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Tropenholz: „Für Importeure Peanuts"

Regenwaldaktivisten aus ganz Deutschland beteiligten sich an der Aktion bei der Hanseboot

Festhalten davorn, sonst fliegt uns das Ding um die Ohren!" - Das „Ding" ist eine aufblasbare Kettensäge, gut 15 Meter lang und 5 Meter hoch. Sie steht am 25. Oktober vor dem Eingang des Hamburger Messegeländes und appelliert an die Besucher der „Hanseboot": Stop the Chainsaw Massacre, Save the Rainforests! Von Itzehoe über Heidelberg bis München - aus ganz Deutschland kamen Aktivisten verschiedener Organisationen zusammen. Sie demonstrierten - Sturm und Regen zum Trotz - zur Eröffnung der internationalen Bootsmesse gegen die Verwendung von Raubbauholz im Bootsbau. Mit „Mahagoni ist Mord" und „Kein Teak fürs Deck" hiessen sie die Besucher willkommen. In der Erklärung „Hanseboot macht Wälder tot" fordern über 34 Organisationen aus Deutschland, England der Schweiz und Kamerun Importeure, Bootsbauer und Konsumenten auf, die Plünderung der Regenwälder zu stoppen und nur solches Tropenholz zu verwenden, das unabhängig zertifiziert ist. Mit den Argumenten der Umweltgruppen konfrontiert, hatte der Deutsche Boots- und Schiffbauerverband (DBSV) flugs in einer Pressemitteilung erklärt, der Holzhandel habe mit der Regenwaldzerstörung gar nichts zu tun. Eine glatte Lüge, der industrielle Holzeinschlag ist tatsächlich die grösste Einzelursache für die weltweite Waldzerstörung. Das Holz, das die Bootsbauer verwenden, sei„ für die Importeure Peanuts", behauptete der DBSV bei einem Treffen mit den Aktivisten und zeigte keinerlei Bereitschaft, auf Burma-Teak, Mahagoni und andere Urwaldhölzer zu verzichten. „Im Gegenteil, hier auf der Messe werden Yachten aus solchen Hölzern schamlos angepriesen", kritisiert Susanne Breitkopf, „Die Bootsbauer sind anscheinend fest entschlossen, sich auch weiterhin am Raubbau im Regenwald zu beteiligen." Dabei gibt es durchaus Alternativen, wie der Bootsbauer Gorch von Blomberg von der Hamburger Werft Ecoboot seit Jahren beweist: Statt Teakholz bietet er Stabdecks aus europäischer Robinie an. Auf der abschliessenden Kundgebung wies Prince Anane-Asare von der Students Organisation for all Africa darauf hin, dass in seinem Land Ghana die Wälder schon fast alle zerstört seien. Er appellierte an die deutschen Konsumenten, sich nicht mehr an der Ausplünderung tropischer Länder zu beteiligen. „Stellen Sie sich vor, ein Fremder zerstört ihren Garten und hinterlässt eine Wüste", erklärte er „So fühlen wir uns, wenn ausländische Firmen unsere Wälder abholzen." Die Aktion wurde von Rettet den Regenwald in Zusammenarbeit mit der Initiative zur Afrikaarbeit in Nord- und Ostdeutschland (IFA) organisiert. Vielen Dank auch an Friends of the Earth England für die Bereitstellung der Kettensäge.