Sandabbau auf Sulawesi - dicke Staubwolken machen krank

Mädchen bei einer Bucht in Sulawesi Vorher: saubere Umwelt schützt die Gesundheit der Menschen (© Christine Denck) Abbau von Sand und Gesteinen Nachher: für den Abbau von Sand und Gestein wird die Umwelt zerstört (© Jatam Sulteng)

07.05.2024

Auf Sulawesi erkranken immer mehr Menschen an akuten Atemwegsinfektionen. Der Grund ist der zunehmende Abbau von Sand und Gesteinen. Die werden vor allem im Osten Borneos benötigt, wo Indonesien seine neue Hauptstadt baut. Die Umweltorganisationen WALHI und JATAM warnen!

Sand wird knapp. Für Autobahnen, Flughäfen, künstliche Inseln, die Landerweiterung Singapurs und Indonesiens neue Hauptstadt Ibu Kota Nusantara (IKN) werden ganze Küsten und sogar Meeresböden ausgebaggert.

Ein Schwerpunkt des massiven Abbaus von Sand, aber auch von Erde, Kies, Marmor, Kaolin und Granit liegt auf Sulawesi. An den Küsten der Provinz Zentralsulawesi schießen Steinbrüche und Sandgruben wie Pilze aus dem Boden. Denn die neue Hauptstadt liegt quasi nebenan, auf der Insel Borneo.

Moh Taufik, Direktor der Umweltorganisation JATAM Zentralsulawesi und Partner von Rettet den Regenwald, kritisiert: „Es ist unerträglich, dass hier auf Sulawesi der Sand und das Gestein für den Bau der neuen Hauptstadt abgebaut wird. Die Folge sind massive Umweltschäden, insbesondere an den Küsten um die Palu-Bucht, wo Dutzende von Firmen Sand abbaggern und Gesteine brechen.“

Die Unternehmen ignorieren die gefährlichen Auswirkungen ihrer Bergbauaktivitäten, erläutert Moh Taufik weiter. Entlang der Küste der Bucht seien ganze Hügel verschwunden.

Auf dem Meer herrscht Gedränge. Ein Lastkahn nach dem anderen transportiert das Material ab. Der rege Schiffsverkehr bedroht den Fischfang und die Algenzucht der Einheimischen.

Die negativen Folgen sind längst zu spüren. In der Stadt Palu und im Bezirk Donggala kommt es häufig zu Überschwemmungen, und im vergangenen Jahr stürzte eine Brücke ein. Umweltorganisationen machen dafür die Veränderungen des Untergrunds durch das Ausbaggern verantwortlich.

Alarmierend ist die Luftverschmutzung durch den Bergbau und die dadurch verursachte Umweltzerstörung. Immer mehr Menschen leiden an akuten Atemwegsinfektionen.

Umweltorganisationen wehren sich gegen diese massive Zerstörung der Küsten. Schon vor einiger Zeit haben wir in einer gemeinsamen Petition auf den Sandabbau aufmerksam gemacht und gefordert: Den Sandraub in Sulawesi stoppen! (Bitte unterschreiben Sie, falls Sie es noch nicht getan haben.)

Das Problem geht weit über Sulawesi hinaus. Sandabbau verursacht weltweit eine  „globale Umweltkrise, von der ihr wahrscheinlich noch nie gehört habt, titelte der Guardian das Problem schon 2017. Sand ist eine wesentliche Ressource für die parallel zur Weltwirtschaft wachsende Herstellung von Zement und Beton.

Wissenschaftler und die UN-Umweltbehörde UNEP warnen vor dem maßlosen Sandabbau. Er habe lokale und globale Umweltkrisen zur Folge. Es werde viel mehr Sand abgebaut, als die Flüsse mit ihren Sedimenten nachliefern könnten.

Die Küsten werden zerstört und verlieren ihre Schutzfunktionen, Flüsse werden verschmutzt und Meere ruiniert. Die Menschen verlieren ihre Existenz.

Die gesundheitliche Gefahr für die Bevölkerung ist in der Provinzhauptstadt Palu inzwischen extrem schlimm geworden. Die Umweltorganisationen JATAM und WALHI warnen: „Weil viele Unternehmen die Vorschriften nicht einhalten und sich nicht um die menschliche Gesundheit kümmern, sind die Staubwolken so dick.“

Die Forderungen von JATAM und WALHI lauten:

Überprüfung aller Firmen, die Sand- und Gesteine entlang der Küste abbauen.

Strenge Sanktionen gegen Bergbauunternehmen, die gegen Gesetze und Vorschriften verstoßen.

Zur Pressemitteilung von JATAM Sulteng und WALHI Sulteng (Indonesisch):

https://www.hutanhujan.org/updates/12164/kepungan-debu-di-area-tambang-sepanjang-pesisir-pantai-palu-donggala

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