Tut was, bevor die Fischkatze ausgerottet ist!

Wilderer mit Fischkatze in IndienWilderer stellen der seltenen Fischkatze nach.
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Die Fischkatze ist ein geschmeidiger Jäger und pirscht durch die Mangroven Indiens. Doch ihr Lebensraum wird zusehends zerstört, weil die Feuchtgebiete trockengelegt werden. Außerdem töten Wilderer viele der bedrohten Tiere. Bitte fordern Sie von den Behörden im indischen Bundesstaat Westbengalen, die Katzen endlich zu schützen.

Appell

An: Forstverwaltung des indischen Bundesstaates Westbengalen

„Fischkatzen sind bedroht, weil Feuchtgebiete zerstört werden und Wilderer Tiere töten. Die Behörden müssen sie endlich wirksam schützen.“

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Die Fischkatzen waren einst in den Feuchtgebieten zwischen Pakistan und Java verbreitet, jetzt findet man sie in nennenswerter Zahl allenfalls noch im Osten Indiens, in Bangladesch und Thailand. Doch auch dort ist ihr Lebensraum bedroht. Menschen dringen in die Feuchtgebiete vor, legen sie trocken oder bauen Garnelenzuchten auf.

Als wäre das nicht schlimm genug, stellen Wilderer den seltenen Tieren nach: Sie töten Fischkatzen wegen des Fleisches und des Fells.

Doch die Behörden Westbengalens tun zu wenig, um die Tierart zu retten: „Sie sehen nicht, dass die Fischkatzen den gleichen Schutz verdienen wie Tiger“, sagt James Sanderson von der Weltnaturschutzunion IUCN. „Wenn das Töten so weitergeht, ist die Spezies bald ausgerottet“, warnt Ajith Kumar vom National Centre for Biological Sciences (NCBS).

Bitte fordern Sie die Behörden in Westbengalen auf, die Fischkatzen endlich wirksam zu schützen und die weitere Zerstörung ihres Lebensraums zu verhindern. Bitte unterstützen Sie dazu die Fishing Cat Working Group.

Hinter­gründe

Die Fischkatze Prionailurus viverrinus lebt in subtropischen und tropischen Gebieten Südasiens in der Nähe von fischreichen Gewässern und Feuchtgebieten. Sie ernährt sich hauptsächlich von Fisch und ist durch die anhaltende Verunreinigung und Zerstörung von Feuchtgebieten bedroht. Deshalb ist sie auf der Roten Liste der Internationalen Naturschutz Union (IUCN) als "Endangered" (Stark Gefährdet) eingestuft.

Hier ein Video von Indrajit Adok www.fishing-cat.wild-cat.org

Aus Pakistan gibt es schon seit den 1970er Jahren keine Nachweise mehr. In Indien, Bangladesch und an Thailands Küsten wird ihr natürlicher Lebensraum durch Fisch- und Garnelenzuchtanlagen stark eingeschränkt. Ob Fischkatzen auf der indonesischen Insel Java überlebt haben, ist derzeit ungewiss.

Im indischen Bundesstaat Westbengalen setzt sich Tiasa Adhya seit einigen Jahren für den Schutz von Fischkatzen ein. Die junge Biologin arbeitet westlich von Kolkatta in den Distrikten Hooghly und Howrah, wo Fischkatzen auch außerhalb von geschützten Gebieten leben. Sie hat dokumentiert, dass dort 27 Fischkatzen allein zwischen April 2010 und März 2011 getötet wurden. Die meisten wurden vergiftet, einige in Fallen gefangen und anschließend erschlagen. Lokale Fischer sehen in den Katzen potentielle Hühnerdiebe und töten sie aus Vergeltung.

Aber auch Wilddiebe interessieren sich für ihr Fleisch und verkaufen illegal ihre Felle. Am 5. Juni 2015 haben Wilddiebe fünf Fischkatzen getötet. Ein Schuljunge, der zufällig vorbei kam, hat sie dabei fotografiert und die Bilder an Tiasa weitergeleitet. Jetzt setzt Tiasa sich gemeinsam mit Biologen und Naturschützern dafür ein, dass die Wilddiebe strafrechtlich verfolgt werden. Darüber hinaus wollen sie erreichen, dass die zuständige Behörde ein "Einsatzkommando zum Schutz von Fischkatzen" einsetzt.

An­schreiben

An: Forstverwaltung des indischen Bundesstaates Westbengalen

Sehr geehrte Damen und Herren,

am 5. Juni töteten Einheimische im Distrikt Howrah in Westbengalen fünf Fischkatzen für das Fleisch und den illegalen Fellhandel. Solche Fälle häufen sich, da die Region außerhalb von Schutzgebieten liegt und daher weniger von Behörden und Naturschutzorganisationen kontrolliert wird. So wurden laut einem Bericht von 2010 im Distrikt Howrah innerhalb von 18 Monaten 27 Fischkatzen getötet.

Tierfreunde und Wissenschaftler bitten Sie daher, alles für den Schutz der stark vom Aussterben gefährdeten Fischkatze zu tun.

Mit freundlichen Grüßen

5-Minuten-Info zum Thema: Biodiversität

Die Ausgangslage: Warum ist Biodiversität so wichtig?

Biodiversität oder Biologische Vielfalt umfasst drei Bereiche, die sehr eng miteinander verbunden sind: die Artenvielfalt, die genetische Vielfalt innerhalb der Arten und die Vielfalt der Ökosysteme wie z.B. Wälder oder Meere. Jede Art ist Teil eines hoch komplexen Beziehungsgeflechts. Stirbt eine Art aus, wirkt sich das auf viele andere Arten und ganze Ökosysteme aus.

Weltweit sind derzeit fast 2 Millionen Arten beschrieben, Experten schätzen die Anzahl weitaus höher. Tropische Regenwälder und Korallenriffe gehören zu den artenreichsten und am komplexesten organisierten Ökosystemen dieser Erde. Rund die Hälfte aller Tier- und Pflanzenarten lebt in den Tropenwäldern.

Die biologische Vielfalt ist für sich alleine schützenswert und gleichzeitig unsere Lebensgrundlage. Wir nutzen täglich Nahrungsmittel, Trinkwasser, Medizin, Energie, Kleidung oder Baumaterialien. Intakte Ökosysteme sichern die Bestäubung von Pflanzen und die Bodenfruchtbarkeit, schützen uns vor Umweltkatastrophen wie Hochwasser oder Erdrutschen, reinigen Wasser und Luft und speichern das klimaschädliche CO2.

Die Natur ist auch die Heimat und zugleich ein spiritueller Ort vieler indigener Völker. Sie sind die besten Regenwaldschützer, denn besonders intakte Ökosysteme findet man in den Lebensräumen von indigenen Gemeinschaften.

Der Zusammenhang zwischen dem Verlust von Natur und der Ausbreitung von Pandemien ist nicht erst seit Corona bekannt. Eine intakte und vielfältige Natur schützt uns vor Krankheiten und weiteren Pandemien.

Die Auswirkungen: Artenschwund, Hunger und Klimakrise

Der Zustand der Natur hat sich weltweit dramatisch verschlechtert. Rund 1 Million Tier- und Pflanzenarten sind in den nächsten Jahrzehnten vom Aussterben bedroht. Auf der Roten Liste der Weltnaturschutzunion IUCN sind derzeit 37.400 Tier- und Pflanzenarten vom Aussterben bedroht - ein trauriger Rekord! Experten sprechen von einem sechsten Massenaussterben in der Geschichte der Erde - das Tempo des globalen Artensterbens ist durch den Einfluss des Menschen um Hunderte mal höher als in den letzten 10 Mio. Jahren.

Auch zahlreiche Ökosysteme weltweit - 75 % Landfläche und 66 % Meeresfläche - sind gefährdet. Nur 3% sind ökologisch intakt – z.B. Teile des Amazonas und des Kongobeckens. Besonders betroffen sind artenreiche Ökosysteme wie Regenwälder und Korallenriffe. Rund 50% aller Regenwälder wurden in den letzten 30 Jahren zerstört. Das Korallensterben nimmt durch den globalen Temperaturanstieg immer weiter zu.

Hauptursachen für den massiven Rückgang der Biodiversität sind die Zerstörung von Lebensraum, intensive Landwirtschaft, Überfischung, Wilderei und Klimaerwärmung. Rund 500 Milliarden US-Dollar jährlich werden weltweit in die Zerstörung der Natur investiert - in Massentierhaltung, Subventionen für Erdöl und Kohle, Entwaldung und Flächenversiegelung.

Der Verlust an Biodiversität hat weitreichende soziale und ökonomische Folgen, die Ausbeutung der Ressourcen geht zu Lasten von Milliarden Menschen im globalen Süden. Die UN kann die 17 Ziele zur nachhaltigen Entwicklung z.B. die Bekämpfung von Hunger und Armut nur erreichen, wenn die Biodiversität weltweit erhalten und für die nächsten Generationen nachhaltig genutzt wird.

Ohne den Erhalt der Biodiversität ist auch der Klimaschutz bedroht. Die Zerstörung von Wäldern und Mooren – als wichtige CO2-Senken - heizt den Klimawandel weiter an.

Die Lösung: Weniger ist mehr!

Die natürlichen Ressourcen der Erde stehen nicht unbegrenzt zur Verfügung. Knapp zwei Erden verbrauchen wir Menschen, bei derzeitigem Ressourcenverbrauch werden es 2050 mindestens drei sein. Um für den Erhalt der biologischen Vielfalt als unserer Lebensgrundlage zu kämpfen, müssen wir den Druck auf die Politik weiter erhöhen.
Und auch in unserem Alltag lässt sich viel bewegen.

Mit diesen Alltags-Tipps schützt man auch die biologische Vielfalt:

  1. Öfter mal pflanzlich: Mehr buntes Gemüse und Tofu auf den Teller oder am besten gar kein Fleisch! Rund 80% der Agrarflächen weltweit werden zur Tierhaltung und zum Anbau von Tierfutter genutzt.
  2. Regional und Bio: Ökologisch erzeugte Lebensmittel verzichten auf den Anbau von riesigen Monokulturen und den Einsatz von Pestiziden. Der Kauf von regionalen Produkten spart zudem Unmengen an Energie!
  3. Bewusst leben: Brauche ich schon wieder neue Klamotten oder ein Handy? Oder kann ich Alltagsdinge auch gebraucht kaufen? Es gibt gute Alternativen zu Produkten mit Palmöl oder Tropenhölzern! Tropische Haustiere wie z.B. Papageien oder Reptilien sind tabu! Berechne jetzt deinen ökologischen Fußabdruck.
  4. Werde Bienenfreund:in: Auf dem Balkon oder im Garten freuen sich Bienen und andere Insekten über vielfältige, leckere Pflanzen. Aber auch ohne eigenes Grün kann man in einem Naturschutzprojekt in der Region aktiv werden.
  5. Protest unterstützen: Demonstrationen oder Petitionen gegen die Klimaerwärmung oder für eine Agrarwende üben Druck auf Politiker:innen aus, die auch für den Schutz der biologischen Vielfalt verantwortlich sind.

Lesen Sie hier, warum so viele Arten aussterben, bevor sie überhaupt entdeckt werden.

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