Frau Aigner, stoppen Sie Megaställe und schützen Sie den Regenwald!

Massentierhaltung auf Kosten des Regenwaldes
23.577 Teilnehmer

Ende der Aktion: 01.03.2012

In Deutschland sind Hunderte von neuen Tiermastanlagen geplant - für Millionen weitere Hühner, Puten, Schweine und Rinder. Das bedeutet nicht nur noch mehr Tierqualen, noch mehr Antibiotika, noch mehr Kot und Gülle, sondern auch noch mehr Regenwald-rodung für das Soja-Kraftfutter. Die Tiermast bei uns verschlingt schon jetzt 4,5 Mio. Tonnen Soja pro Jahr - und damit 2 Mio. Hektar Anbauflächen vor allem in Südamerika. Land, das einmal Regenwald war. Die neuen Tierfabriken könnten leicht verhindert werden. Nur ein einzelner Paragraf müsste im Baugesetz geändert werden. Bitte protestieren Sie mit uns.

Appell

In Deutschland sind Hunderte von neuen Tiermastanlagen geplant - für Millionen weitere Hühner, Puten, Schweine und Rinder. Das bedeutet nicht nur noch mehr Tierqualen, noch mehr Antibiotika, noch mehr Kot und Gülle, sondern auch noch mehr Regenwald-rodung für das Soja-Kraftfutter. Die Tiermast bei uns verschlingt schon jetzt 4,5 Mio. Tonnen Soja pro Jahr - und damit 2 Mio. Hektar Anbauflächen vor allem in Südamerika. Land, das einmal Regenwald war. Die neuen Tierfabriken könnten leicht verhindert werden. Nur ein einzelner Paragraf müsste im Baugesetz geändert werden.

Allein zur Hähnchenmast sollen 900 Betriebe für 36 Millionen Hühner errichtet werden. In den neuen Riesenställen soll billiges Fleisch erzeugt werden, das in Deutschland kaum noch jemand essen will. Die Tierfabriken sollen daher überwiegend für den Export nach Übersee produzieren. Die Tiere sollen in Rekordzeit gemästet werden – vor allem mit Sojafutter. Dafür fressen sich die Monokulturen immer tiefer in die Regenwälder hinein. In Südamerika werden dafür die Urwaldriesen gefällt.

In Deutschland löst die Mast von Tausenden Tieren auf engstem Raum einen Skandal nach dem anderen aus: mit Dioxin verseuchte Futtermittel, Antibiotika und resistente Keime im Fleisch – von den Qualen für die Tiere ganz zu schweigen. Die meisten Menschen haben es gründlich satt, dass die zuständige Verbraucherschutz- und Landwirtschaftsministerin Ilse Aigner die schädliche Massentierhaltung nicht endlich beendet.

Nur ein einziger Paragraf im Baugesetz müsste dazu geändert werden. Bisher begünstigt der Paragraf 35 Agrarunternehmer und ihre Großanlagen außerhalb von Siedlungen: Sie können fast überall ihre riesigen Tierfabriken auf die grüne Wiese klotzen, ohne Mitspracherecht von Gemeinden und Bürgern. Ein Gesetzesentwurf lag bereits vor - und wurde von Ministerin Aigner sofort einkassiert. Wieder einmal setzt die Agrarindustrie ihre Interessen durch. Damit bleibt der Weg frei für neue, noch grössere Massenställe.

Weitere Informationen

Bitte unterzeichnen Sie unser nachfolgendes Protestschreiben und helfen Sie, die Tierqualen, Fleischskandale und Regenwaldrodung zu verhindern.

Hinter­gründe

Seit Jahren protestieren Umwelt und Tierschützer sowie viele Gemeinden gegen diesen Paragrafen 35 – im vergangenen Dezember zeichnete sich endlich ein Durchbruch ab. Das zuständige Bundesverkehrs- und -bauministerium legte eine Gesetzesänderung vor. Danach müssten nicht nur die Immissionsbestimmungen eingehalten, sondern erstmal eine Umweltverträglichkeitsprüfung vorgelegt werden. Das heißt, Abluft, Gülle, Zahl der Tiere und viele andere Kriterien müssten einbezogen werden. Fiele diese Abwägung negativ aus, dann könnt sich ein potenzieller Investor nicht mehr darauf berufen, dass seine Investitionsmaßnahme durch geltendes Recht - Paragraf 35 - Bauen im Außenbereich - privilegiert ist. Doch einen Tag später wurde diese Vorlage auf Druck des Landwirtschaftsministeriums und der Agrarlobby eingezogen.

Soja-Futter zerstört die Tropenwälder

Auch für die Tropenwälder in Südamerika ist unsere Massenzucht eine Katastrophe. Das Tierfutter enthält große Mengen Soja aus Südamerika. In der Mischnahrung für Geflügel sind es beispielsweise rund 20 Prozent. Für den Sojaanbau werden in Argentinien, Brasilien und Paraguay die Tropenwälder abgeholzt und niedergebrannt.

Deutschland importierte im Wirtschaftsjahr 2006/07 gut sechs Millionen Tonnen Sojabohnen und Sojaschrot, zumeist Gensoja des US-amerikanischen Monsanto-Konzerns. Die dafür beanspruchte Anbaufläche ist mit 2,6 Mio. Hektar größer als Mecklenburg-Vorpommern.

Etwa 2,5 Mio. Tonnen Futter-Soja verbraucht die Schweinemast, Fleischrinder und Milchkühe bekommen 1,4 Mio. Tonnen sowie Hühner fast 0,5 Mio. Tonnen. Umgerechnet bedeutet das: Für 1 Kilogramm Hühnchenfleisch werden 470 Gramm Soja eingesetzt, für 1 Kilogramm Schweinefleisch 540 Gramm Soja, für 1 Kilogramm Putenfleisch 765 Gramm Soja, und für ein Kilogramm Rindfleisch gar 920 Gramm Soja. Und auch in der Milch stecken durchschnittlich 50 Gramm Soja pro Liter.

Studie Für Fleisch nicht die Bohne des BUND und Zusammenfassung

Studie Agropoly der Erklärung von Bern und dem Forum Umwelt&Entwicklung

An­schreiben

An
- Frau Angela Merkel, Bundeskanzlerin
- Frau Ilse Aigner, Bundesministerin für Verbraucherschutz und Landwirtschaft
- Herrn Peter Ramsauer, Bundesminister für Verkehr, Bau und Stadtentwicklung
- Abgeordnete der Bundestagsausschüsse für Baurecht, Verbraucherschutz und Landwirtschaft

Sehr geehrte Frau Bundeskanzlerin Merkel, sehr geehrte Frau Ministerin Aigner, sehr geehrter Herr Minister Ramsauer, sehr geehrte Damen und Herren Abgeordnete,

seit vielen Jahren kennen Sie die gravierenden Probleme immer größerer Tierfabriken in Deutschland: Belastung der Böden und Gewässer durch Gülle, Dioxine im Futter, Antibiotika und resistente Keime im Fleisch, Regenwaldrodung für Soja-Anbau – von den unvorstellbaren Qualen für Hühner, Puten, Gänse, Schweine und Rinder ganz zu schweigen.

Offensichtlich wollten Sie schon vor Jahren dafür sorgen, dass Massentierfabriken nicht weiter unbegrenzt in die Landschaft gebaut werden können. Denn in Ihrer Koalitionsvereinbarung haben Sie sich auf eine Novelle des Paragrafen 35 im Baugesetz geeinigt. Dann müssten die Betreiber der Tierfabriken eine Umweltverträglichkeitsprüfung vorlegen.

Diese Novelle wurde vom Bauministerium im Dezember 2011 endlich vorgelegt – von Ihrer Landwirtschaftsministerin jedoch sofort wieder kassiert. Im Gegensatz zu den Betreibern der Mastanlagen haben die Verbraucher im Haus von Ilse Aigner offensichtlich keine Stimme.

Ich fordere Sie auf, die geplante Novelle sofort zu beschließen und zu verwirklichen. Die riesigen Tierfabriken sind eine Schande für unsere Gesellschaft. Sie müssen verboten werden und nicht erweitert, so wie Ihre Regierung das plant.

Mit freundlichen Grüßen