Schlimmster Ölunfall Ecuadors vernichtet Naturschutzgebiet und die Trinkwasserversorgung der Hauptstadt Quito

09.04.2003

In Ecuador ist am Dienstag, den 8. April die SOTE-Ölpipeline gebrochen. 8.000 und 10.000 Barrel Rohöl sind durch das Leck über Flüsse bis in den Papallacta-See geflossen. Der See ist zu 40 Prozent mit Rohöl bedeckt. Auch die Thermalquellen von Papallacta wurden mit Rohöl verseucht. Weiterhin ist das Rohöl in das Trinkwasserwerk bei Papallacta geflossen. Die Anlage, die etwa 40 Prozent der Einwohner von Quito mit Trinkwasser versorgt, musste geschlossen werden. Die Bevölkerung von Quito wird nun mit Trinkwasser aus einem Stausee an einem anderen Ort notversorgt. Nach Angaben des ecuadorianischen Fernsehsenders Telerama soll es sich um die bisher schlimmste Umweltkatastrophe des Landes handeln. Der Fernsehsender Telerama und die Tageszeitung El Hoy berichten, dass der Bruch der SOTE-Pipeline durch Bauarbeiten an der neuen OCP-Schwerölpipeline verursacht wurde. OCP soll die Vorwürfe dementiert haben. Die OCP-Pipeline wird mit Krediten der Westdeutschen Landesbank gebaut um den Rohölexport des Landes zu verdoppeln. Rettet den Regenwald und zahlreiche Umweltorganisationen in Ecuador, USA und Europa protestieren vehement gegen den Bau der neuen Pipeline. Der Ökologie-Experte Robert Goodland beklagt in einem Gutachten, dass die Pipeline massiv gegen Weltbankstandards verstößt. http://www.regenwald.org/pdf/ocp-assess.pdf Der Unfallort im Paramo oberhalb von Papallacta am Zusammenfluss der Ríos Sucus und Tuminguina liegt im 403.103 ha großen "Ökologischen Schutzgebiet Cayambe Coca", durch das beide Ölpipelines (SOTE und OCP) verlaufen. Das Schutzgebiet erstreckt sich an der Ostflanke der Anden in Höhen von 600 m bis 5.790 m und ist mit 8 Lebenszonen das artenreichste Schutzgebiet Ecuadors. Der Papallactasee und der Papallactafluss beherbergen eine einmalige und noch weitgehend unerforschte Flora und Fauna, darunter sehr seltene Entenarten (Torrent Ducks), die durch die katastrophale Ölverseuchung vermutlich ausgelöscht werden. Fotos von OCP Baustelle und Protesten gegen die Pipeline auf Anfrage