Ölstraße durch ein Paradies

09.05.2004

Als Folge der „WestLB-Pipeline“ will Petrobras in Ecuadors artenreichstes Gebiet eindringen Der brasilianische Ölkonzern Petrobras plant den Bau einer Straße durch den Yasuni-Nationalpark im ecuadorianischen Amazonas, der zu den artenreichsten Wildlife-Gebieten der Erde gehört. Nach Angaben der Hamburger Umweltorganisation Rettet den Regenwald (RdR) ist die Straße direkte Folge der so genannten „WestLB-Pipeline“, für die bisher keine ausreichenden Ölmengen gefördert werden, um sie auszulasten. Petrobras hält mit 15 Prozent die drittgrößten Anteile an dem Ölkonsortium OCP, das die Pipeline betreibt. „Während die WestLB am kommenden Dienstag auf ihrer Bilanzpressekonferenz über nüchterne Zahlen reden wird, richten ihre Kredite in Ecuadors Regenwälder katastrophale ökologische und soziale Schäden an“, so der RdR-Vorsitzende Reinhard Behrend. „Wir fordern von der Bank, dass sie auf ihre Kreditnehmer einwirkt, kein Öl in Indianergebieten zu fördern ohne die Zustimmung der Betroffenen.“ Die 45 Kilometer lange Straße wird nach Informationen von Rettet den Regenwald noch überwiegend unberührte Regenwälder erschließen und Indianerstämme am Rio Napo bedrohen, die dort weitgehend isoliert leben. Die meisten von ihnen lehnten jegliche Ölsuche auf ihren traditionellen Stammesgebieten kategorisch ab, weil sie befürchteten, dass durch die Straße Siedler und Wilderer in ein Gebiet mit der größten biologischen Vielfalt Ecuadors gelockt werden. Die außergewöhnliche Biodiversität in Yasuni wurde 1989 international anerkannt, als die UNESCO das Gebiet zum Biosphären-Reservat erklärte. Die Petrobras-Pläne sind nicht die einzige Bedrohung für den Yasuni-Park. In unmittelbarer Nähe westlich vom Petrobras-Ölfeld bereitet der kanadische Konzern EnCana seismische Tests vor, mit denen unterirdische Ölvorräte aufgespürt werden. Der WestLB-Geschäftspartner ist mit 31,4 Prozent größter OCP-Anteilseigner. “Die Petrobras-Straße könnte der Anfang einer neuen Welle von Straßenbauten durch den Yasuni sein könnte”, befürchtet Reinhard Behrend. “Jetzt tritt ein, wovor wir seit Jahren gewarnt haben. Als Folge der WestLB-Pipeline werden einzigartige Ökosysteme erschlossen.” In der Vergangenheit hätte die Ölförderung in den Regenwäldern Ecuadors stets dazu geführt, dass die Lebensräume von Indianern verseucht und Krankheiten eingeschleppt wurden. Rückfragen bitte an Werner Paczian: Tel. 0251-66 53 07 oder 0171-83 99 059, Fax 0251-66 53 08, e-mail: paczian.presse@t-online.de