Rettet den Elefantenwald von Sepintun!

Elefanten nehmen ein Bad im Fluss Sumatra-Elefanten (© vincentraal - CC BY-SA 2.0)

Im Primärwald von Sepintun lebt eine Gruppe der letzten Sumatra-Elefanten. Doch ihr Habitat wird immer stärker durch Palmöl-, Holz- und Kautschuk-Plantagen bedroht. Jetzt fanden Umweltschützer dort Schädel und Knochen toter Elefanten – und schlagen Alarm: Die Regierung muss den Elefantenwald von Sepintun dringend unter Schutz stellen!

Appell

An: Herr Sahimin, Direktor des Umweltamtes Jambi (BKSDA)

„Der Elefantenwald von Sepintun am Bukit Kausar muss erhalten bleiben.“

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Mulkan erschrickt. Vor ihm liegt ein Elefantenschädel, die Knochen sind überall verstreut. Fundort ist der Restwald am Bukit Kausar (Kausar-Berg). Mulkan, ein Indigener vom Stamm der Suku Anak Dalam Batin Telisak, sucht nach Rattan. Er hat Angst, den Knochenfund zu melden, und informiert Marhoni. Der Waldbauer aus dem nahen Dorf Sepintun setzt sich seit Jahren für die Elefanten ein.

„Hier, wo jetzt die Kautschuk-Plantage ist, an den Flüssen Semambu, Telisak und Meranti, gab es vor wenigen Jahren noch Primärwald mit wertvollen Baumriesen", erklärt Marhoni. „Und überall Elefanten.“

In der gesamten Provinz Jambi auf Sumatra leben heute höchstens noch 150 Elefanten. Sie sind stark gefährdet, da ihr Habitat rasant schrumpft - für Palmöl, Papier, Gummi und Kohle.

Die Wälder bei Sepintun sind abgeholzt - bis auf 1.500 Hektar. In diesem letzten Primärwald lebt eine Gruppe weiblicher Elefanten mit ihren Jungen. Sie folgt den alten Wanderwegen, auch durch Plantagen.

„Wir nennen die Elefanten unsere Freunde“, erzählt Marhoni. „Sie leben wie wir seit Generationen hier." 

Das Problem: Für Behörden und Firmen existieren die Elefanten nicht. Sie leugnen, dass es in der Region überhaupt noch Elefanten gibt. Denn nur so können sie auch aus dem Wald von Sepintun eine Plantage machen.

Hilfe erhält Marhoni von der NGO Perkumpulan Hijau (Grüner Verein). Direktor Feri Irawan fordert dringend die Überprüfung der Konzessionen und den Schutz des Sepintun-Waldes. 

„Die Sumatra-Elefanten stehen unter Schutz“, so Feri Irawan. „Wenn ihr Habitat zerstört ist, sterben die Elefanten auch.“ Und Marhoni ist überzeugt: Wenn die Elefanten überleben, überleben auch die Indigenen – und die Urwaldriesen von Sepintun.

Wir fordern die Behörden auf, die Existenz der Elefanten von Sepintun anzuerkennen und ihren Wald unter Schutz zu stellen!

Hinter­gründe

Auf Sumatra werden häufig Elefanten umgebracht. Die Zahl der Leichenfunde steigt jährlich. Täter sind Elfenbeinjäger oder Plantagenangestellte, die Elefanten als eine Pest ansehen und sie mit Rattengift töten.

Yongki war eine Berühmtheit im Nationalpark Bukit Barisan. Der mächtige Bulle stand im Dienst des Kampfes gegen illegalen Holzeinschlag. Doch sogar Yongki musste sterben.

Ruhe in Frieden Yongki - gestorben für Elfenbein

Sogar vor Sabre, dem kleinen Borneo-Elefanten, weltweit bekannt geworden für seine verdrehten Stoßzähne, kannten Elfenbeinjäger keinen Halt. Sabre wurde am Neujahrstag 2017 in Sabah, Malaysia, tot aufgefunden - ohne seine Stoßzähne.

borneo pygmy - smallest elephants killed for ivory

Mehr zur Jagd auf Sumatra-Elefanten: elephant poaching soars as sumatran forests turn into plantations

Der Sumatra-Elefant

Der Sumatra-Elefant (Elephas maximus sumatranus), eine Unterart des Asiatischen Elefanten, unterscheidet sich in vielen Merkmalen vom Afrikanischen Elefanten. Nur männliche Tiere haben Stoßzähne. In kleinen Gruppen von 6-10 Tieren ziehen Elefantenkühe mit den Jungtieren durch die Regenwälder. Elefantenbullen sind Einzelgänger. Sumatra-Elefanten können 80 Jahre alt werden.

Der Sumatra-Elefant wird in der CITES-Liste der gefährdeten Arten als „stark gefährdet“ eingestuft. Trotzdem wäre die Art überlebensfähig – wenn sie nicht durch Wilderei und Verlust des Habitats weiter dezimiert wird.

Nach wwf-Schätzungen betrug die Elefanten-Population Sumatras vor zehn Jahren noch 2.400-2.800 Tiere. Das Umweltministerium gab die Population 2014 mit 1.724 Tieren an. In der Provinz Jambi soll es noch 150 Elefanten geben. Fachleute vermuten, die Schätzungen könnten zu hoch sein, denn Elefanten werden auf Sumatra gejagt, als Ungeziefer getötet und wegen des Elfenbeins gewildert.

Die Provinz Jambi

In den vergangenen vier Jahren, von 2012-2016, hat Jambi nach Einschätzung von lokalen Umweltgruppen 200.000 Hektar Primärwald verloren. Das entspricht acht Fußballfeldern pro Stunde. Die Provinz wird heute von Ölpalmen, Akazien, Kautschuk und Kohle dominiert. Kein einziges Elefanten-Habitat steht unter Schutz, ausnahmslos alle sind Konzessionsgebiete der genannten Industrien.

Die Kautschukplantage ALN

Die Kautschukplantage ALN ist etwa 10.000 Hektar groß. Sie besteht seit 2009. Direkt nach der Abholzung des damals noch intakten Primärwaldes drangen Elefanten in die Siedlungen von Sepintun und fraßen sich durch 20-30 Hektar Plantage. Der Konflikt ist nur einer von vielen Mensch-Tier-Konflikten Sumatras.

In den Dokumenten ALNs ist die Elefantenherde mit keinem Wort erwähnt, und auch das Umweltamt BKSDA leugnet ihre Existenz schlichtweg.

2011-2012 bewies eine vom Grünen Verein durchgeführte Expedition unter wissenschaftlicher Leitung eindeutig die Existenz einer Elefantengruppe.

https://www.daserste.de/information/wissen-kultur/w-wie-wissen/sendung/2012/regenwald-102.pdf

An­schreiben

An: Herr Sahimin, Direktor des Umweltamtes Jambi (BKSDA)

Sehr geehrter Herr Sahimin,

Das Schicksal des stark gefährdeten Sumatra-Elefanten liegt mir sehr am Herzen. Soweit mir bekannt ist, gibt es kaum noch 150 Elefanten in der Provinz Jambi. Eine kleine Gruppe lebt bei dem Dorf Sepintun am Bukit Kausar in einem intakten Primärwald.

Dieser Wald liegt in den Konzessionsgebieten von PT. Alam Lestari Nusantara (ALN), PT. SAM Hutani und PT. REKI (Hutan Harapan). Immer wieder kommt es zu Wanderungen der Elefanten in die Konzessionsgebiete und zu Konflikten mit den Unternehmen und der Bevölkerung. Der Grund: Der Wald als Elefanten-Habitat ist stark dezimiert.

Mehrfach haben Anwohner Elefanten-Skelette und Schädel gefunden, die darauf hindeuten, dass Elefanten möglicherweise umgebracht wurden. Sie sind aber auch der Beweis dafür, dass hier noch Elefanten leben.

Sorgen Sie mit aller Kraft dafür, dass die Existenz der Elefanten anerkannt und der Wald bei Sepintun unter Schutz gestellt wird. Es liegt in Ihrer Hand, das Überleben des Sumatra-Elefanten in Jambi zu garantieren!

Mit freundlichen Grüßen

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