„Deutsche Bank verheizt den Regenwald“

17.05.2007

HAMBURG – Nach Informationen der Umweltorganisation Rettet den Regenwald (RdR) planen die Deutsche Bank und die Ruhrkohle AG den Einstieg in die lukrative Energieproduktion aus Palmöl. Die beiden weltweit agierenden Unternehmen wollen sich an zwölf Blockheizkraftwerken im Saarhafen Saarlouis-Dillingen beteiligen, die mit Palmöl betrieben werden sollen. „Damit ist der Großangriff auf die verbliebenen Regenwälder eröffnet“, prophezeit der RdR-Vorsitzende Reinhard Behrend. Nach Auffassung von RdR vernichtet der Boom bei der so genannten Bioenergie Regenwälder, verdrängt Kleinbauern und ist keine Lösung, um den Klimawandel zu stoppen. „Dieser wird sogar noch verschärft, wenn etwa auf Borneo Regenwälder abgebrannt werden, um auf den Flächen Palmöl-Plantagen anzulegen“, so Reinhard Behrend. Alle wichtigen Umweltorganisationen in Indonesien stehen auf dem Standpunkt, dass der Bioenergie-Boom dem Land schadet. Zu Walhi, dem größten indonesischen Umweltverband, gehören zahlreiche Gruppen, die den von Kahlschlag und Plantagen bedrohten Menschen beistehen. Walhi lehnt Biokraftstoffe aus Palmöl strikt ab und fordert von den Industriestaaten: „Löst eure Energieprobleme nicht auf unsere Kosten.“ Auch zahlreiche wissenschaftliche Untersuchungen warnen inzwischen vor den ökologischen und sozialen Folgen durch die sprunghaft gestiegene Nachfrage nach Energiepflanzen. Erst kürzlich hatte ein UN-Bericht festgestellt, dass der Bioenergie-Boom die Vernichtung von Primärwäldern für Palmöl-Plantagen vor allem in Südostasien ankurbelt. Nach einer Studie des Leipziger Instituts für Energetik und Umwelt werden deutsche Blockheizkraftwerke allein in 2007 mindestens 1,3 Milliarden Kilowattstunden Strom aus Palmöl erzeugen. Dafür erhalten die Kraftwerksbetreiber rund 200 Millionen Euro Zuwendungen über das „Erneuerbare Energien Gesetz“ (EEG), die auf die Stromrechnung aller Haushalte umgelegt werden. „Demnächst verheizt die Deutsche Bank bei uns die Regenwälder und diese Kahlschlag-Energie wird auch noch als Ökostrom finanziell gefördert“, kritisiert Behrend. Wenn deutsche Palmöl-Kraftwerke trotzdem weiter Zuschüsse erhielten, dann drohe allen Tieflandregenwäldern Borneos die Umwandlung in Palmölplantagen. „Der Lebensraum von Orang Utans, Waldelefanten und Millionen teils endemischer Tier- und Pflanzenarten, wäre unwiederbringlich für immer zerstört.“ RdR lehnt deswegen eine Energieproduktion aus tropischen Pflanzen wie beispielsweise Palmöl grundsätzlich ab und kündigte eine Protestmail-Kampagne gegen die Deutsche Bank an.