Umwelt-Drama auf den Philippinen: Die Unesco schaut zu – und schweigt

Im Urwald der Indigenen Palawan hat der Bergbaukonzern bereits die Bäume markiert
21.585 Teilnehmer

Ende der Aktion: 23.05.2014

Auf Palawan Island bahnt sich eine Tragödie an: Die Regierung vergibt neue Konzessionen an die Bergbaukonzerne des Landes. Doch der verheerende Abbau von Nickel und Chrom würde die größte Artenvielfalt zerstören, die der philippinische Staat besitzt. Die Unesco hat die gesamte Palawan-Inselgruppe wegen ihres Naturreichtums 1990 als Biosphären-Reservat ausgewiesen – insgesamt 11.500 Quadratkilometer. Trotz mehrfacher Appelle von  Menschenrechtsorganisationen schweigt die Unesco zur Vernichtung des Lebensraums von Menschen, Tieren und Pflanzen.

Appell

Er hat für die Bewahrung seiner Heimat gekämpft – doch er konnte den Kampf nicht mehr gewinnen. Der Umweltschützer und Radio-Journalist Gerry Ortega wurde erschossen, als er am Morgen des 24. Januar seinen Sender DWAR Palawan verließ. Seine Weggefährten von der lokalen Umweltschutz- und Menschrechtsorganisation ALDAW haben keinen Zweifel: Ortega wurde ermordet, weil er öffentlich und immer wieder seine Stimme erhoben hat gegen die Bergbaupläne der Regierung, die die geschützten Regenwälder der Insel Palawan und die Lebensquelle der indigenen Bevölkerung zerstören.
Palawan Island ist die drittgrößte Inselgruppe der Philippinen – und ein Hotspot der Artenvielfalt; zu ihr gehören  auch 49 Tier- und 56 Pflanzenarten, die laut der internationalen Artenschutzorganisation IUCN weltweit vom Aussterben bedroht sind.
Der Wert der Flora und Fauna ist für die Menschheit so bedeutend, dass die Unesco die gesamte Provinz Palawan Island 1990 zum Biospähren-Reservat erklärt hat – eine vielfältige Naturlandschaft aus tropischen Regenwäldern, Bergland, Mangroven und Korallenriffen. Der spektakuläre Tubbataha Reef Marine Park sowie die Karstlandschaft des Puerto-Princesa Subterranean River Nationalparks wurden von der Unesco sogar zum Welterbe erhoben.
Im Süden der langen Hauptinsel leben die Indigenen vom Volk der Palawan zum Teil zurückgezogen von der Außenwelt und ernähren sich durch die Jagd und das Sammeln von Früchten.
1992 wurde unter der Führung der Unesco ein strategischer Umweltplan entworfen (SEP/Strategic Plan for Palawan), der die nachhaltige Entwicklung fördern soll – unter Berücksichtigung des Naturschutzes und der Lebensweise und Zustimmung der Bevölkerung.
Er weist u. a. Kernzonen, also absolute Schutzgebiete, aus als auch Regionen, die nur begrenzt genutzt werden dürfen. Das SEP-Programm wurde von der Europäischen Union unterstützt, die in ihr Tropenwaldschutzprogramm (PTFPP/Palawan Tropical Forestry Protection Programme) zwischen 1995 und 2004 17 Millionen Euro investierte.
Ein kritisches Umwelt-Netzwerk (ECAN/Environmental Critical Areas Network) soll das abgestufte System von Schutz und Entwicklung überwachen. Es untersteht der Behörde für Umweltschutz und nachhaltige Entwicklung (PCSD/Palawan Council for Sustainable Development) –  also der Regierung von Palawan.
Und genau diese Behörde will das 1995 beschlossene nationale Bergbauprogramm zum Abbau von Nickel und Chrom intensivieren – und den
größten Bergbauunternehmen des Landes Konzessionen erteilen.
Die Konzerne Macro Asia Mining Corporation und Ipilan Nickel Mining Corporation besitzen Claims in den geschützen Gebieten, die sie bereits nutzen. Zum Beispiel in den Bergwäldern von Brooke’s Point, die von der indigenen Bevölkerung bewohnt werden, und auch in den Gantong Wasserschutzgebieten. Die Rio Tuba Nickel Mining Corporation wiederum baut Straßen in den Bulanjao-Bergzug und zerstört damit einen absoluten Hotspot der Artenvielfalt. Das alles hat das indigene Netzwerk ALDAW mit Kamera und GPS und mit einem Video dokumentiert: http://participatorygis.blogspot.com/2011/01/macroasia-and-plundering-of-protected.html. Video: http://vimeo.com/19046439
Die Regierung von Palawan und den Philippinen missachtet internationale Vereinbarungen zum Naturschutz und das Recht der Bevölkerung auf Mitbestimmung.
„Mehrfach haben wir die Unesco darauf angesprochen, dass Politiker und Konzerne dabei sind, das Biosphären-Reservat zu zerstören,“ sagt ein ALDAW-Sprecher. Eine Antwort bekamen sie nie.
Am 28. Januar will der Gouverneur von Palawan endgültig darüber entscheiden, ob er den Konzernen Macro Asia und Ipilan Nickel uneingeschränkt grünes Licht zum Bergbau in den geschützten Gebieten erteilen will.
Die Unesco muss unverzüglich handeln – um ihren Ruf als anerkannte Bewahrerin von Natur- und Kulturschätzen nicht zu verspielen. Und um den einzigartigen Lebensraum von Palawan nicht kurzsichtigen Politikern und geldgierigen Konzernen zu opfern. Und damit der Kampf des ermordeten Gerry Ortega nicht vergeblich war.
Bitte schreiben Sie an die Generaldirektorin der Unesco Irina Bokova und bitten sie um sofortige Intervention.

Die Übersetzung des Protestschreibens finden Sie hier

Hinter­gründe

Sehrgeehrte Frau Generaldirektorin Bokova,
sehr geehrter Herr Ishwaran,
sehr geehrter Herr Lee,

die Inselgruppe Palawan Island gehört zu den artenreichsten Lebensräumen der Philippinen. Um sie zu bewahren, hat die Unesco im Jahr 1990 die gesamte Provinz Palawan im Rahmen des Man and Biosphere Programme (MAB) zum Biosphären-Reservat erklärt. Dazu gehören sogar zwei Welterbe-Stätten: der Tubbataha Reef Marine Park und der Puerto-Princesa Subterranean River National Park. Die Unesco schuf das MAB-Programm, um den Lebensraum und die Kultur der Bevölkerung und die Vielfalt der Flora und Fauna vor Ausbeutung und Zerstörung zu schützen.

Wie wichtig dieser Schritt in Palawan war, zeigt sich darin, dass bereits 49 der dort beheimateten Tierarten und 56 Pflanzenarten laut der internationalen Artenschutzorganisation IUCN weltweit vom Aussterben bedroht sind.

Doch das MAB-Programm scheint nun zu scheitern – und zwar mit Wissen der zuständigen Unesco-Kommission. Die Regierung der Philippinen beabsichtigt, den Bergbau und auch den Plantagenbau für Palmöl-Monokulturen auf Palawan Island massiv voranzutreiben.

Am 28. Januar will der Gouverneur von Palawan endgültig darüber entscheiden, ob Macro Asia und INC Konzessionen zum Bergbau in den Schutzgebieten erhalten sollen.
Sorgen Sie mit all Ihrem Einfluss dafür, dass die Pläne für Bergbau und Palmölplantagen im Biosphären-Reservat Palawan sofort gestoppt werden – gemäß den Rechten der Indigenen Völker und dem Strategischen Umweltplan für Palawan.
Die Konzerne Macro Asia Mining Corporation und Ipilan Nickel Corporation (INC) haben bereits die Rechte über das Land der indigenen Palawan-Gemeinden; einige von ihnen leben bisher mit wenig Kontakt zur Außenwelt. Diese Minen-Konzessionen zum Abbau von Nickel und Chrom liegen sogar in den absolut geschützten Kernzonen des Biosphären-Reservats sowie in den Gebieten mit eingeschränkter Nutzung. Diese Regionen sollten aber durch den Strategischen Umweltplan für Palawan (SEP/Strategic Environmental Plan for Palawan) vor Ausbeutung geschützt sein. Der Bergbau in diesen Regionen wird die Lebensgemeinschaft der Bevölkerung zerstören und das Land, das sie zum Überleben brauchen.
Die Rio Tuba Nickel Mining Corporation baut Straßen ins Bulanjao-Bergland, das ein Hotspot der Artenvielfalt ist. Der Straßenbau ruft schwere Umweltschäden hervor; z.B. Erdrutsche, Bodenerosion und die Entwaldung von Wasserscheiden. Die Folgen sind gesundheitliche Schäden und die Zerstörung der Lebensgrundlage sowohl der indigenen Palawan Gemeinden als auch der Tiefland-Farmer.  Die Betroffenen hatten kein Mitspracherecht, obwohl sie darauf nach nationalem und internationalem Recht Anspruch haben.

Das nationale Netzwerk ALDAW Indigenous Network (Ancestral Land/Domain Watch) hat gerade klare Beweise vorgelegt für die zerstörerischen Aktivitäten der Bergbaukonzerne.
Ihre Geotagging-Daten und ein Video belegen die Feldforschungen und Gruben-Tests von Macro Asia und INC in geschützten Kernzonen, in Primärwäldern und Wasserscheiden : http://participatorygis.blogspot.com/2011/01/macroasia-and-plundering-of-protected.html. Video: http://vimeo.com/19046439

Nationale und internationale Proteste der Umweltschüter und Menschenrechtler haben die Regierungen der Philippinen und der Provinz Palawan bisher nicht zur Vernunft gebracht. Menschen, die sich für den Erhalt ihrer Naturschätze einsetzen, werden massiv bedroht. Schockierendes Beispiel ist die Ermordung des Radio-Moderators und Menschenrechtsaktivisten Gerry Ortega am 24. Januar. Ortega war die öffentliche Stimme gegen den Bergbau.
Wiederholt hat ALDAW die Unesco-Kommission aufgefordert zu handeln. Doch niemals haben sie eine Antwort erhalten.
Ich frage Sie: Hat die Unesco keine Instrumentarien, um den Schutz ihrer Biosphären-Reservate auch zu gewährleisten?  Sind solche Schutzmaßnahmen nur schöner Schein?

Bitte sorgen Sie mit all Ihrem Einfluss dafür, dass die Pläne für Bergbau und Palmölplantagen im Biosphären-Reservat Palawan sofort gestoppt werden – gemäß den Rechten der Indigenen Völker und dem Strategischen Umweltplan für Palawan SEP.

Mit freundlichen Grüßen

An­schreiben

Director-General Mrs. Irina Bokova
Unesco Headquarters, Paris
e-mail: i.bokova@unesco.org

Director Mr. Natarajan Ishwaran
Division of Ecological and Earth Sciences_Secretary
Man and Biosphere Programme
Unesco Headquarters, Paris
e-mail: n.ishwaran@unesco.org

Deputy Director Mr. Rob Lee
Regional Science Bureau for Asia & Pacific
Specialist for Environmental Sciences
Unesco Office Jakarta, Indonesia
e-mail: r.lee@unesco.org


Dear Director-General Bokova,
Dear Mr Ishwaran,
Dear Mr Lee,

Palawan Island is one of the most biodiverse regions in the Philippines. In order to preserve its biodiversity, UNESCO declared the whole Province a Man and Biosphere Reserve in 1990. Inlcuded are two World Heritage Sites: The Tubbataha Reef Marine Park and the Puerto-Princesa Subterranean River National Park. UNESCO set up the Man and Biosphere Reserve programme in order to protect people's ancestral lands and culture as well as the diversity of flora and fauna from exploitation and destruction.

The importance of this measure in Palawan is demonstrated by the fact that 49 of the animal and 56 of the plant species living there are globally threatened with extinction, according to the international conservation organisation IUCN.

The Man and Biosphere Reserve programme, however, appears to be failing – despite the full knowledge of the responsible UNESCO Commission. The Philippine Government is planning to massively expand mining as well as oil palm plantation on Palawan Island.

On 28th January, the Governor of Palawan plans to make the final decision about Macro Asia's and INC's mining concessions inside the protected area. I therefore call on you to use your influence in order to stop the plans for mining and oil palm plantations inside the Palawan Man and Biosphere Reserve, according to the UN Declaration on the Rights of Indigenous Peoples and the Strategic Enviornmental Plan for Palawan.

The Macro Asia Minisnt Corporation and Ipilan Nickel Corporation (INC) already hold concessions for land belonging to indigenous Palawan communities, some of whom are living in voluntary near-isolation. Those concessions for mining nickel and chrome lie partly inside the officially highly protected core zone of the Man and Biosphere Reserve, as well as in areas where activities are restricted. Those regions are supposed to be protected from exploitation uder the Strategic Environmental Plan for Palawan (SEP). Mining inside these regions will destroy the livelihoods of the communities and the land on which they depend for their survival.

The Rio Tuba Nickel Mining Corporation is building roads through the Bulanjao highlands, a biodiversity hotspot. Road construction is causing severe harm to the environmen, such as health problems and harm to livelihoods of indigenous Palwawan communities as well as lowland farmers. Affected communities have not been consulted, even though they have a right to participaten in decisions under national and international law.

The national indigenous peoples' network ALDAW (Ancestral Land/Domain Watch) has recently submitted clear evidence for the destructive activities carried out by mining corporations. Their data, which rely on geo-tagging, and video prove that Macro Asia and INC are carrying out exploration inside protected core zones, primary forests and watersheds:
http://participatorygis.blogspot.com/2011/01/macroasia-and-plundering-of-protected.html and http://vimeo.com/19046439

National and international protests by environmental and human rights campaigners have so far failed to make the Governments of the Philippines and Palawan Province see sense. People on Palawan who are working for the protection of their natural treasures are facing major threats. A shocking example is the murder of radio journalist and human rights activst Gerry Ortega on 24th January. Ortega was an official voice against the mining companies.

ALDAW has repeatedly called on the UNESCO Commission to act but has never received a reply. I therefore ask you: Has UNESCO got no instruments for guaranteeing the protection of their Biosphere Reserves? Are those declarations not backed by effective measures?

Please use your influence in order to stop the plans for mining and oil palm plantations inside the Palawan Man and Biosphere Reserve, according to the UN Declaration on the Rights of Indigenous Peoples and the Strategic Enviornmental Plan for Palawan.

Yours faithfully,

5-Minuten-Info zum Thema: Gold

Ausgangslage – Schmutziges Gold

Goldvorkommen gibt es fast überall auf der Erde. Besonders massiv ist der Abbau auf der der Insel Niolam im Nordosten Papua-Neuguineas, wo täglich ca. 75 Kilo Gold gefördert werden. Im Ländervergleich wird in China das meiste Gold abgebaut: 2016 waren es 455 Tonnen des Edelmetalls, was etwa 13 Prozent der weltweiten Goldproduktion entspricht.

Im Jahr 2016 wurde das kostbare Metall zu 47,4 Prozent zu Schmuck verarbeitet; 7,5 Prozent des jährlich geförderten Goldes wurden in der Elektronikindustrie für Handys oder Laptops verwendet. Den Rest halten Zentralbanken oder Privatanleger als Reserve und zu Spekulationszwecken. Die US-amerikanische Zentralbank besitzt mit 8133,5 Tonnen mit Abstand den größten Goldbestand. Die Deutsche Bundesbank kommt mit 3377,9 Tonnen an zweiter Stelle.

Gold kann als körnerartige Goldseifen (Nuggets), die mechanisch vom Bodensubstrat getrennt werden, vorkommen. Weitaus häufiger findet sich das Edelmetall jedoch in feinsten Spuren in der Gitterstruktur der Gesteinsminerale. Um den Goldstaub herauszulösen und zu binden, müssen die Schürfer zu Zyanid und Quecksilber greifen.

Im großindustriellen Goldabbau wird das äußerst umweltschädliche Zyanid-Lauge-Verfahren angewandt. Um eine Tonne Gold zu fördern, müssen durchschnittlich 150 Tonnen Zyanid eingesetzt werden. Bereits wenige Milliliter davon sind tödlich für den Menschen.

Das Quecksilber-Verfahren kommt häufig bei Kleinschürfern zur Anwendung. Die goldhaltigen Erze werden zunächst stundenlang im Wasser gesiebt, bis der Goldstaub im Bodensatz konzentriert ist. Dieser goldhaltige Gesteinsschlamm wird dann mit Quecksilber gemischt, das mit dem Gold eine flüssige Legierung (Amalgam) eingeht. Diese Legierung wird erhitzt, das toxische Schwermetall verdampft und übrig bleibt reines Gold. Schutzanzüge gegen das Nervengift oder Rückgewinnungsvorrichtungen für das verdampfende Quecksilber sucht man beim Goldabbau durch Kleinschürfer oft vergeblich. Lukrative Geschäfte mit dem Edelmetall machen vor allem Kapitalgeber, Transportunternehmen und Chemikalienhändler. Menschen und Natur leiden unter dem Goldabbau.

Auswirkungen –Toxische Wüsten statt artenreicher Regenwälder

Durch Zyanid und Quecksilber werden Böden und das Grundwasser auf ewig verseucht. Selbst wenn Goldminen stillgelegt werden, gibt zyanidbehandeltes Gestein viele Jahrzehnte später giftige Schwefelsäuren ab.

Der industrielle Goldabbau benötigt zudem Unmengen an Wasser. Durchschnittlich sind es 140.000 Liter Wasser pro Stunde,was dem Jahreswasserverbrauch eines Drei-Personen-Haushalts in Deutschland entspricht. Das kontaminierte Wasser wird in Auffangbecken, die mit Dichtungsfolie ausgelegt werden, gesammelt und anschließend teilweise wiederaufbereitet. Starke Regenfälle, die die Dämme zum Überlaufen oder Bersten bringen, oder kleinste Löcher in der Folie stellen große Umweltgefahren dar. Immer wieder ereignen sich solche Dammbrüche. Im Jahr 2000 in Rumänien verseuchten schwermetallhaltige Schlämme die Theiss, den größten Zufluss der Donau. Jegliches Leben in den Gewässern wurde ausgerottet. Die Giftbelastung war bis in die mehrere hundert Kilometer entfernte Donau nachzuvollziehen.

Im Regenwald kommt die Abholzung der Urwaldriesen für den Goldabbau hinzu. Bagger wühlen die Erde um und hinterlassen Mondlandschaften. Um nur 0,24 Gramm Gold zu erhalten, entstehen 1000 Kilo Sondermüll und Abraum. Ein einzelner Goldring produziert demnach 20 Tonnen lebensgefährlichen Giftmüll.

Die Menschenrechtsorganisation Human Rights Watch warnt, dass Kinderarbeit in der Goldgewinnung weit verbreitet ist. Kinder können in enge Schächte klettern und waschen mit bloßen Händen die goldhaltigen Erze in Quecksilberlaugen.

Die Lösung – Vier Goldene Regeln zum Schutz von Mensch und Natur

Wurde auch mein Goldschmuck unter diesen menschenunwürdigen und umweltverpestenden Bedingungen hergestellt? Den verschlungenen Goldpfad nachzuverfolgen, ist aufgrund der Vielzahl der Akteure äußerst schwierig. Die Goldraffinerien, die mehrheitlich in der Schweiz sitzen und zusammen 70 Prozent der Weltproduktion ausmachen, geben an, den Rohstoff von zertifizierten Händlern zu beziehen. Auf den zweiten Blick zeigt sich allerdings, dass viele Verkäufer Scheingeschäfte mit falschen Adressen führen (Filmtipp: „Dreckiges Gold - Die glänzenden Geschäfte mit dem edlen Metall“).

Auch wir tragen für die Auswirkungen Verantwortung: Was kann jeder einzelne also tun?

1. Konsum überdenken: Braucht man jedes Jahr ein neues Smartphone? Nutzen Sie Elektronikgeräte wie Handys und Laptops möglichst lange. Wenn die Funktionen versagen, können Sie das Gerät aussortieren – aber dann bitte in einer Recyclingstelle abgeben. Wussten Sie, dass laut einer UNO-Berechnung in nur 49 Handys soviel Gold enthalten ist wie in einer Tonne Golderz?

2. Schmuck umarbeiten: Goldschmuck, der aus der Mode gekommen ist oder einfach nicht mehr gefällt, lässt sich problemlos umarbeiten. Der Regenwald wird es danken.

4. Gold taugt nicht als Investition: Ist Gold wirklich ein sicherer Anker in Finanzkrisen? Experten raten davon ab. Und außerdem: Eine ethische und verantwortungsvolle Finanzanlage ist Gold nicht.

5. Wissen in die Welt transportieren: Machen Sie auf die umweltschädlichen Giftstoffe beim Tagebau, den Raubbau an der Natur und die unmenschlichen Arbeitsbedingungen aufmerksam, indem Sie unseren kostenlosen Regenwald Report mit fundierten Artikeln zu Regenwaldthemen beim Friseur oder Arzt auslegen. Gerne senden wir Ihnen hierfür ausreichend Exemplare zu. Auch mit Ihrer Unterschrift zur Petition „Nationalpark erhalten – Goldmine stoppen“ setzten Sie ein Zeichen und unterstützen unsere Arbeit.