Panama: Die Menschen am Santa-Maria-Fluss setzen Schutzgebiet durch

Eine Gruppe von ca. 20 Personen mit dem Präsidenten Panamas in der Bildmitte präsentiert das unterzeichnete Gesetz am Eingang des Regierungspalastes Die Allianz zur Verteidigung des Santa-Maria-Flussgebietes zusammen mit dem Präsidenten von Panama, Laurentino Cortizo Cohen, am Eingang des Präsidentenpalastes (© Yoel Pérez) Blick auf eine Kurve des Santa Maria-Flusses mit Bäumen an beiden Ufern Der Santa Maria-Fluss fliesst durch eine Vielzahl von verschiedenen Ökosystemen (© Olmedo Carrasquilla/ Colectivo Voces Ecológicas de Panamá) Ein Jaguar blickt vom einem umgestürzten Baum im Regenwald Richtung Kamera Jaguare (Panthera onca) sind Einzelgänger und benötigen je nach Nahrungsangebot Reviere von Dutzenden bis zu mehreren hundert Quadratkilometern Fläche (© istock.com) Nahaufnahme der Art Atelopus varius Die winzige Art Atelopus varius (engl. Variable Harlequin Frog) aus der Gattung der Stummelfussfrösche kommt in dem Gebiet vor und steht auf der Roten Liste als "kritisch bedroht", der letzten Stufe vor dem Aussterben! (© Brian Gratwicke/ Flickr)

02.12.2022

Mehr als 10 Jahre lang haben Bäuerinnen und Bauern, Umweltschützer und Wissenschaftler für ein Gesetz gekämpft, das den Santa Maria-Fluss in Panama unter Schutz stellt. Nun feiern sie einen Riesenerfolg.

Am 16. November 2022 hat der Präsident des Landes, Laurentino Cortizo Cohen, das Gesetz 339 unterzeichnet. Es erklärt das 3.400 km² große Gebiet des Flusses Santa Maria – fast fünf Prozent der Fläche Panamas - zum Nationalen Naturerbe und hydrologischen Schutzgebiet.

Der im Nationalpark Santa Fé entspringende Fluss ist damit von seinen Quellen bis zur Mündung in den Pazifik geschützt. Eine geplante Goldmine (REMANCE) der Firma Greenfield Mining und der ebenfalls geplante Bau von Wasserkraftwerken im Fluss sind damit endgültig untersagt.

Die Allianz zur Verteidigung des Flussgebiets des Santa María, in der alle, die an diesem großen Erfolg mitgewirkt haben, zusammengeschlossen sind, ist begeistert: Das ist ein olympischer Erfolg, ein Riesen-Torschuss, erklärt Olmedo Carrasquilla von unserer Partnerorganisation „Colectivo Voces Ecológicas de Panamá“.

Über zehn Jahre haben die Menschen in Panama dafür unermüdlich mit eine Vielzahl von Versammlungen, Demonstrationen, Öffentlichkeitsarbeit und Eingaben bei den Behörden, im Parlament sowie der Regierung gekämpft.

Die Schutzinitiative hat enorme Vorteile, erklärt Olmedo. Sie kommt von den Gemeinschaften, die im Flussgebiet leben und von ihm abhängig sind. Sie ist daher ein Modell des lokalen Lebens im Einklang mit der Natur, das in anderen Gemeinden und Teilen Panamas als Vorbild dienen kann.

Außerdem stärkt sie die Menschenrechte wie das Recht auf Leben und das Recht auf eine gesunde und intakte Umwelt. Und sie stellt eine Alternative zu den Wirtschaftsmodellen dar, die auf die Ausbeutung der Natur für den Export der Rohstoffe, also konsumorientierten Perspektiven, anstatt auf die Eindämmung des Klimawandels abzielen.

Jahrelang hat es heftigen Widerstand dagegen gegeben, die Natur zu schützen. Doch nun, zur feierlichen Unterzeichnung des Schutzgebietes und für die Fotos am Eingang des Präsidentenpalastes, wollten alle am Erfolg teilhaben.

Wichtig zur Anpassung an den Klimawandel

„Die Initiativen trägt auch dazu bei, die Auswirkungen des Klimawandels zu verringern, die Ernährungssicherheit zu erhalten und gleichzeitig die Wasserquellen und die Kultur unserer Völker zu schützen", erklärt Olmedo.

Wie wichtig der Schutz der Wälder ist, wird durch die aktuellen schweren Überschwemmungen in mehreren benachbarten Provinzen in Panama deutlich. Nachdem infolge starker Regenfälle die Flüsse über die Ufer getreten sind, haben Familien ihre Häuser und Ernten verloren  und mussten zwangsumgesiedelt werden.

In dem kurzen Video dazu auf Spanisch von Voces Ecológicas de Panamá kommt auch Rettet den Regenwald-Mitarbeiterin Guadalupe Rodríguez zu Wort.

Hintergründe zum Gesetz 339

Das im digitalen Amtsblatt Nr. 29667 veröffentlichte Gesetz 339 zielt darauf ab, den Zustand der wichtigsten Wassereinzugsgebiete des Flusssystems zu erhalten, wiederherzustellen und zu fördern. In Artikel 9 heißt es:

Innerhalb der Grenzen des Schutzgebiets des Einzugsgebietes des Flusses Santa María werden die folgenden Verbote von Aktivitäten festgelegt, die mit den in diesem Gesetz festgelegten Zielen unvereinbar sind: 1. Bergbau und Bau von Wasserkraftwerken sind verboten, ebenso wie jede andere Initiative, die eine Bedrohung oder ein Hindernis für die Integrität der Ökosysteme des Einzugsgebiets des Flusses Santa María darstellt.

Weitere Infos auf Spanisch:

Hacia una justicia climática con derechos humanos en Panamá

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