Feuer Indonesien: Kein Palmöl auf Torf! Keine Plantage für PEAK!

Junge läuft durch verbrannten Torfwald Abgebrannter Torfwald , Zentral-Kalimantan (© Wetlands Intern.)
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Ende der Aktion: 16.09.2016

Unvorstellbar! Indonesiens Torfwälder brennen, doch die Regierung hat der Firma Persada Era Agro Kencana (Pt PEAK) erlaubt, einen wertvollen Torfdom zu zerstören. Fordern Sie die Regierung auf, Pt PEAK die Genehmigung zu entziehen und sicherzustellen, dass so etwas nie wieder passiert!

Appell

An: Präsident der Republik Indonesien Joko Widodo, Ministerin für Umwelt und Forsten Frau Siti Nurbaya Bakar

„Das Genehmigungssystem für Ölpalmplantagen ändern und Pt PEAK die Genehmigung entziehen“

Ganzes Anschreiben lesen

Feuer auf der Ölpalmplantage von PT PEAK in Katingan, Zentral-Kalimantan, vernichten mehr als 50 Hektar an Kohlenstoff reichen Torf. Die Firma hat nur eine einzige Wasserpumpe zur Brandbekämpfung. „Eine reine Formsache“, Reza Lubis, Ökologe bei Wetlands International, schaut verzweifelt über die brennende Fläche. „Pt PEAK behauptet, die Feuer seien in den Dörfern ausgebrochen. Diese Anschuldigung macht die Leute wütend.“

Emissionen von entwässerten Torfböden machen mehr als 50% der Treibhausgase Indonesiens aus. Statt Waldbränden und Rauch vorzubeugen und ihren Verpflichtungen zur Reduktion der Treibhausgase nachzukommen, hat die Regierung weiterhin zerstörerische Plantagen auf Torfböden genehmigt.

Präsident Joko Widodo hat das brennende Kalimantan besucht und den Rauch selbst erlebt. Mitte Oktober kletterte der Luftverschmutzungsindex auf Werte höher als 3000 Mikrogramm pro Kubikmeter Luft, das Zehnfache des Gefahrenwertes. Die meisten Staubpartikel stammen aus Torfböden.

Torfböden sind unter einem Moratorium seit 2011 geschützt. Wie aber konnte Pt PEAK 2013 eine Genehmigung bekommen? Wer hat die Moratoriumkarte geändert, auf der die geschützten Torfböden eingezeichnet sind? Der betreffende Torfdom gehört zu den letzten großen Torfdomen in Westindonesien und ist für die Biodiversität, auch für die Orang Utans, von hoher Bedeutung. Hier sind riesige Mengen Kohlenstoff gebunden, äußerst wichtig für das globale Klima, die Wasserspeicherung und die Existenz der lokalen Bevölkerung.

Drängen Sie die indonesische Regierung, das Genehmigungssystem für Plantagen zu ändern, mit dem Umwelt-, Klima- und sozioökonomische Desaster legalisiert werden.

Fordern Sie von der Ministerin für Umwelt und Forsten, der Firma Persada Era Agro Kencana sofort die Lizenz zu entziehen.

Hinter­gründe

Zeitraffer-Video

Feuer auf der Ölpalmplantage von PEAK greifen auf Torf-Restaurierungsprojekt über. nach NASA Satellitendaten 1.Sept.-25.Okt. 2015

Torfbrände und Rauch 2015

Seit einigen Jahren erlebt Indonesien alljährlich Waldbrände und dichten Rauch aus brennenden Torfwäldern und Torfböden. Ungezählte leiden deshalb unter Atemwegserkrankungen, die letzten Wäldern verbrennen und die Wirtschaft Indonesiens und seiner Nachbarländer wird enorm belastet. Die verheerenden Torffeuer in diesem Jahr demonstrieren mehr als deutlich die Dimension der Brände. Nicht nur Indonesien, auch Malaysia, Singapur und sogar die Philippinen und Thailand versinken alljährlich in giftigem Rauch. Smog und Staub übersteigen die Grenzwerte um das Zehnfache, mit furchtbaren Folgen für Existenz und Gesundheit der Bevölkerung. Sehen Sie das Al Jazeera Video über die Feuer in Nähe der PEAK Ölpalmplantage in Katingan.

Torfwälder, Torfsümpfe

Torfsumpfgebiete sind Feuchtgebiete, bestehend aus von Wasser durchtränktem organischen Material. Torf besteht zu 90% aus Wasser und zu 10% aus totem Pflanzenmaterial (Kohlenstoff hauptsächlich), die in Jahrtausenden abgelagert wurden. Torfgebiete gibt es überall auf der Welt, mit jeweils eigener Vegetation und eigenen Charakteristika. Manche werden von Moosen und Flechten dominiert, andere, wie in Indonesien, sind mit üppigem Regenwald bedeckt.

Indonesien hat die drittgrößte Torffläche der Welt, vor allem in den flachen Küstenregionen von Sumatra, Borneo, Sulawesi und Papua. Doch die Torfgebiete schwinden rasant und degradieren, da sie Ölpalm- und Holzplantagen weichen müssen. Die tropischen Torfgebiete sind Heimat einzigartiger Biodiversität und bedrohter Tierarten, wie zum Beipiel Orang Utan, Tapir und Sumatratiger. Sie sind besonders wertvolle Ökosysteme, speichern sie doch riesige Mengen an Kohlenstoff. Sie spielen eine wichtige Rolle als Wasserspeicher und verhindern so Überschwemmungen, Dürren und Feuer. Außerdem ernähren sie mit ihrem Fischreichtum viele Menschen und liefern ihnen Waldprodukte. Für die Existenz der lokalen Bevölkerung spielen sie eine ebenso wichtige Rolle wie für die nationale Wirtschaft.

Emissionen aus Entwaldung und Waldbränden

„Umwandlung“ der Torfsumpfwälder in Ölpalmplantagen und Holzplantagen für die Papierindustrie heißt Entwaldung und Entwässerung, mit der Folge, dass der Torfboden austrocknet und leicht entflammbar wird. Durch die Entwässerung wird die Torfstruktur zerstört und riesige Mengen des Treibhausgases Kohlendioxid (CO2) entweichen – und heizen so das Klima an. Emissionen aus Torfböden und zerstörten Torfsumpfwäldern betragen laut einer Studie ca. 15t Kohlenstoff pro Jahr und Hektar, so lange, bis der Torf vollständig zersetzt ist.

Deswegen sind entwässerte Torfgebiete die Hotspots von CO2 Emissionen.

Indonesische Torfgebiete machen nur 6% der landwirtschaftlich genutzten Flächen aus, sind aber für mehr als 50% der indonesischen Gesamtemissionen verantwortlich. Dabei sind die Emissionen aus den Torfbränden noch nicht einmal eingerechnet. In Feuerjahren wie 1997 und 2015 machen die Emissionen aus Entwaldung und Waldbränden fast ein Drittel der weltweiten Emissionen aus.

Torfland sinkt ab

Mit dem Verlust von Kohlenstoff nimmt das Torfvolumen ab, und der Torfboden sinkt um 3 bis 6 cm pro Jahr. Dieser Prozess dauert an, solange der Torf entwässert wird. Wenn dann der Torf auf Fluss- oder Meereshöhe abgesunken ist, kommt es zu Überschwemmungen und Verlust der Produktivität.

Bei business as usual werden Tausende Kilometer Küstenlinien absinken und Millionen Hektar der Tiefebenen Sumatras und Borneos. Damit ist ein sozio-ökonomisches Desaster vorprogrammiert. Nicht nur die Bevölkerung wird ihren Lebensunterhalt verlieren, auch viele Unternehmen werden aufgeben.

Klimapolitik Indonesiens

Die indonesische Regierung hat bei den UN-Klimaverhandlungen versprochen, bis 2010 seine Emissionen um 26%, und mit ausländischer Hilfe um 41% zu reduzieren. Bis 2030, so heißt es in den aktuelleren Verpflichtungen, sollen die Emissionen um 29% reduziert werden.

2014 hat die Regierung ein neues Regelwerk zum Schutz und Management von Torf-Ökosystemen verabschiedet (PP 71/2014), mit dem Ziel, „Funktionen des Torf-Ökosystems zu erhalten und Schäden zu verhindern“. Seit 2011 gilt ein Moratorium, das Neuplantagen auf Torfböden verbietet. Unter Präsident Jokowi wurde dieses Moratorium verlängert (Präsidialinstruktion Nr. 8/2015).

Nachhaltiges Torfland Management

Torfland kann nachhaltig bewirtschaftet werden ohne Störung seiner ökologischen Diensteleistungen. Angrenzend an die Ölpalmplantage PEAK, auf demselben Torfdom gelegen, gelingt der Katingan Ecosystem Restoration Concession zum Schutz und zur Revitalisierung der Torfschichten. Die Biodiversität wird erhalten, die natürliche Ressourcenbasis wieder restauriert, das Torfökosystem gegen Feuer und gegen die Oxidation des Kohlenstoffs geschützt. Dadurch wird die Emission großer Kohlendioxidmengen verhindert.

Wie auf dieser Karte deutlich wird, bedrohen die Brände auf der neuen Plantage von Pt PEAK die Restaurierung des Torfökosystems.

Die lokale Bevölkerung kann ebenfalls von einem nachhaltigen Torfland Management profitieren. Sie kann Paludikultur betreiben, das ist der Anbau von wirtschaftlich interessanten Torfsumpfpflanzen auf wieder durchfeuchtetem Torfboden. Dazu gehören die Sagopalme (sagu), deren Stärke ein wichtiges Grundnahrungsmittel ist, der Illipe-Nussbaum (tengkawang) mit seinem wertvollen Hartholz und seinen ölhaltigen Früchten, asiatischer Kautschuk (jelutung), weitere Tropenholzbäume und Rattan. Paludikultur ist - außer dem Naturschutz - die einzige nachhaltige Landnutzung in Torfgebieten, die langfristig die Bevölkerung ernähren kann. Paludikultur trägt zur Restaurierung der degradierten und entwässerten Torfböden bei, unterstützt den Schutz vor Bränden, vor dem Absinken des Niveaus und damit vor der dann unvermeidbaren Überschwemmungsgefahr.

An­schreiben

An: Präsident der Republik Indonesien Joko Widodo, Ministerin für Umwelt und Forsten Frau Siti Nurbaya Bakar

Herr Präsident, Frau Ministerin,

Die indonesische Regierung hat dem Unternehmen Persada Era Agro Kencana vor einiger Zeit eine Genehmigung für eine neue Ölpalmplantage im Distrikt Katingan in Zentral-Kalimantan erteilt. Die Genehmigung erstreckt sich auf Torfboden. Dies steht in krassem Widerspruch zu dem Moratorium, das Neuplantagen auf Torfböden verbietet (Präsidialinstruktion Nr. 8/2015), und unterläuft in mehreren Punkten das indonesische Rahmenprogramm zum Torfland-Management, einschließlich des Präsidialerlasses PP 71/2014.

Es ist eindeutig, dass die Genehmigung für die Plantage auf Torfboden erteilt wurde. Doch auf der revidierten Moratorium-Karte wurde dieses Gebiet abgeändert zu einem „Nicht-Torfgebiet“. Es stellen sich die heiklen Fragen: Wie kann so etwas möglich sein? Wer ist dafür verantwortlich?

Außerdem liegt die Plantage in direkter Nachbarschaft zu dem Katingan Torfboden Restaurierungsprojekt ERC (Katingan Ecosystem Restoration Concession) unter dem Management von Pt Rimba Makmur. Die Entwässerung der Ölpalmplantage hat direkte Auswirkungen auf dieses Projekt. Wie kann es passieren, dass dies in der Umweltverträglichkeitsprüfung (AMDAL) keinerlei Erwähnung findet? AMDAL muss vor dem Genehmigungsprozess vorliegen und entsprechend berücksichtigt werden. Ich stelle Ihnen die Frage: Wer ist für die falsch erteilte Genehmigung verantwortlich?

Anscheinend können Unternehmen wie PT Persada Era Agro Kencana - und andere auch - die gesetzlichen Hürden allzu leicht umgehen. Ist Pt PEAK besonders clever? Oder ist die indonesische Regierung nur unfähig, Politik und Gesetze zu implementieren? Fehlt einfach nur der politische Wille? Diese Plantage ist ein Stoß vor den Kopf, und sie ist mitten in Indonesiens REDD+-Pilot-Provinz Zentral-Kalimantan gelegen.

Die Entwaldung und Entwässerung der Torfsümpfe machen zur Hälfte Indonesiens Treibhausgasemissionen aus. Die indonesische Regierung hat in der UNFCCC versichert, die Emissionen um 26% und mit ausländischer Unterstützung um bis zu 41% zu reduzieren.

Die Frage erhebt sich, ob die indonesische Regierung wirklich zu ihren Worten steht, oder ob weiterhin business as usual gilt und sie zulässt, dass Torfsumpfwälder zerstört werden? Sie wissen, nach Entwaldung und Entwässerung bricht in Ölpalmplantagen sehr leicht Feuer aus. Die Folge sind Rauchkatastrophen, mit allen Risiken für Gesundheit und Überleben der lokalen Bevölkerung. Sie gefährden aber auch Restaurierungsprojekte wie das ERC.

Wetlands International hat die PEAK Plantage in letztem Monat besucht und ausufernde Brände feststellen müssen. Hier zeigt sich, dass die Firma nicht in der Lage ist, die Brände zu bekämpfen. Die Feuer haben auf das Umland übergegriffen, auch in das ERC-Gebiet. Dass PEAK öffentlich die lokale Bevölkerung beschuldigt hat, heizt den bestehenden Konflikt noch an.

Auch bei bestem Management sinkt entwässerter Torfboden durch den Verlust von Wasser (durch die Drainage) und Kohlenstoff (durch Emissionen als Folge der Entwässerung) mit einer Geschwindigkeit von 3-6 cm pro Jahr ab, bis der Grenzpunkt der Entwässerung erreicht ist. Regelmäßige und lang andauernde Überschwemmungen sind die Folge, bis der Boden schließlich völlig degradiert ist. Ein Jahrzehnt lang zieht das Plantagenunternehmen Profit aus Palmöl, danach hinterlässt es zukünftigen Generationen nur noch unproduktives Land. So viel also zum Thema Kampf gegen die Armut! Ganz abgesehen von der Frage, ob die lokale Bevölkerung ihr Recht auf Freie, Informierte und Vorherige Zustimmung (FPIC) wahrnehmen konnte, ein Recht, das heute für jedes sozial problematische Projekt vorgeschrieben ist.

Es gibt also gute Gründe für eine indonesische Torfwald-Politik. Aber warum wird sie nicht umgesetzt? Wieso hat Pt PEAK in diesem Torfsumpfwald eine Plantagenlizenz bekommen? Dieses Gebiet ist Teil eines der letzten bewaldeten Torfdome und äußerst wichtig für die Artenvielfalt. Die hier gespeicherten riesigen Mengen Kohlenstoff sind für Klimaschutz, Wasserspeicherung und die Existenz der lokalen Bevölkerung äußerst wertvoll.

Ich mahne Sie daher an, die klimaschädliche, sozial und wirtschaftlich katastrophale Genehmigung zu widerrufen. Sie widerspricht sämtlichen wichtigen nationalen und internationalen Verpflichtungen innerhalb der UN Klimakonvention, der UN Biodiversitätskonvention und der indonesischen Gesetzgebung.

Ich fordere die Ministerin für Umwelt und Forsten auf, der Firma PEAK die Genehmigung sofort zu entziehen.

Mit freundlichen Grüßen,

5-Minuten-Info zum Thema: Palmöl

Die Ausgangslage – Regenwald im Tank und auf dem Teller

Mit 66 Millionen Tonnen pro Jahr ist Palmöl das meist produzierte Pflanzenöl. Der niedrige Weltmarktpreis und die von der Industrie geschätzten Verarbeitungseigenschaften haben dazu geführt, dass es inzwischen in jedem zweiten Supermarktprodukt steckt. Neben Fertigpizza, Keksen und Margarine begegnet uns Palmöl auch in Körpercremes, Seifen, Schminke, Kerzen und Waschmitteln.

2016 importierte die EU 6,43 Millionen Tonnen Palmöl aus Indonesien (4,37 Mio. t) und Malaysia (2,06 Mio. t). Auf Deutschland entfielen davon nach Angaben der Bundesregeirung 1,34 Millionen Tonnen (Durchschnitt der Jahre 2013-15). Was kaum einer weiß: In der EU fließt fast die Hälfte des importierten Palmöls in sogenannten Biosprit. Die 2009 beschlossene gesetzliche Beimischungspflicht von Agrosprit in Benzin und Diesel ist eine wichtige Ursache der Regenwaldabholzung.

Inzwischen dehnen sich die Palmölplantagen weltweit auf mehr als 27 Millionen Hektar aus. Auf einer Fläche so groß wie Neuseeland mussten Mensch und Tier bereits den „grünen Wüsten“ weichen.

Die Auswirkungen – Waldverlust, Artentod, Vertreibung, Erderwärmung

In den feucht-warmen Tropen rund um den Äquator findet die Ölpalme optimale Wachstumsbedingungen. In Südostasien, Lateinamerika und Afrika werden Tag um Tag riesige Regenwaldflächen gerodet und abgebrannt, um Platz für die Plantagen zu schaffen. Dabei gelangen große Mengen klimaschädlicher Gase in die Atmosphäre. Indonesien, Hauptproduktionsland von Palmöl, war 2015 zeitweise für mehr Treibhausgasemissionen verantwortlich als die USA. CO2- und Methanemissionen sorgen dafür, dass der aus Palmöl produzierte Biosprit drei mal so klimaschädlich ist wie Treibstoff aus Erdöl.

Doch nicht nur das Klima leidet: Mit den Bäumen verschwinden seltene Tierarten wie Orang-Utan, Borneo-Zwergelefant und Sumatra-Tiger. Kleinbauern und Indigene, die den Wald über Generationen bewohnen und beschützen, werden oft brutal von ihrem Land vertrieben. In Indonesien stehen mehr als 700 Landkonflikte in Zusammenhang mit der Palmölindustrie. Auch auf sogenannten „nachhaltig bewirtschafteten“ oder „Bio“-Plantagen kommt es immer wieder zu Menschenrechtsverletzungen.

Wir Verbraucher bekommen von all dem wenig mit. Unser täglicher Palmölkonsum hat jedoch auch für uns persönlich direkte negative Auswirkungen: In raffiniertem Palmöl sind große Mengen gesundheitsschädlicher Fettsäureester enthalten, die das Erbgut schädigen und Krebs verursachen können.

Die Lösung – Tank-und-Teller-Revolution

Nur noch 70.000 Orang-Utans streifen durch die Wälder Südostasiens. Die EU-Biospritpolitik bringt die Menschenaffen immer weiter an den Rand des Aussterbens. Um unseren baumbewohnenden Verwandten zu helfen, müssen wir den Druck auf die Politik erhöhen. Doch auch im Alltag lässt sich viel bewegen.

Diese einfachen Tipps helfen, Palmöl zu erkennen, zu meiden und zu bekämpfen:

  1. Selbst kochen, selbst entscheiden: Mandel-Kokos-Birnen-Kekse? Kartoffel-Rosmarin-Pizza? Frische Zutaten, gemixt mit ein bisschen Fantasie, stellen jedes (palmölhaltige) Fertigprodukt in den Schatten. Zum Kochen und Backen eignen sich europäische Öle aus Sonnenblumen, Oliven, Raps oder Leinsamen.
  2. Kleingedrucktes lesen: Auf Lebensmittelpackungen muss seit Dezember 2014 angegeben werden, wenn ein Produkt Palmöl enthält. In Kosmetik-, Putz- und Waschmitteln versteckt sich der Regenwaldfresser hingegen hinter einer Vielzahl chemischer Fachbegriffe. Per Internetrecherche lassen sich leicht palmölfreie Alternativen finden.
  3. Der Kunde ist König: Welche palmölfreien Produkte bieten Sie an? Wieso verwenden Sie keine heimischen Öle? Nachfragen beim Verkaufspersonal und Briefe an die Produkthersteller lassen Firmen um die Akzeptanz ihrer Produkte bangen. Der öffentliche Druck und das gestiegene Problembewusstsein haben schon einige Produzenten zum Verzicht auf Palmöl bewegt.
  4. Petitionen und Politikerbefragungen: Online-Protestaktionen üben Druck auf die Politiker aus, die für Biosprit und Palmölimporte verantwortlich sind. Haben Sie bereits alle Petitionen von Rettet den Regenwald unterschrieben? Auf abgeordnetenwatch.de kann jeder die Bundestagsabgeordneten mit den Folgen der Biospritpolitik konfrontieren.
  5. Laut werden: Demonstrationen und kreative Straßenaktionen machen den Protest für Menschen und Medien sichtbar. Dadurch wird der Druck auf die politischen Entscheidungsträger noch größer.
  6. Öffentlich statt Auto: Wenn möglich zu Fuß gehen, mit dem Fahrrad fahren oder öffentliche Verkehrsmittel nutzen.
  7. Wissen und Wissen weitergeben: Wirtschaft, Handel und Politik wollen uns glauben machen, Biosprit sei klimafreundlich und Palmölplantagen könnten nachhaltig sein. Regenwald.org informiert über die Folgen des Palmölanbaus. Der kostenlose Regenwald Report kann an Freunde weitergegeben oder in Schulen, Arztpraxen und Bioläden ausgelegt werden.