PM: „Merkel löst Umweltkatastrophe aus“

13.07.2007

Statt auf konsequentes Energiesparen, setzt die Bundeskanzlerin in Europa das Verbrennen von Palmöl zur Energieerzeugung durch. Jetzt brennt der Wald in Indonesien. Hamburg - Bundeskanzlerin Merkel ist nach Auffassung der Umweltorganisation Rettet den Regenwald (RdR) direkt mitverantwortlich für die aktuellen Waldbrände in der Provinz Riau auf Sumatra. Vom indonesischen Forstministerium ausgewertete Satellitenbilder zeigen 124 neue Brände seit vergangener Woche allein in der Provinz Riau. Palmöl-Konzerne fackeln die dortigen Regenwälder ab, die auf dicken Torfschichten stehen, um neue Palmöl-Plantagen anzulegen. Dadurch werden riesige Mengen CO2 frei gesetzt. „Frau Merkel hat mit ihrer Klimapolitik, die verstärkt auf nachwachsende Rohstoffe zur Energiegewinnung setzt, diese Umweltkatastrophe mit ausgelöst", so der RdR-Vorsitzende Reinhard Behrend. „Als EU-Ratspräsidentin und beim G-8-Gipfel hat sie sich für den Ausbau der so genannten Bioenergie stark gemacht.“ Dadurch würden Palmöl-Konzerne geradezu ermuntert, immer neue Flächen Regenwald in Plantagen umzuwandeln. Nach einer Studie des Leipziger Instituts für Energetik und Umwelt erzeugen deutsche Blockheizkraftwerke allein in 2007 mindestens 1,3 Milliarden Kilowattstunden Strom aus Palmöl. Dafür erhalten die Kraftwerksbetreiber rund 200 Millionen Euro Zuschüsse über das „Erneuerbare Energien Gesetz“ (EEG), die auf die Stromrechnung aller Haushalte umgelegt werden. „Der Bioenergie-Boom zerstört Regenwälder, heizt das Klima an, vertreibt Kleinbauern und wird immer stärker eine Konkurrenz zur Lebensmittelproduktion“, so Behrend weiter. „Jede Tonne Palmöl, die in Deutschland zur Energieproduktion eingesetzt wird, führt vor allem in Südostasien zu immer neuer Waldvernichtung.“ Indonesien ist der weltweit zweitgrößte Produzent von Palmöl mit derzeit rund fünf Millionen Hektar Anbaufläche. Die Regierung plant bis 2010, weitere zwei bis drei Millionen Hektar Palmöl-Plantagen zu genehmigen. Professor Florian Siegert von der Uni München hat anhand von Satellitenaufnahmen die massive Regenwaldzerstörung in Indonesien für Palmöl nachgewiesen. Fast überall dort, wo die Bilder seit 1990 Waldbrände dokumentiert haben, stehen heute Palmöl-Plantagen. “Wir konnten nachweisen, dass durch das Anlegen dieser Plantagen und das Abbrennen der Regenwälder und Torfgebiete ein viel tausendfaches an CO2 freigesetzt wird als das, was wir hier dann in der Folge durch Palmölverbrauch einsparen können. Und damit ist die Klimabilanz von Palmöl desaströs“, so der Wissenschaftler. Rettet den Regenwald fordert von der Bundeskanzlerin, Palmöl sofort aus der Förderung durch das EEG zu nehmen. „Wenn Frau Merkel weiter auf so genannte Bioenergie unter anderem aus Palmöl setzt“, dann werde sie als „Kahlschlagkanzlerin“ in die Geschichte eingehen, warnt Reinhard Behrend.