zurück zur Übersicht

Aktienkurs oben, Tropenwald platt

Deutsche Bank kooperiert mit Regenwaldvernichtern in Indonesien

Nach Recherchen von Global 2000 (Wien) macht die Deutsche Bank Geschäfte mit einem Tropenwald-vernichter. Trotz des fortgeschrittenen Raubbaus am Regenwald, will das an der Börse in Singapur notierte Unternehmen United Fiber System (UFS) seine Zellstoffproduktion auf Borneo ausbauen. Zu diesem Zweck plant UFS, das Zellstoffwerk Kiani Kertas in Südkalimantan zu übernehmen sowie dort ein weiteres Zellstoffwerk und eine Hackschnitzelfabrik zu bauen. Die Deutsche Bank koordiniert die Transaktion und hat als „financial advisor“ eine Schlüsselrolle bei dem Geschäft übernommen. Holz- und Zellstoffkonzerne in Indonesien haben in den vergangenen 20 Jahren maßgeblich daran mitgewirkt, zwei Drittel der Waldfläche zu zerstören. Eine artenreiche Tier- und Pflanzenwelt ging verloren. Gewässer wurden verschmutzt, Böden erodierten. Kalimantan, einst das waldreichste Gebiet Indonesiens, ist inzwischen soweit gerodet, dass die dortige Holzindustrie gezwungen ist, Holz zu importieren. Auch das Zellstoffwerk Kiani Kertas, das seit 1997 in Betrieb ist, musste wiederholt die Arbeit unterbrechen, weil nicht genügend Holz geliefert werden konnte. Die Deutsche Bank hat sich nach eigenen Angaben der Nachhaltigkeit verschrieben und zählt zu den Unterzeichnern der UNEP-Erklärung (United Nations Environment Programme) zu Umwelt und nachhaltiger Entwicklung. Darin verpflichtet sich die Deutsche Bank, regionale, nationale und internationale Umweltauflagen zu erfüllen. Zahlreiche Studien belegen, dass in Indonesien bei der Vergabe von Konzessionen zur Umwandlung von Regenwald in Plantagen die Korruption regiert und Gesetze zum Schutz des Waldes missachtet werden. Robin Wood protestierte bereits vor der Konzernzentrale in Frankfurt unter dem Motto „Aktienkurs oben, Tropenwald platt“. Umweltorganisationen fordern von der Deutschen Bank, ihre Zusammenarbeit mit UFS als „financial advisor“ abzubrechen und keine Geschäfte mehr zu unterstützen, bei denen es als Folge von Korruption und Gesetzesbruch zu Raubbau an den letzten Regenwäldern kommt. Gegenüber Rettet den Regenwald wollte ein Sprecher der Deutschen Bank bis Redaktionsschluss keine Angaben machen, ob das Geldinstitut einen Rückzug aus dem Geschäft erwäge. Rettet den Regenwald hat unter www.regenwald.org eine Protestmail-Kampagne gegen die Deutsche Bank gestartet, um den Druck zu erhöhen. Oder Sie schreiben direkt an: Deutsche Bank AG Taunusanlage 12 D-60325 Frankfurt am Main deutsche.bank@db.com