Heu statt Regenwald für Bayerns Kühe

Massentierhaltung vernichtet Regenwald. Foto: leoffreitas
27.953 Teilnehmer

Ende der Aktion: 20.05.2014

Alpenkräuter, frisches Gras und Sonnenschein - glückliche Kühe auf der Alm werden leider rar. Stattdessen werden sie in dunklen Ställen im Akkord gemästet. Mit Sojabohnen, für die der Tropenwald abgeholzt wird. Bayerns Landwirtschaftsminister Brunner hat nun auch noch ein Abkommen mit der Soja-Industrie unterzeichnet. Bitte erinnern Sie den Minister an seine ökologische Verantwortung.

Appell

Schnell und billig soll sie sein: die massenhafte Produktion von Fleisch und Milch. Mittel zum Zweck ist für die Agrarindustrie die eiweißhaltige Sojabohne. 800.000 Tonnen importiert allein der Freistaat Bayern Jahr für Jahr – hauptsächlich aus Südamerika.

Doch für den Tropenwald und dessen Artenvielfalt ist dieser Sojahunger tödlich. Um Platz für immer neue Monokulturen zu schaffen, wird in Südamerika großflächig abgeholzt.  Auch Menschen verlieren so ihre Heimat und ihre Lebensgrundlagen.

Bayern kurbelt Vernichtung von Regenwald an

Bayerns Landwirtschaftsminister Helmut Brunner scheint von all dem nichts gehört zu haben. In Sao Paulo unterzeichnete er Anfang März ein Abkommen mit der südamerikanischen Sojaindustrie. Zwar soll nun hauptsächlich gentechnikfreies Soja bezogen werden. Doch Land und Leuten hilft das nicht. Denn auch bei konventioneller Ware wird gespritzt, gerodet und verwüstet.

Mehr Informationen

Bitte protestieren Sie und unterstützen Sie mit Ihrem Namen unser nachfolgendes Schreiben an Minister Brunner.

Hinter­gründe

Ob genmanipuliertes oder konventionelles Soja: Für beide Sorten werden in Brasilien die Regenwälder und andere natürliche Ökosysteme wie die Cerrado Savanne abgeholzt. Die Artenvielfalt wird vernichtet, die Böden ruiniert, der Wasserhaushalt beeinträchtigt. Durch die Rodungen und den Humusabbau werden zudem gewaltige Mengen an Kohlenstoff freigesetzt. Das schädigt das Klima erheblich. Sollte sich die brasilianische Agrarindustrie mit ihren Forderungen zur Aufweichung des Waldschutzes durchsetzen, stünden zudem weitere Millionen Hektar Regenwald auf dem Spiel.

Abkommen mit den größten Regenwald-Vernichtern

Das Soja-Abkommen hat Landwirtschaftsminister Brunner mit der brasilianischen Sojavereinigung ABRANGE unterzeichnet. Gründer und wichtigstes Mitglied von ABRANGE ist die Andre Maggi-Gruppe. Der Konzern ist der weltweit größte Sojaproduzent und wegen seiner illegalen Landnahmen und Regenwaldrodungen berüchtigt. Firmeninhaber Blairo Maggi war bereits zweimal Gouverneur des brasilianischen Bundesstaates Mato Grosso, dem Hauptanbaugebiet von Soja in Brasilien. Während seiner Amtszeit wurden allein in Mato Grosso 13.000 Quadratkilometer Amazonaswald pro Jahr abgeholzt. Der Name des Bundesstaates, der zu deutsch „mächtiger Wald“ bedeutet, klingt zunehmend zynisch im Anbetracht der sich ausdehnenden Ödnis.

Hier die Pressemeldung des bayerischen Landwirtschaftsministeriums und die Kopie der Gemeinsamen Kooperationsvereinbarung.

An­schreiben

An das
Landwirtschaftsministerium des Freistaates Bayern
Herr Helmut Brunner, Landwirtschaftminister
helmut.brunner@stmelf.bayern.de, presse@stmelf.bayern.de, poststelle@stmelf.bayern.de

Sehr geehrter Herr Minister Brunner,

mit Bestürzung haben wir von der engen Kooperation erfahren, die Sie Anfang März mit der brasilianischen Sojaindustrie in Sao Paulo vereinbart haben.

Wir halten es für den völlig falschen Weg, dass das bayerische Landwirtschaftsministerium unter Ihrer Führung den Import von Soja aus Brasilien und dessen massenhafte Verfütterung in der industrialisierten Landwirtschaft Bayerns vorantreibt.

Sowohl für konventionellen als auch für Gensoja werden Regenwälder und andere tropische Ökosysteme abgeholzt. Schon jetzt belegen die bayerischen Sojaimporte (800.000 Tonnen pro Jahr) etwa 350.000 Hektar Anbaufläche, soviel wie die Fläche der Bundesländer Saarland, Hamburg und Bremen zusammen. Land, das größtenteils einmal Regenwald war.

Nicht nur die Artenvielfalt wird vernichtet, auch Kleinbauern und Indigene verlieren ihre angestammtes Heimat und ihre Lebensgrundlagen an die Sojaindustrie. Auf den riesigen maschinell bewirtschafteten Soja-Plantagen finden nur sehr wenig Menschen Arbeit. Die eingesetzten Pestizide beeinträchtigen dauerhaft und schwerwiegend die Gesundheit der Bevölkerung.

Wichtigster Gründer und Mitglied der Sojavereinigung ABRANGE ist die berüchtigte Andre Maggi-Gruppe, der größte Sojaproduzent weltweit. Der Konzern ist bei Umwelt- und Menschenrechtsorganisationen wegen der großflächigen Rodungen und illegalen Landnahmen bekannt.

Wir fordern deshalb von der bayerischen Landesregierung:

- Stoppen Sie die Importe von Soja- und anderen Futtermitteln aus Übersee
- Beenden Sie die Förderung der Massentierhaltung in Bayern
- Fördern Sie stattdessen die artgerechte Tierfütterung und Tierhaltung in Bayern.

Mit freundlichen Grüßen