Keine Plantagen im Wald der Insel Buvuma

Ein Stummelaffe im Geäst Ein Stummelaffe: Seine Heimat ist durch Palmöl-Plantagen bedroht (© Rod Waddington/CC BY-SA 2.0)

Am Victoriasee sollen 10.000 Hektar Wald für Palmölplantagen vernichtet werden. Ugandas Regierung vergibt dazu auf der Insel Buvuma Land an Investoren. Die Einwohner wehren sich. Sie wollen die Natur und ihre Lebensgrundlage schützen. Bitte unterstützen Sie diesen Widerstand mit Ihrer Unterschrift.

Appell

An: Madam Speaker Rebecca Alitwala Kadaga

„Am Victoriasee sollen 10.000 Hektar Wald für Palmölplantagen vernichtet werden. Ugandas Regierung muss die Wälder schützen statt Investoren zu fördern.“

Ganzes Anschreiben lesen

Investoren wollen auf der Insel Buvuma im Victoriasee auf 10.000 Hektar Palmöl-Plantagen anlegen. Ugandas Umweltschützer sind alarmiert. Sie warnen vor dem Verlust von Biodiversität und dem Aussterben von Arten. „Tiere wie Stummelaffen könnten ausgerottet werden, wenn mit der Waldvernichtung ihr Lebensraum zerstört wird“, sagt die Umweltschützerin Joan Akiiza von der National Association of Professional Environmentalists (NAPE). Viele Vogelarten seien bereits verschwunden.

Vor knapp 15 Jahren entdeckten Palmölfirmen die Region. Auf der Insel Bugala zerstörten Unternehmen bereits 8.500 Hektar Wald – und die Lebensgrundlage vieler Familien. „Den Menschen wurde ihr Land geraubt, Wälder wurden kahl geschlagen um Ölpalmen zu pflanzen, was zu massiven Umweltzerstörungen der wertvollen Insel geführt hat“, sagt Joan Akiiza.

Jetzt befürchten die Dorfbewohner auf Buvuma, dass ihnen ebenfalls das Land geraubt wird und ihre Menschenrechte verletzt werden. „Durch Landraub und Monokulturen wird unsere Landwirtschaft geschädigt und unsere Nahrungsmittelversorgung gefährdet“, schreiben sie in einem Brief an die Parlamentspräsidentin Rebecca Alitwala Kadaga.

Die Menschen auf den Inseln im Victoriasee brauchen unsere Unterstützung. Bitte fordern Sie Ugandas Regierung auf, die bedrohten Wälder auf Buvuma zu schützen und die weitere Abholzung auf Bugala zu verhindern.

Hinter­gründe

Am Victoriasee ist die Firma Bidco aktiv. Das Unternehmen ist wirtschaftlich eng mit dem Palmöl-Giganten Wilmar International aus Singapur verbunden. Wilmar wird in vielen Ländern mit Umweltzerstörung und Menschenrechtsverletzungen in Verbindung gebracht.

Ausländische Firmen brauchen die Unterstützung der Regierung, um an Land zu gelangen. Da sie kein Land besitzen dürfen, kauft die Regierung arglosen Einheimischen Flächen ab – und verpachtet sie an die Unternehmen.

An­schreiben

An: Madam Speaker Rebecca Alitwala Kadaga

Sehr geehrte Madam Speaker Rebecca Alitwala Kadaga,

im Distrikt Kalangala am Victoriasee erstrecken sich bereits auf 8.500 Hektar Palmölplantagen. Insgesamt wurden dort 10.000 Hektar an Investoren vergeben. Zu den Profiteuren gehören die ausländischen Konzerne Bidco und Wilmar International. Der Wald und ökologisch sensible Gebiete auf der Insel Bugala sind weitgehend zerstört. Viele Einwohner klagen darüber, dass ihnen das Land geraubt und sie in Armut gestürzt wurden.

Jetzt will die Regierung auf der Insel Buvuma weitere 10.000 Hektar Land an Investoren der Palmöl-Branche vergeben. Zugleich arbeitet sie offenbar an einer Gesetzesänderung, die ausländischen Firmen den Zugriff auf Land erleichtert.

Umweltschützer sind alarmiert über die Ausweitung. Sie warnen vor dem drohenden Verlust von Biodiversität und dem Aussterben von Arten.

Dorfbewohner auf Buvuma befürchten, dass ihnen das Land geraubt wird und ihre Menschenrechte verletzt werden.

Bitte verhindern Sie, dass am Victoriasee Land an Investoren vergeben wird.
Bitte beschützen Sie den Wald auf Buvuma vor der drohenden Zerstörung.
Bitte stoppen Sie die fortschreitende Waldvernichtung.

Mit freundlichen Grüßen

5-Minuten-Info zum Thema: Palmöl

Die Ausgangslage – Regenwald im Tank und auf dem Teller

Mit 66 Millionen Tonnen pro Jahr ist Palmöl das meist produzierte Pflanzenöl. Der niedrige Weltmarktpreis und die von der Industrie geschätzten Verarbeitungseigenschaften haben dazu geführt, dass es inzwischen in jedem zweiten Supermarktprodukt steckt. Neben Fertigpizza, Keksen und Margarine begegnet uns Palmöl auch in Körpercremes, Seifen, Schminke, Kerzen und Waschmitteln.

2016 importierte die EU 6,43 Millionen Tonnen Palmöl aus Indonesien (4,37 Mio. t) und Malaysia (2,06 Mio. t). Auf Deutschland entfielen davon nach Angaben der Bundesregeirung 1,34 Millionen Tonnen (Durchschnitt der Jahre 2013-15). Was kaum einer weiß: In der EU fließt fast die Hälfte des importierten Palmöls in sogenannten Biosprit. Die 2009 beschlossene gesetzliche Beimischungspflicht von Agrosprit in Benzin und Diesel ist eine wichtige Ursache der Regenwaldabholzung.

Inzwischen dehnen sich die Palmölplantagen weltweit auf mehr als 27 Millionen Hektar aus. Auf einer Fläche so groß wie Neuseeland mussten Mensch und Tier bereits den „grünen Wüsten“ weichen.

Die Auswirkungen – Waldverlust, Artentod, Vertreibung, Erderwärmung

In den feucht-warmen Tropen rund um den Äquator findet die Ölpalme optimale Wachstumsbedingungen. In Südostasien, Lateinamerika und Afrika werden Tag um Tag riesige Regenwaldflächen gerodet und abgebrannt, um Platz für die Plantagen zu schaffen. Dabei gelangen große Mengen klimaschädlicher Gase in die Atmosphäre. Indonesien, Hauptproduktionsland von Palmöl, war 2015 zeitweise für mehr Treibhausgasemissionen verantwortlich als die USA. CO2- und Methanemissionen sorgen dafür, dass der aus Palmöl produzierte Biosprit drei mal so klimaschädlich ist wie Treibstoff aus Erdöl.

Doch nicht nur das Klima leidet: Mit den Bäumen verschwinden seltene Tierarten wie Orang-Utan, Borneo-Zwergelefant und Sumatra-Tiger. Kleinbauern und Indigene, die den Wald über Generationen bewohnen und beschützen, werden oft brutal von ihrem Land vertrieben. In Indonesien stehen mehr als 700 Landkonflikte in Zusammenhang mit der Palmölindustrie. Auch auf sogenannten „nachhaltig bewirtschafteten“ oder „Bio“-Plantagen kommt es immer wieder zu Menschenrechtsverletzungen.

Wir Verbraucher bekommen von all dem wenig mit. Unser täglicher Palmölkonsum hat jedoch auch für uns persönlich direkte negative Auswirkungen: In raffiniertem Palmöl sind große Mengen gesundheitsschädlicher Fettsäureester enthalten, die das Erbgut schädigen und Krebs verursachen können.

Die Lösung – Tank-und-Teller-Revolution

Nur noch 70.000 Orang-Utans streifen durch die Wälder Südostasiens. Die EU-Biospritpolitik bringt die Menschenaffen immer weiter an den Rand des Aussterbens. Um unseren baumbewohnenden Verwandten zu helfen, müssen wir den Druck auf die Politik erhöhen. Doch auch im Alltag lässt sich viel bewegen.

Diese einfachen Tipps helfen, Palmöl zu erkennen, zu meiden und zu bekämpfen:

  1. Selbst kochen, selbst entscheiden: Mandel-Kokos-Birnen-Kekse? Kartoffel-Rosmarin-Pizza? Frische Zutaten, gemixt mit ein bisschen Fantasie, stellen jedes (palmölhaltige) Fertigprodukt in den Schatten. Zum Kochen und Backen eignen sich europäische Öle aus Sonnenblumen, Oliven, Raps oder Leinsamen.
  2. Kleingedrucktes lesen: Auf Lebensmittelpackungen muss seit Dezember 2014 angegeben werden, wenn ein Produkt Palmöl enthält. In Kosmetik-, Putz- und Waschmitteln versteckt sich der Regenwaldfresser hingegen hinter einer Vielzahl chemischer Fachbegriffe. Per Internetrecherche lassen sich leicht palmölfreie Alternativen finden.
  3. Der Kunde ist König: Welche palmölfreien Produkte bieten Sie an? Wieso verwenden Sie keine heimischen Öle? Nachfragen beim Verkaufspersonal und Briefe an die Produkthersteller lassen Firmen um die Akzeptanz ihrer Produkte bangen. Der öffentliche Druck und das gestiegene Problembewusstsein haben schon einige Produzenten zum Verzicht auf Palmöl bewegt.
  4. Petitionen und Politikerbefragungen: Online-Protestaktionen üben Druck auf die Politiker aus, die für Biosprit und Palmölimporte verantwortlich sind. Haben Sie bereits alle Petitionen von Rettet den Regenwald unterschrieben? Auf abgeordnetenwatch.de kann jeder die Bundestagsabgeordneten mit den Folgen der Biospritpolitik konfrontieren.
  5. Laut werden: Demonstrationen und kreative Straßenaktionen machen den Protest für Menschen und Medien sichtbar. Dadurch wird der Druck auf die politischen Entscheidungsträger noch größer.
  6. Öffentlich statt Auto: Wenn möglich zu Fuß gehen, mit dem Fahrrad fahren oder öffentliche Verkehrsmittel nutzen.
  7. Wissen und Wissen weitergeben: Wirtschaft, Handel und Politik wollen uns glauben machen, Biosprit sei klimafreundlich und Palmölplantagen könnten nachhaltig sein. Regenwald.org informiert über die Folgen des Palmölanbaus. Der kostenlose Regenwald Report kann an Freunde weitergegeben oder in Schulen, Arztpraxen und Bioläden ausgelegt werden.
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