Brasilien: Schützen Sie den Regenwald, Frau Rousseff!

Waldabholzung für Soja Änderung des Waldgesetzes bedroht Regenwald
21.549 Teilnehmer

Ende der Aktion: 19.08.2015

Die Zukunft von bis zu 76,5 Millionen Hektar Wald in Brasilien ist bedroht - eine Fläche so groß wie Deutschland, Italien und Österreich zusammen. Bitte fordern Sie den Schutz des brasilianischen Regenwaldes.

News und Updates Appell

An: Präsidentin der Föderativen Republik Brasilien Frau Dilma Rousseff

„Schützen Sie den Regenwald, Frau Rousseff!“

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Der Amazonas-Regenwald steht auf dem Spiel. Aber die Proteste in Brasilien und weltweit gegen das neue Waldgesetz (Código Florestal) zeigen Wirkung. Die Abstimmung im brasilianischen Abgeordnetenhaus über die Gesetzesänderung wurde mehrfach verschoben. Im Kern geht es hierbei um einen Konflikt zwischen den Interessen der Brasilianer und den Geschäftsinteressen der Agrarindustrie.

Die überwältigende Mehrheit der brasilianischen Bevölkerung ist gegen die Gesetzesänderung. Präsidentin Rousseff kann mit ihrem Veto das Abholzergesetz verhindern. Die von der Agrarindustrie angestrebte Gesetzesänderung würde nicht nur dem Regenwald und seinen Bewohnern schweren Schaden zufügen, sondern auch dem Ansehen des südamerikanischen Landes.

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Bitte schreiben Sie der Präsidentin, dass sie die brasilianischen Wälder vor der Abholzung schützen und die Änderung des Waldgesetzes mit ihrem Veto verhindern soll.

Hinter­gründe

„Das Ziel des Gesetzes ist, Brasilien wirtschaftliche Vorteile zu verschaffen, nicht die Verringerung der CO2-Emissionen.“ gibt die Senatorin Izabella Teixeira zu. Agrarprodukte, allen voran Soja und Rindfleisch, machen 37 Prozent der brasilianischen Exporte aus. Allein Deutschland importiert pro Jahr sechs Millionen Tonnen Soja.

Das Gesetz diktierte die Agrarindustrie. Diese braucht neue Landflächen für noch mehr Soja, Zuckerrohr und Rinder zur Fleischproduktion. „Das aktuelle Waldgesetz beschränkt die Abholzung in Amazonien. Das sehen einige als Entwicklungshindernis, vor allem vom Agrobusiness“, bestätigt Thomas Fatheuer, der sieben Jahre lang die Heinrich-Böll-Stiftung in Brasilien leitete.

Die Novelle beabsichtigt, die Umweltauflagen für Grundbesitzer drastisch zu lockern. Folglich dürfte noch mehr Regenwald abgeholzt werden, da der Anteil geschützter Flächen stark sinkt. Es wäre dann auch erlaubt, in sehr sensiblen Waldregionen wie an Hängen und Flussufern, Rinderzucht oder Plantagenwirtschaft zu betreiben. Zudem ist eine Amnestie für illegale Rodungen in der Vergangenheit vorgesehen.

Der Biologe Manfred Niekisch warnt vor den klimatischen Folgen der Abholzungen: „Wenn die Fläche statt eines Waldes nur noch eine Weide oder ein Soja-Feld ist, wird der Wasserkreislauf erheblich gestört. Durch die geringere Verdunstung wird dort die Trockenheit zunehmen.“ Die Auswirkungen sind jedoch nicht nur regionaler Natur. Wetterphänomen El Niño und der Amazonas-Regenwald stehen  im klimatischen Wechselspiel miteinander. Fällt der Wald, wandern Wasser- und Hitzemassen ab und „das beeinflusst die Großwetterlage und damit das Weltklima“, so Niekisch.

An­schreiben

An: Präsidentin der Föderativen Republik Brasilien Frau Dilma Rousseff

An die Präsidentin der Föderativen Republik Brasilien
Frau Dilma Rousseff

Sehr geehrte Frau Präsidentin,

Sie traten mit dem Wahlversprechen an, die Entwaldung im Amazonas-Regenwald bis zum Jahr 2020 um 80 Prozent zu senken. Es beunruhigt mich sehr, dass nach Jahren rückläufiger Regenwaldzerstörung im Amazonas nun ein Gesetz verabschiedet werden soll, welches wieder mehr Regenwaldflächen zur Abholzung frei gibt.

Der Regenwald des Amazonasbeckens ist immens wichtig für die weltweite Biodiversität und die kulturelle Vielfalt als Lebensraum zahlreicher indigener Gruppen. Zudem spielt der Erhalt des Regenwaldes eine essentielle Rolle in den globalen Bemühungen, den Klimawandel zu bekämpfen.

Das neue Waldgesetz würde große Teile des Amazonasregenwaldes und der übrigen Ökosysteme des Landes der Rodung preisgeben. Millionen Hektar Wald wären insgesamt betroffen. Des Weiteren sieht es eine Amnestie für bereits erfolgte illegale Abholzungen vor.

Die große Mehrheit der brasilianischen Bevölkerung - 85 Prozent nach einer repräsentativen Umfrage - lehnt es ab, dass weiter Regenwald abgeholzt wird.

Die Regenwälder Brasiliens sind immens wichtig für die gesamte Menschheit, die globale Artenvielfalt und das Weltklima. Bitte opfern Sie nicht die einmaligen Naturschätze Ihres Landes den Profitinteressen der Agrarindustrie. Präsidentin Rousseff, retten Sie mit Ihrem Veto die Regenwälder Brasiliens.

Hochachtungsvoll

News und Updates

Erfolg | 18.10.2012

Brasilien: 2. Veto der Präsidentin gegen Waldgesetz

Demonstranten halten Transparente gegen Waldgesetz vor brasilianischer Botschaft

Die internationalen Proteste gegen das Waldgesetz zeigen Wirkung. Zum zweiten Mal innerhalb eines halben Jahres legte die brasilianische Präsidentin Dilma Rousseff ihr Veto gegen die Änderung des Waldgesetzes ein. Auf Druck der Agrarlobby soll das Gesetz aufgeweicht werden, um mehr Flächen für die industrielle Landwirtschaft erschließen zu können. Millionen Hektar Regenwald stehen auf dem Spiel.

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Presse-Echo | 21.06.2012

Der Amazonaswald schrumpft weiter

Klaus Schenck vom Hamburger Verein Rettet den Regenwald beschreibt zwei Stufen der Waldvernichtung: "Zuerst kommen die Holzkonzerne. Sie bauen Straßen und Pisten in unerschlossene Gebiete und entnehmen nur einzelne Stämme. Sie lassen zwar einen Teil des Waldes stehen, schaffen aber die Infrastruktur, mit deren Hilfe sich Großgrundbesitzer, Plantagenbetreiber und Kleinbauern den Wald erschließen und ihn - meist durch Brände - komplett roden, um Acker- oder Weideflächen zu gewinnen."

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News | 07.12.2011

21.000 Unterschriften gegen die Änderung des brasilianischen Waldgesetzes

Rettet den Regenwald hat insgesamt 21.319 Unterschriften gegen das geplante Abholzergesetz in Brasilien persönlich in der brasilianischen Botschaft in Berlin übergeben. Das Gespräch drehte sich um die Hoffnung auf die Präsidentin Rousseff, die sich mit ihrem Veto der Agarlobby entgegenstellen könnte

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