Berlin soll Kahlschlag-Diesel verbieten

09.05.2006

Rettet den Regenwald fordert von der Bundesregierung, den Einsatz tropischer Lebensmittelpflanzen zur Treibstoffproduktion zu untersagen Berlin (9.5. 2006) Die Umweltorganisation Rettet den Regenwald (RdR) fordert von der Bundesregierung, den Einsatz von tropischen Lebensmittelpflanzen wie Palmöl oder Soja ausschließlich zur Energiegewinnung zu verbieten. Der Anbau von tropischen Pflanzen für die Produktion von so genannten Biotreibstoffen vernichte riesige Flächen wertvollen Regenwaldes. Statt lediglich Erdöl teilweise durch Biokraftstoffe zu ersetzen, brauchen wir eine grundlegende Änderung unserer Energie- und Verkehrspolitik, fordert der RdR-Vorsitzende Reinhard Behrend. Dazu gehören konsequente Energiesparmaßnahmen und der gezielte Ausbau von Erneuerbaren Energien wie Sonnen- und Windkraft. Die vermeintlich neutrale Klimabilanz der Energiegewinnung beispielsweise aus Palmöl sei eine Milchmädchenrechnung, die nicht berücksichtige, wo die nachwachsenden Rohstoffe angebaut würden. Die Sumpf- und Torfwälder auf Sumatra und Borneo sind bedeutende CO2-Senken. Genau diese Wälder werden per Brandrodung vernichtet und die Flächen für Palmöl-Plantagen genutzt?, so Berhend weiter. Damit verschwinden nicht nur wichtige Ökosysteme, auch der Vorteil durch die Nutzung biogener Treibstoffe relativiert sich mit der Vernichtung der CO2-Senken. Grundsätzlich müssten für den Einsatz von Kraftstoffen aus Pflanzen strenge ökologische Kriterien gelten. Hintergrund der Forderung ist eine für den 10. Mai 2006 geplante Großdemonstration von Bauern und Biokraftstoffhersteller vor dem Brandenburger Tor in Berlin. Die Veranstaltung richtet sich gegen die Pläne der Bundesregierung, die Steuerfreiheit für so genannte Biokraftstoffe aufzuheben. In Emden wird zur Zeit die erste Palmöl-Raffinerie Deutschlands geplant, die ab 2007 jährlich rund 430.000 Tonnen Palmöl aus Indonesien zu "Bio"diesel verarbeiten soll. Dabei handelt sich nicht um Erneuerbare Energien, sondern um Kahlschlag-Diesel, kommentiert Reinhard Behrend. Wer so etwas genehmigt oder staatlich subventioniert, macht sich zum Regenwaldvernichter. Biosprit aus dem Regenwald reiße tiefe Wunden in das sensible Ökosystem, zudem würden Kleinbauern und Waldbewohner von den Palmölkonzernen systematisch vertrieben. Kinder und Tagelöhner arbeiten für einen Hungerlohn auf den Plantagen, nur deshalb ist das Palmöl so billig zu haben.