Indonesien: Papier-Konzern Moorim zerstört Regenwald in Papua

Papua vom Gebze-Clan aus Merauke - Konflikt mit Papierkonzern Moorim Die Indigenen in Papua verteidigen ihren Wald gegen den Papierkonzern Moorim (© Pusaka)

17.03.2022

Dichte Wälder, in denen Kasuare und Baumkängurus leben - Papua ist ein Paradies für Biodiversität und indigene Kulturen. Seit einigen Jahren aber wird brutal für Palmöl, Holzschnipsel und Papier abgeholzt. Einer der Täter ist einer neuen Studie zufolge der südkoreanische Papier-Konzern Moorim.

Ein Jahr investigative Arbeit in Papua steckt im Bericht "Trashing the last rainforest" ("Die Zerstörung des letzten Regenwaldes")

Das Ergebnis der Studie: Moorim Paper, ein südkoreanisches Papierunternehmen, plündert die letzten Regenwälder, behauptet aber, umweltfreundlich zu agieren. Entwaldungsfreie Lieferketten konnten die Autoren jedoch nicht feststellen.

Unsere Partnerorganisation Pusaka, zusammen mit dem Environmental Paper Network (EPN), Mighty Earth, Solutions for Our Climate (SFOC), Korean Federation for Environmental Movement (KFEM) und Advocates for Public Interest Law (APIL) sind der angeblich umweltfreundlichen Papierproduktion akribisch nachgegangen.

Moorim Papers Tochterunternehmen Plasma Nutfah Marind Papua (PNMP) hat in den letzten sechs Jahren bereits 6.000 Hektar Regenwald dem Erdboden gleichgemacht. Es könnte noch schlimmer kommen, denn PNMP hat eine Holz-Konzession über 64.000 Hektar Regenwald.

Moorim holzt dem Bericht zufolge Wälder ab, die traditionellen Gemeinschaften gehören und deren Leben und Kultur prägen. Das Unternehmen macht auch vor Fischteichen, Jagdgründen, Sago-Gärten und sogar vor den heiligen Stätten keinen Halt. Moorim missachtet die Rechte der indigenen Gemeinschaften und ihr Recht auf freie, vorherige und informierte Zustimmung (Free, Prior and Informed Consent FPIC).

Papua, eine indonesische Provinz auf der Insel Neuguinea, zeichnet sich durch eine einzigartige Flora und Fauna aus. Zwischen Asien und Australien gelegen, beherbergt Papua ungezählte Arten, die zum großen Teil wissenschaftlich noch nie beschrieben wurden. Gerade die Wälder im Holzeinschlagsgebiet von PNMP sind biologisch kaum erforscht.

Lange waren Papuas Wälder intakt. Sie sind schwer zugänglich und von Handelswegen weit entfernt. Doch seit einigen Jahren entstehen an vielen Orten riesige Plantagen, die für den Weltmarkt produzieren. Ganze Ökosysteme sind dem globalen Handel zum Opfer gefallen. Indigene werden ihres Landes beraubt, bedroht und vertrieben.

„Papier wird weltweit als umweltfreundliches Produkt vertrieben, doch es stammt aus Entwaldung und dem Missbrauch indigener Rechte“, sagt Sergio Baffoni vom Environmental Paper Network (EPN). „Wir dürfen die letzten Paradiese unseres Planeten nicht für Waren opfern, die kurz nach dem einmaligen Gebrauch im Müll landen.“

„Moorim respektiert die Rechte indigener Völker nicht und verursacht dadurch sozioökonomische, kulturelle und ökologische Verluste“, so Franky Samperante, Direktor von Pusaka. „Die Indigenen können schon jetzt ihren Bedarf an Nahrung und Wasser, Einkommen und Harmonie nicht decken. Das kann nicht mit ungerechten Entschädigungen kompensiert werden. Die Regierung muss Sanktionen für Verstöße durch das Unternehmen vorsehen.“

Die Zeit läuft uns davon, das Klima und die letzten Wälder unserer Erde sowie die Menschen, die von den Wäldern abhängen, zu retten. Wir müssen unsere Anstrengungen verdoppeln und die Verbindung zwischen der Produktion von Waren und der Zerstörung von Lebensräumen und wertvollen Regionen aufbrechen, heißt es in dem Bericht.

Moorim darf sich nicht hinter dem Label „umweltfreundlich“ verstecken. Wenn Moorim seine Methoden nicht ändert, müssen Käufer, Finanziers und Geschäftspartner die Beziehungen abbrechen, fordern die Autoren.

Der Bericht auf Englisch: Trashing the last rainforest

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