Auf Sumatra wird der Regenwald abgeholzt – für unser Papier

Filmausschnitte aus der Reportage vom 2.8.2011: Regenwald wird vernichtet, der Lebensraum der Tiger bedroht
25.198 Teilnehmer

Ende der Aktion: 20.05.2014

In der indonesischen Provinz Riau zerstört der Konzern Asian Pacific Resources International Limited (APRIL) riesige Flächen Regenwald für Akazienplantagen. Aus dem Holz der Akazie gewinnt das Unternehmen Druckerpapier der Marke PaperOne, auch für den deutschen Markt. Der Lebensraum der letzten Sumatra-Tiger und die Lebensgrundlagen der ansässigen Kleinbauern sind von den Plantagen bedroht. PaperOne wird auch von deutschen Händlern verkauft. Bitte fordern Sie die Händler auf, diese Marke aus dem Sortiment zu streichen.

Appell

Regenwaldzerstörer beliefern deutsche Papierhändler

APRIL ist einer der größten Regenwaldvernichter Südostasiens. Der Konzern mit Sitz in Singapur betreibt in Riau auf Sumatra über seine indonesische Tochterfirma PT Riau Andolan Pulp and Paper (PT RAPP) die größte Papiermühle der Welt. Jährlich werden dort über 2 Millionen Tonnen Papierfasern aus Holz hergestellt. Das von APRIL produzierte Papier der Marke „PaperOne“ wird in Deutschland über verschiedene Händler vertrieben, der größte davon ist die Papier Union. In einer aktuellen Reportage des australischen Senders ABC vom 2. August 2011 bezeichnet der renommierte Biologe Bill Laurance die Zerstörungen in Riau durch APRIL als „eine der schlimmsten Waldzerstörungen, die ich jemals gesehen habe.“

Papier tötet Tiger und Elefant

Die Regenwälder im Osten Sumatras sind Heimat des Sumatra-Tigers und asiatischer Elefanten. Die kleinste bekannte Tigerart lebt nur auf dieser indonesischen Insel und ist vom Aussterben bedroht. Die Rote Liste der gefährdeten Arten (IUCN) gibt als die größte Bedrohung für den Sumatra-Tiger an: „Verlust des Lebensraumes durch Palmöl- und Akazienplantagen.“ IUCN schätzt den verbliebenen Bestand der in Freiheit lebenden Sumatra-Tiger auf 300–500 Tiere. In den letzten 25 Jahren ist die Anzahl der Tiger und Elefanten auf Sumatra um 75 Prozent zurückgegangen.

APRIL vertreibt Kleinbauern und heizt Klima an

Seit 2002 haben sich die Akazienplantagen immer weiter ausgedehnt. Obwohl Umweltschützer und Biologen vor den verheerenden Folgen für Artenvielfalt und Klima warnen, rodet APRIL nicht nur Regenwald, sondern legt auch die artenreichen und für das globale Klima bedeutsamen Torfmoore trocken. Die in den Mooren lebenden indigenen Gruppen werden vertrieben. Auf den Riau vorgelagerten Inseln wehren sich Kleinbauern gegen die Expansion der Plantagen, die ihre Lebensgrundlagen bedrohen. APRIL versucht seine Interessen mit Gewalt durchzusetzen, dabei gab es auch schon Todesopfer.

Mehr Informationen zu APRIL, Kleinbauern und Klima

APRIL betreibt Greenwashing

Papier der Marke PaperOne
Papier der Marke PaperOne

In einer Stellungnahme von 2008 erklärte die Papier Union: "APRIL forstet jährlich ca. 35.000 bis 50.000 Hektar Plantagenwaldfläche neu auf. Damit leistet das Unternehmen einen wesentlichen Beitrag zur Wiederbewaldung Sumatras und zu einer positiveren CO2-Bilanz." „Ich denke, APRIL betreibt Greenwashing. Die aufgeforsteten Plantagen werden nach fünf Jahren gerodet und zu Papierfasern verarbeitet. Das bezeichne ich nicht als umweltfreundlich oder nachhaltig“, kritisiert Laurance. Selbst das industriefreundliche FSC-Siegel wurde APRIL 2010 aufgrund der Umweltzerstörungen auf Sumatra aberkannt.


Unterstützen Sie unseren Aufruf zum Verkaufsstopp von APRIL-Papier in Deutschland und schicken Sie den Händlern untenstehende Mail. Bitte informieren Sie uns auch, wenn Sie PaperOne bei anderen Händlern entdecken.

Update: Ihr Protest zeigt erste Erfolge. Die Händler Mercateo AG, J.C.C. Bruns Betriebs GmbH, Bürobedarf Thüringen und officept.org haben auf den Protest reagiert, die Angaben überprüft und daraufhin PaperOne aus dem Sortiment genommen.

Bitte beteiligen Sie sich weiterhin an der Protestaktion.

Hinter­gründe

Klimaschäden durch Papierproduktion

Die Monokulturen der Akazien breiten sich bis Kampar Peninsula aus, eine von Torfmooren geprägte Regenwaldlandschaft in Riau. APRIL durchschnitt den Torfwald mit den Bau einer Straße und rodete zudem weitere 20.000 Hektar. Danach ließ der Konzern die Moore entwässern, um auf den so gewonnenen Flächen seine Plantagen anlegen zu können. Die Zerstörung dieses artenreichen Ökosystems wirkt sich auch verheerend auf das globale Klima aus, denn Torfwälder sind leistungsstarke Kohlenstoffspeicher. Ein Hektar trockengelegter Torfwald von einem Meter Tiefe entlässt bis zu 70 Tonnen CO2. Indonesien ist aufgrund der Zerstörung seiner Regenwälder bereits der drittgrößte CO2-Emittent weltweit.

Plantagen zerstören Lebensgrundlagen der Einheimischen

APRIL will mit seinen Plantagen auf die vor Riau liegende Insel Pulau Padang ausweiten. Von den 14 Gemeinden der Insel wären 12 unmittelbar von den Plantagen betroffen. Die Menschen auf Pulau Padang verarbeiten in kleinbäuerlicher Struktur das Mark der Sagopalme. Die Akazienplantagen würden diese Einkommensquelle zerstören. Bei Protesten gegen die geplanten Plantagen im Mai 2011 gab es bereits Verletzte. Dass die Akazie den Menschen auf Pulau Padang nichts Gutes bringt, zeigen ihnen die Erfahrungen der Gemeinden auf dem Festland. Die lokale Umweltorganisation Scale Up dokumentierte bereits 2009 die Missachtung der Rechte der indigenen Bevölkerung in Kampar Peninsula. Seit Jahrhunderten nutzen die Akit und Melayu den Regenwald als Lebensgrundlage. Kleinbäuerliche Landwirtschaft, Fischerei und Jagd sind auf das Ökosystem des Waldes abgestimmt. Die Plantagen wurden zum Teil auf Gemeindeland angelegt, ohne die Bevölkerung zu informieren. Die Monokulturen zerstören ihre Lebensgrundlage, und die versprochenen wirtschaftlichen Vorteile stellten sich nicht ein. Die Gemeinden werden nicht an den Gewinnen beteiligt. Bei Protesten gegen die Plantagen im Juni 2009 wurden zwei Bauern vom privaten Sicherheitsdienst einer Zulieferfirma von APRIL getötet.

An­schreiben

An
Heckmann-Media
Büro-Point GmbH
www.lubano.de
KAUT-BULLINGER & CO GmbH & Co.KG
Papier Union

Sehr geehrte Damen und Herren,

besorgt habe ich festgestellt, dass Sie Druckerpapier der Marke PaperOne in Ihrem Sortiment führen.

Für die Akazienplantagen zur Herstellung von PaperOne Papier werden riesige Flächen Regenwald in der indonesischen Provinz Riau abgeholzt. Zudem legt die Herstellerfirma APRIL (Asia Pacific Resources International Limited) für die Plantagen große Flächen an Torfmooren trocken. Die Produktionsmethoden von APRIL sind eine ökologische, soziale und klimatische Katastrophe.

Die Regenwälder auf Sumatra sind sehr artenreich – und wenn der Wald stirbt, haben Tiere und Pflanzen keine Überlebenschance. Besonders der vom Aussterben bedrohte Sumatra-Tiger ist durch diese Entwicklung gefährdet: als größte Bedrohung für ihn gilt der „Verlust des Lebensraumes durch Palmöl- und Akazienplantagen". Bereits 2010 wurde APRIL aufgrund seiner Produktionsmethoden selbst aus dem industriefreundlichen Zertifizierungssystem des FSC verbannt.

Zudem sind die Regenwälder Lebensraum von Bauerngemeinden, die ihre Produkte traditionell und nachhaltig nutzen. Durch die Plantagen droht den Bauern die Vertreibung sowie die Vernichtung ihrer Lebensgrundlagen.

Vor allem die Torfmoore sind wichtige natürliche Kohlenstoffspeicher. Bei der Zerstörung der Moore werden riesige Mengen von gespeicherten Treibhausgasen in die Atmosphäre entlassen. Indonesien ist aufgrund der Zerstörung seiner Regenwälder bereits der weltweit drittgrößte CO2-Emittent. Die Akazienplantagen zur Herstellung von PaperOne Papier verstärken die negativen Auswirkungen auf das globale Klima.

Als Händler tragen Sie eine Mitverantwortung, dass die Produkte in Ihrem Sortiment nicht auf Kosten anderer Menschen und der Umwelt produziert werden.

Ich bitte Sie mit Nachdruck, Papierprodukte der Marke PaperOne aus Ihrem Sortiment zu nehmen und als Händler somit ein Zeichen für eine verantwortliche Wirtschaft zu setzen, die Menschenrechte und Umweltschutz als Basis ihres Handelns anerkennt.

Vielen Dank und mit besten Grüßen,