Umweltgruppen: In Ecuador droht ein Blutbad

25.01.2004

Hamburg/Berlin/Quito – Zehn Umwelt- und Menschenrechtsorganisationen haben in einem gemeinsamen Brief Außenminister Fischer gebeten, den ecuadorianischen Präsidenten aufzufordern, ein drohendes Blutvergießen im Amazonasgebiet des Landes zu verhindern. Mit Hilfe der ecuadorianischen Armee will der argentinischen Konzern CGC in der Gemeinde Sarayacu gegen den erbitterten Widerstand der dort lebenden Kichwa-Indianer Ende Januar die Ölsuche fortsetzen. In dem von Rettet den Regenwald (Hamburg) initiierten gemeinsamen Brief an Minister Fischer warnen die zehn Unterzeichner-Organisationen, darunter Greenpeace, Robin Wood und das Eine Welt Netz NRW, vor einem drohenden Blutvergießen. „Die Menschen in Sarayacu sind fest entschlossen, ihr Territorium zu verteidigen“, heißt es in dem Schreiben. Die indianische Bevölkerung befürchte einen „blutigen Ölkrieg auf ihrem Land.“ „Die Ölsuche auf dem traditonellen Stammesgebiet der Kichwa ist direkte Folge der neuen OCP-Pipeline in Ecuador, die maßgeblich von der WestLB finanziert wurde“, so Reinhard Behrend, Vorsitzender von Rettet den Regenwald. Internationale Ölkonzerne arbeiteten derzeit fieberhaft daran, die „WestLB-Pipeline“ künftig mit Öl zu füllen. „Bei der Suche nach neuen Ölfeldern dringen die Konzerne immer tiefer in die Amazonas-Wälder von Ecuador ein. Damit sind der Lebensraum Zehntausender Indianer und eine Million Hektar Regenwald in Gefahr“, so Behrend weiter. Wegen der drohenden Konfrontation mit Armee und Polizei hat die Sarayacu-Gemeinde inzwischen den Ausnahmezustand ausgerufen und ihre etwa 1100 Bewohner mobilisiert, damit diese die traditionellen Lebensräume vor einer Zerstörung bewahren. In dem am vergangenen Wochenende verschickten Brief bitten die Umweltorganisationen Minister Fischer, das ganze Gewicht seines politischen Amtes und „alle denkbaren diplomatischen Kanäle einzusetzen, damit ein Blutbad in der Region Sarayacu verhindert wird.“ Rückfragen bitte an: Werner Paczian, Pressesprecher Rettet den Regenwald, Tel. 0251-66 53 07 oder 0171- 83 99 059: e-mail: Paczian.presse@t-online.de Folgende Organisationen haben den Brief an Minister Fischer unterzeichnet: Rettet den Regenwald e.V., Werner Paczian Greenpeace Deutschland, Brigitte Behrens KoBra - Kooperation Brasilien e.V., Keno Tönjes Arbeitsgemeinschaft Regenwald und Artenschutz, Wolfgang Kuhlmann Vamos e.V., Jens Elmer Eine Welt Netz NRW, Udo Schlüter Urgewald, Heffa Schücking Puntos Verdes, Mindo Ecuador, Heike Brieschke Oro Verde, Martin Jovanov Robin Wood e.V., Peter Gebhardt