Aufruf an die EU: Schluss mit Agrosprit

Ob Palm-, Raps- oder Sojaöl – Biokraftstoffe haben fatale Umweltwirkungen und sind vielfach schädlicher für das Klima als Erdöl. Das belegen immer weitere von der EU in Auftrag gegebene Studien. Doch noch immer ignoriert die EU-Kommission die Arbeit ihrer eigenen Experten. Bitte protestieren Sie!

Illustriertes Auto frisst Regenwald auf Für Europas Agrosprit werden Regenwälder vernichtet

10 Prozent erneuerbare Energien im Verkehrsbereich – um die Vorgaben der EU zu erfüllen, müssen Millionen Hektar Ackerland mit Energiepflanzen bebaut werden.

Doch: „Wenn für die Nahrungsmittelproduktion genutzte Landflächen umgewandelt werden, um darauf Biosprit-Pflanzen anzubauen, dehnt sich die Landwirtschaft an anderen Orten weiter aus. Dies führt häufig zu neuer Entwaldung und Zerstörung natürlicher Ökosysteme, besonders in den tropischen Gebieten der Entwicklungsländer“, das schreiben mehr als 200 Wissenschaftler aus aller Welt an die EU.

Doch die EU-Kommission klammert diese indirekte Landnutzungsänderung aus und verschiebt immer wieder ihre Entscheidung. Eigens in Auftrag gegebene Studien werden von der EU-Kommission immer wieder zurückgehalten oder sogar umgeschrieben, weil sie nicht die gewünschten Ergebnisse – sprich CO2-Einsparungen durch Agrosprit – liefern. Experten fordern, sofort die Förderung von Biosprit  einzustellen. Bitte unterstützen Sie dieses Anliegen.

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„Es handelt sich dabei nicht um eine zukünftige Entwicklung, sondern dies findet bereits jetzt statt“, erklären die Forscher in ihrem Schreiben die EU: „Wenn die Änderung der Landnutzung von der EU nicht berücksichtig wird, kann das Ziel für erneuerbare Energie im Verkehrssektor nicht zu echten CO2-Einsparungen in der Praxis führen. Es wäre am Ende bloß eine Übung auf dem Papier, die weit verbreitete Abholzung und höhere Nahrungsmittelpreise fördert.“

Die UNO, darunter das Welternährungsprogramm (WFP) und die Ernährungs- und Landwirtschaftsorganisation (FAO) der Vereinten Nationen, die Weltbank, die Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung in Europa (OECD) sowie sechs weitere internationale Institutionen fordern ein Ende der Beimischungspflichten und Subventionen für Agrosprit. Selbst die EU-Klimakommissarin Connie Hedegaard warnt vor dem Ausbau von Biokraftstoffen und mahnt zu großer Vorsicht.

Unser exzessiver Energieverbrauch muss reduziert werden. Die rollenden Spritfresser müssen endlich von den Straßen verbannt und die öffentlichen Transportsysteme ausgebaut werden. Bitte helfen Sie, den schädlichen Biodiesel aus Palmöl, Soja und Raps endlich zu verhindern und unterschreiben Sie diese Aktion.

An die
EU Kommission, Herrn Günter Oettinger, EU Energiekommissar, guenther.oettinger@ec.europa.eu
EU-Parlament
Bundesregierung

Sehr geehrter Herr Oettinger, sehr geehrte Damen und Herren Politiker,

ich bin sehr bestürzt über die „Biospritpolitik” der EU.

Die von der EU-Kommission beauftragten Expertenstudien und die internen Berechnungen der EU belegen, dass Agrosprit aus Palmöl, Soja und Raps mehr klimaschädliche Emissionen verursachen als fossiler Dieselkraftstoff.

Anstatt die Studien umgehend zu veröffentlichen und die völlig fehlgeleitete Agrospritpolitik der EU zu beenden, hält die EU die Dokumente zurück oder lässt sie sogar wie im Falle des Fraunhofer Instituts umschreiben. So sieht keine transparente und seriöse Politik aus.

Um das von der EU angestrebte Ziel von zehn Prozent „erneuerbaren Energien” im Kraftstoff zu erreichen, müssen Millionen Hektar industrielle Monokulturen angelegt werden. Die Plantagen dehnen sich dabei immer weiter auf Kosten natürlicher Ökosysteme und der Nahrungsmittelproduktion aus. In den Tropen werden die Regenwälder für den Anbau von Palm- und Sojaöl abgeholzt.

Da Agrosprit aus Lebensmitteln wie Pflanzenölen, Getreide und zuckerhaltigen Pflanzen produziert wird, steigen weltweit die Nahrungsmittelpreise und nimmt der Hunger zu. Schon jetzt wird beispielsweise in den USA die Hälfte der Maisernte verbraucht, um daraus Ethanol für Autos zu erzeugen.

Auch Zertifikate für Agrosprit können keine umweltfreundliche und sozialverträgliche Produktion gewährleisten. Die sieben dafür von der EU zugelassenen Label sind kaum mehr als Etikettenschwindel und Täuschung.

Die EU-Bürger sind gegen Agrosprit. In Deutschland zeigt sich dies beispielsweise deutlich am Boykott gegen den vor einem Jahr eingeführten E10-Sprit.

Ich fordere die EU dazu auf:

- Streichen Sie die Beimischungsquoten und Subventionen für Agrosprit
- Stoppen Sie die Importe von Pflanzenölen für Biodiesel sowie Ethanol aus Übersee
- Fördern Sie energiesparende Transportsysteme und Verkehrskonzepte

Mit freundlichen Grüßen

Informieren Sie Freunde und Bekannte:

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