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Regenwald Report 02/2021

Covid-19 in Peru: Indigene nutzen Medizinpflanzen

Indigene trocknen Pflanzenblätter Indigene trocknen im Regenwald gesammelte Medizinpflanzen (© Comando Matico)

Im Amazonasgebiet wütet die Covid-Pandemie besonders heftig. Weil das Gesundheitssystem kollabiert ist, haben sich junge Indigene auf das traditionelle Wissen ihrer Vorfahren zurückbesonnen. Mit Heilpflanzen behandeln sie die Symptome der Covid-19-Erkrankung.

In Peru mit seinen 32,5 Millionen Einwohnern wurden bereits 67.000 Covid-Tote gezählt. Und auch in Südamerika sterben vor allem arme, alte oder bereits kranke Menschen. In den abgelegenen Regenwaldgebieten können die Bewohner kaum auf staatliche Unterstützung hoffen. Das öffentliche Gesundheitssystem ist zusammengebrochen, es fehlen Betten, Personal, Geräte und medizinischer Sauerstoff.

Eine Gruppe junger Indigener der Shipibo-Konibo in Ucayali, Frauen und Männer, wollte dem nicht tatenlos zusehen. Künstler, Heiler und lokale Führer organisierten sich und gründeten im vergangenen Jahr das Comando Matico. „Früher gab es ein staatliches Covid-19-Kommando, das die Leichen abholte. Wir wollen das Gegenteil machen, wir wollen Leben retten“, erklärt Alexander Shimpukat, einer der Gründer. „Wir haben das Comando Matico auf der Basis unserer Pflanzenmedizin geschaffen. In den Blättern und Wurzeln suchen wir nach spirituellen Antworten und einer Verbesserung der durch das Virus hervorgerufenen Symptome.“

Sie bringen Hilfe und Begleitung
Die Gruppe besucht die Kranken in den indigenen Dörfern entlang des Ucayali-Flusses. Sie bringen Lebensmittel, Medizin, Heilpflanzen und den an Covid-19-Erkrankten Hilfe und Begleitung. Über 1.500 Personen haben sie bereits behandelt. Das Wissen der Indigenen über Heilpflanzen und deren Anwendung wird mündlich von Generation zu Generation weitergegeben, von den Eltern an die Kinder. Viele der Pflanzenheiler sind sehr alt. Ihre Erfahrungen drohen auszusterben, beschleunigt durch die Pandemie. „Das Comando Matico ist aus dem Geist unserer Vorfahren und Prinzipien wie der Gegenseitigkeit, Solidarität und Komplementarität geboren. Wir bewahren unser angestammtes uraltes Wissen“, erklärt Jorge Soria. Beispielsweise spielen die Blätter des Matico-Baumes (Piper aduncum) eine wichtige Rolle in der indigenen Heilpflanzenkunde. Die Vielfalt der Medizinalpflanzen im Amazonasgebiet ist enorm. Viele müssen noch in ihrer Spezifität und Verwendung erforscht werden.

Helfen Sie mit

Unsere Partnerorganisation Kene unterstützt die Arbeit des Comando Matico. Dank Spendengeldern konnte eine Dokumentation der Erkenntnisse des Comando Matico erstellt werden.

Spenden für Kene über das Formular auf der Heft-Rückseite oder online:
www.regenwald.org/rr039