Amazonas-Indianer: Kein Öl aus unserem Wald!

Die Indianer in einem Dorf im Amazonasregenwald richten sich mit einem Banner an die Öffentlichkeit: Dies ist unser Land. Die Indianer in Ecuador stellen sich der Ölindustrie in den Weg
69.752 Teilnehmer

Ende der Aktion: 20.05.2014

„Wir wollen keine Ölsuche und -förderung auf unserem Land und verteidigen die letzten Regenwälder. Sie dienen dem Wohl Ecuadors und der ganzen Welt." Mit diesem Appell bitten 7 indigene Völker um internationale Unter­stützung gegen die Pläne der Regierung Ecuadors im Amazonasregenwald. Bitte unterstützen Sie die Petition

Appell

An: Regierung von Ecuador, Präsident Rafael Correa

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Ganzes Anschreiben lesen

Am 28. November beginnt Ecuador damit, im Regenwald und auf dem Land der Indianer insgesamt 21 Ölkonzessionen an die Ölindustrie zu vergeben – insgesamt auf drei Millionen Hektar. Nach dem Willen von Ecuadors Präsident Rafael Correa soll der Ölkonzern Petroamazonas den Anfang machen und mitten im unberührten tropischen Regenwald Erdöl fördern.

Dabei belegen wissenschaftliche Studien, dass dort mehr Tier- und Pflanzenarten leben als an irgendeinem anderen Ort der Erde. Schon jetzt hat die Ölförderung in dem südamerikanischen Land dazu geführt, dass große Regenwaldgebiete abgeholzt und verseucht wurden, einschließlich der dort lebenden Menschen.

Für sieben indigene Völker ist der Regenwald die Heimat und Lebensgrundlage. Sie sind rechtmäßige Eigentümer mit offiziell anerkannten Landtiteln. Mit irreführenden Werbekampagnen, perfiden Tricks und Korruption versuchen Regierung und Ölkonzerne, den Widerstand der dort lebenden 80.000 Indianer zu brechen und deren angebliche Zustimmung für die Pläne vorzuspielen.

Die ecuadorianische Regierung missachtet damit die Verfassung des Landes und ignoriert auch internationale Verträge wie das Übereinkommen Nummer 169 über eingeborene und in Stämmen lebende Völker in unabhängigen Ländern der Internationalen Arbeitsorganisation. 

Weitere Informationen 

Im Juni hatte der Interamerikanische Gerichtshof für Menschenrechte entschieden, dass der Staat mit der Vergabe von Ölkonzessionen auf dem Land der Indianer von Sarayaku deren Grundrechte verletzt.

Bitte unterzeichnen Sie nebenstehende Petition gegen die Ölsuche und -förderung im Regenwald:

Hinter­gründe

Die ecuadorianische Verfassung wurde unter der Regierung von Präsident Rafael Correa ausgearbeitet und 2008 in Kraft gesetzt. Sie nimmt unter anderem das indigene Konzept des "guten Lebens (Sumak Kawsay) auf. Sie legt legt fest, dass die Bevölkerung in einer „gesunden und ökologisch ausgeglichenen Umwelt" leben sollte und erklärt den Schutz und Erhalt der Umwelt als "öffentliches Interesse" (Art 14).

Außerdem erkennt die Verfassung die eigenständigen Rechte der Natur (Pachamama) im Kapitel 7 an. Sie legt darin u.a. fest, dass die Natur "das Recht hat, dass die Existenz, der Erhalt und die Regenerierung ihrer Lebenszyklen, Struktur, Funktionen und Evolutionsprozesse respektiert werden". Weiterhin kann "jede Person, Gemeinschaft, Volk oder Nationalität die zuständige öffentliche Autorität dazu auffordern, die Rechte der Natur umzusetzen“ (Art 71).

 
 
Weitere Informationen auf Spanisch:

Erklärungen der Indianerführer zur geplanten Vergabe neuer Ölkonzessionen auf deren Land auf der Webseite der Stiftung Pachamama

Interview mit dem Präsidenten der CONAIE (Dachverband der ecuadorianischen Indigenenorganisationen), Humberto Cholango

An­schreiben

An: Regierung von Ecuador, Präsident Rafael Correa

Petition des Vereins Rettet den Regenwald an die Regierung Ecuadors:

Keine neuen Öllizenzen:
Schützen Sie den Amazonasregenwald und die Indianergebiete vor der Ölindustrie

An den Präsidenten Ecuadors, Herrn Rafael Correa

mit großer Bestürzung verfolgen wir die Pläne Ihrer Regierung, 21 neue Öllizenzen im ecuadorianischen Amazonas-Regenwald an die Erdölindustrie zu vergeben.

Die Entscheidung betrifft eine Regenwaldfläche von 3 Millionen Hektar, darunter viele intakte Primärwaldgebiete. Die betroffenen Ökosysteme beherbergen die weltweit höchste Vielfalt an Tier- und Pflanzenarten, wie wissenschaftliche Studien belegen (siehe Global Conservation Significance of Ecuador's Yasuní National Park http://www.plosone.org/article/info:doi/10.1371/journal.pone.0008767).

Die geplanten Ölkonzessionen liegen zudem auf dem angestammten Territorium von sieben indigenen Völkern: Achuar, Andoas, Kichwa, Shiwiar, Shuar, Waorani und Sapara. Die Menschen sind mit überwältigender Mehrheit gegen die geplante Erdölsuche und -förderung auf ihrem Land, weil sie ihre Heimat und Lebensgrundlagen bedroht. Die Indigenen beklagen, dass die in der ecuadorianischen Verfassung im Artikel 57 festgelegten "Befragungen zur Zustimmung" (consulta previa) nicht durchgeführt bzw. mit verschiedenen Tricks nur vorgespielt wurden.

Die Ölsuche im Regenwald und auf dem Land der Indigenen verletzt weitere Artikel der Verfassung, die unter Ihrer Regierung ausgearbeitet wurde. Dazu gehören u.a. das Konzept des "guten Lebens (Sumak Kawsay)". Artikel 14 garantiert das Recht der Bevölkerung, in einer „gesunden und ökologisch ausgeglichenen Umwelt" zu leben und erklärt den Schutz und Erhalt der Umwelt als „öffentliches Interesse". Außerdem erkennt die Verfassung die eigenständigen Rechte der Natur (Pachamama) an (Kap. 7) und legt fest, dass „jede Person, Gemeinschaft, Volk oder Nationalität die zuständige öffentliche Autorität dazu auffordern kann, die Rechte der Natur umzusetzen“ (Art 71).

Weiterhin ignoriert die Regierung auch internationale Verträge wie das Übereinkommen Nummer 169 über eingeborene und in Stämmen lebende Völker in unabhängigen Ländern der Internationalen Arbeitsorganisation.

Wir fordern deshalb die Regierung dazu auf:

1. Streichen Sie sämtliche Pläne zur Ausweitung der Ölförderung im Amazonasregenwald und auf den Territorien der indigenen Völker.
2. Respektieren Sie die Entscheidung der indigenen Völker gegen die Ölsuche und -förderung und halten Sie deren Rechte strikt ein (siehe auch Entscheidung des Interamerikanischen Gerichtshofes für Menschenrechte im Fall Sarayaku vom Juni 2012).
3. Manipulieren Sie die öffentliche Meinung nicht mit irreführenden Werbekampagnen (wie „Erdöl schenkt Amazonien Leben“ oder „Jetzt bedeutet Erdöl Leben“). Täuschen Sie nicht die vermeintliche Zustimmung der Indigenen über angeblich positive Befragungen vor (consulta previa) und stören Sie nicht die Einheit und den sozialen Frieden der Ureinwohner.
4. Schützen und erhalten Sie stattdessen die Regenwaldgebiete, die den nächsten Generationen von Ecuadorianern gehören, und unterstützen Sie die Indigenen in ihrer Entwicklung im Einklang mit der Natur – so wie es auch die unter Ihrer Regierung ausgearbeitete ecuadorianische Verfassung vorschreibt.

Freundliche Grüße