WHO fordert Stopp von Wildtierhandel

Wildtiermarkt Der Handel mit lebenden, wild gefangenen Tieren birgt das Risiko neuer Krankheiten (© Sony Herdiana/shutterstock.com)

14.04.2021

Bereits kurz nach Beginn der Covid-19-Pandemie war der Huanan Seafood-Markt in der chinesischen Stadt Wuhan in Verdacht, der Ausgangspunkt gewesen zu sein. Rettet den Regenwald hat mit anderen Umweltschützern daher schon im Februar 2020 die Schließung solcher Wildtiermärkte gefordert. Jetzt hat die UN diese Forderung mit einer neuen Richtlinie untermauert.

Die Weltgesundheitsorganisation WHO fordert darin Regierungen in aller Welt auf, den Handel mit lebenden, in der Wildnis gefangenen Säugetieren auf traditionellen Märkten zu unterbinden. Dies sei eine Notfallmaßnahme, um das Ausbreiten neuer Infektionskrankheiten zu verhindern, und so lange nötig, bis die Risiken analysiert und die Hygiene verbessert wurde.

70 Prozent der Zoonosen genannten Infektionserkrankungen wie SARS, Ebola und Covid-19 stammen ursprünglich von Wildtieren. „Wildlebende Säugetiere stellen ein besonders großes Risiko für die Entwicklung neuer Krankheiten dar", heißt es bei der WHO. Auf Wildtiermärkten können Viren, die im Speichel, Blut, Kot oder Urin der Tiere vorhanden sind, Menschen besonders effektiv infizieren.

Von Vögeln vorhandene Krankheitserreger können ebenfalls Menschen anstecken, wie es beim Ausbruch der Vogelgrippe 1997 passiert ist.

Bei Covid-19 ist es am wahrscheinlichsten, dass das Virus von Fledermäusen stammt und über ein weiteres Wirtstier auf Menschen übergesprungen ist. Im Zentrum stehen dabei Schuppentiere.

Den WHO-Experten ist klar, dass Millionen Menschen auf traditionelle Märkte angewiesen sind, um Lebensmittel zu kaufen. Zudem sichern sie vielen ein Einkommen. Gleichzeitig seien sie eine Infektionsgefahr für Beschäftigte und Kunden. In vielen Ländern gilt Wildtierfleisch zudem als Statussymbol und Delikatesse und wird in gehobenen Restaurants serviert. Dort ist insbesondere das Küchenpersonal bedroht.

Wildtiermärkte sind dabei nur ein Teil des Problems. Die rasante Regenwaldvernichtung trägt ebenfalls erheblich zum Risiko neuer Pandemien bei. Weil Menschen die Natur plündern, Wälder abholzen und sich so in verhängnisvolle Nähe zu Wildtieren begeben, können sich tödliche Krankheitserreger immer einfacher und schneller ausbreiten. In intakten Ökosystemen dagegen verhindert die Vielzahl von Tierarten die Ausbreitung von Viren.

Wir müssen die Natur bewahren und den Artenschwund stoppen, sonst ist die nächste Pandemie nahezu programmiert.

Bitte unterschreiben Sie unsere Petition Wildtiermärkte müssen geschlossen werden“.