesetz geklagt. Ihre Klage wurde jedoch zurückgewiesen. Umweltschützer aus Aceh versuchen seither unermüdlich, den Schutzstatus des Leuser-Ökosystems zu verbessern. Doch das Raumordnungsgesetz liegt auf Eis und das Revisionsverfahren kommt nicht voran. Bitte unterstützen Sie die Umweltschützer im Kampf für den Schutz des Leuser-Ökosystems. Bitte unterschreiben Sie noch heute!

Hinter­gründe

Schutzgebiet Leuser-Ökosystem

Das Leuser-Schutzgebiet auf der Insel Sumatra ist eines der größten und bedeutendsten Schutzgebiete in Indonesien. Es trägt den Namen „Schutzgebiet Ökosystem Leuser“ (KEL, Kawasan Ekosistem Leuser). KEL liegt zum Großteil in der autonomen Provinz Aceh und ist benannt nach seinem höchsten Berg, dem Gunung Leuser (3404 Meter).

Seine Landschaften – Küstenlandschaften am indischen Ozean, Regenwald, Bergwälder, Torfmoore und Sümpfe – beherbergen verschiedene Typen tropischer Wälder. Seine Regenwälder gehörten bisher zu den letzten ursprünglichen Indonesiens. 8.500 Pflanzenvarietäten sind dokumentiert, darunter Tropenbäume wie Meranti (Shorea sp.), Damar (Hopea spp.), Keruing (Dipterocarpus spp.). Auch die größte Blume der Welt, die Rafflesia, wächst hier.

Berühmt ist das Leuser-Ökosystem für seine Fauna, und gepriesen als einziger Ort auf der Erde, in dem die vier bedrohten Großsäugetiere Orang-Utan (Pongo pygmeus), der sehr seltene Sumatra-Tiger (Panthera tigris sumatera), das Sumatra-Nashorn und der Sumatra-Elefant im gleichen Habitat zusammenleben. Wenigstens sieben Katzenarten hat das Leuser-Ökosystem zu bieten, neben dem Sumatra-Tiger auch den gefleckten Leoparden (Neofelis nebulosa), die Goldkatze (Felis temmincki) und die Marmorkatze (Felis marmorata). Es gibt wilde Hunde (Cuon alpinus), den Honigbären (Helarctos malayanus) und wilde Ziegen (Capricomis sumatrensis).

Mongabay: Biodiversität

Rainforest Action Network: The Last Place on Earth

Aus anfänglichen lokalen Tierreservaten entstand im Jahr 1995 ein Nationalpark von etwa 10.000 km² Größe – der Leuser-Nationalpark bildet heute den Kern des insgesamt 26.000 km² großen Leuser-Ökosystems. In den Pufferzonen sind Landwirtschaft und Dörfer erlaubt, destruktive Industrien aber verboten.

Verantwortlich für den Schutz des KEL ist die Leuser Foundation, finanziert u.a. durch die EU mit 50,5 Mio. Euro.

Leuser Foundation

Klimaschutzprojekt Deutschlands

Bedrohung des Leuser-Ökosystems: Tropenholz, Palmöl, Bergbau, Straßen

„Verrückt“ nennt Indonesiens Umweltministerin den illegalen Holzeinschlag, und „sehr Besorgnis erregend“. „Schrecklich“ sagt Rudi Putra vom Forum Konservasi Leuser zum Zustand des Leuser-Ökosystems. Denn die Schutzprogramme konnten nicht verhindern, dass die Natur Stück für Stück zerstört wird.

Illegaler Holzeinschlag finanzierte beide Parteien des Aceh-Konfliktes (1976-2005), sowohl die Unabhängigkeitsbewegung GAM als auch das indonesische Militär. Zum Ende des Suharto-Regimes 1998 war ¼ des Leuser-Ökosystems zerstört. Nach dem verheerenden Tsunami am 26.12.2004 verliefen die Friedensverhandlungen politisch zwar erfolgreich, ökologisch jedoch tragisch. Der Holzeinschlag nahm massiv zu.

Ölpalmplantagen sind in den letzten Jahren an vielen Orten im Leuser-Ökosystem entstanden. Nicht selten gehören sie ehemaligen Unabhängigkeitskämpfern und lokalen Politikern.

Nach neuen, von der University of Maryland ausgewerteten NASA-Satellitendaten wurden zwischen 2002 und 2008 mehr als 300 km² Regenwald zerstört. Zwischen 2008 und 2013 aber betrug die Vernichtungsrate mehr als das Doppelte, nämlich 803 km² (Daten auf der Website von Global Forest Watch).

Straßenbau (Ladia Galaska, ein Straßensystem durch das KEL führend und zum Teil noch im Bau), bedroht die Existenz des Ökosystems schwer.

Unmittelbare Folge der Abholzung sind, außer dem Verlust des Regenwaldes, der Biodiversität und des Wasser- und Klimaschutzes, die furchtbaren Überschwemmungskatastrophen, die Aceh so häufig treffen.

Die Entwaldung nimmt von Jahr zu Jahr zu. Nach Schätzungen lokaler Umweltorganisationen ist heute nur noch die Hälfte des Leuser-Ökosystems bewaldet, davon ist nur noch 5 Prozent Primärwald.

Internationale Verantwortung: Palmöl

Palmöl aus Aceh gelangt auf den Weltmarkt. Rettet den Regenwald setzte sich dafür ein, dass die Firma PT Kallista Alam, die die einzigartigen Tripa-Sümpfe teils zerstört und abgebrannt hat, um dort Ölpalmen anzubauen, zur Verantwortung gezogen wurde.

Hohe Strafe für Palmölfirma wegen Brandrodung

Eine Studie der indonesischen NGO Greenomics vom 6. Mai 2015 beweist, wie die Firma Aloer Timur, ein Zulieferer der großen Ölpalmkonzerne Musim Mas und Wilmar International, großflächig im Leuser-Ökosystem abholzt. Die Rodung von Wäldern im KEL verstößt gegen die Indonesian Palm Oil Pledge (IPOP), die beide Unternehmen unterzeichnet haben. Seit Veröffentlichung des Berichts haben jedoch weder Musim Mas noch Wilmar die geschäftlichen Beziehungen zu Aloer Timur gekündigt.

Greenomics: IPOP Implementation Report (pdf)

Musim Mas und Wilmar International verantwortlich für anhaltende Abforstung im Leuser

Landnutzungsplanung

2013 verabschiedete die Regierung der Provinz Aceh eine neue Raumordnung (Qanun RTRW 19, 2013), mit der die Landnutzung geregelt wird. Unglaublich ist, dass darin das Leuser-Ökosystem mit keinem Wort Erwähnung findet. Das bedeutet: Neuplantagen, Straßenbau und andere zerstörerische Aktivitäten werden ungehindert genehmigt. Naturschützer und BürgerInnen aus Aceh haben dagegen protestiert und Widerspruch eingelegt. Das Ministerium in Jakarta hat den Gouverneur aufgefordert, die neue Raumordnung zurückzunehmen. Umweltaktivisten haben die Umweltbehörde und lokale Parlamentarier überzeugt. Doch der Revisionsprozess liegt auf Eis.

Widerstand und Prozess gegen Aceh

Der Widerstand gegen die Zerstörung wird seit vielen Jahren von dem Verband der Indigenen JKMA, NGOs und engagierten BürgerInnen getragen. Auch internationale Gruppen unterstützen den Widerstand. Doch die Provinz Aceh bleibt taub.

Sowohl WALHI (Friends of the Earth Indonesia) als auch die Aceh-Bewegung für den Rechtsweg GerAM (Gerakan Rakyat Aceh Menggugat) haben Gerichtsprozesse angestrengt, damit der Raumordnungsplan der Provinz Aceh revidiert wird. Die Begründung: bestimmte Gebiete des Leuser-Ökosystems sind im Raumordnungsplan nicht als Schutzgebiete ausgewiesen. Dazu gehören auch die Tripa-Sümpfe, in denen eine besondere Orang-Utan-Art überlebt.

Vorherige Eingaben und Anregungen der Bevölkerung sind ignoriert worden, ebenso werden nationale Gesetze missachtet. Trotz zahlreicher Absprachen und Versprechungen von Politikern ist kein Fortschritt in Sicht. Ein revidiertes Raumordnungsgesetz hat in Aceh keine Priorität. „Dahinter stecken wirtschaftliche Interessen“, so die Umweltschützer.

Aceh citizens sue government to save leuser ecosystem

Video von GerAM zum Prozess gegen die Provinz Aceh

An­schreiben

An: Amtierender Gouverneur von Aceh Nova Iriansyah, Innenminister Tito Karnavian, Parlament von Aceh

Sehr geehrter Herr Gouverneur, sehr geehrter Herr Innenminister, sehr geehrte Parlamentsabgeordnete,

das Leuser-Ökosystem ist ein einzigartiges Kleinod von globaler Bedeutung. Nur hier leben Tiger, Nashorn, Elefant und Orang-Utan, die allesamt vom Aussterben bedroht sind, im selben Habitat. Millionen Menschen leben vom Wasser, den Fischen und den Waldprodukten des Leuser-Ökosystems.

Doch das Leuser-Ökosystem ist durch Holzeinschlag und Plantagen schwer geschädigt. Straßen werden mitten durch das Schutzgebiet gebaut, und an vielen Orten wird Bergbau betrieben. In Folge der Zerstörungen leidet die gesamte Bevölkerung von Aceh unter verheerenden Überschwemmungen und Erdrutschen.

Jetzt droht dem Leuser-Ökosystem weitere Gefahr. Die Provinzregierung von Aceh hat in ihrem Raumordnungsplan bis zum Jahr 2033 viele Flächen nicht als Schutzgebiet ausgewiesen.

Das steht der indonesischen Gesetzgebung entgegen (Gesetz 26/2007 zur Raumordnung und Gesetz 11/2006 zur Regierung Aceh). Obwohl Innenminister Tjahjo Kumolo 2014 die Provinz Aceh angewiesen hat, den Raumordnungsplan zu ändern, ist das bisher nicht geschehen.

Aus Sorge um ihre Heimat wollen Umweltschützer den Gouverneur per Gericht zwingen, den Schutz des Leuser-Ökosystems zu garantieren.

Setzen Sie sich mit aller Kraft für eine Rücknahme des Raumordnungsgesetzes und einen effektiven Schutz des Leuser-Ökosystems ein. Schützen Sie Menschen, Großwild, Wald und Natur im Leuser!

Mit freundlichen Grüßen

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