500 Jahre alt und jetzt gefällt - beendet den Kahlschlag in Kanada!

Schwarzbär klettert an einem Baum, Vancouver Island, British Columbia, Kanada Ein Schwarzbär klettert an einem Baum (© TJ Watt - Ancient Forest Alliance) Rodung von Küstenregenwald auf Vancouver Island, British Columbia, Kanada Der Mann auf dem Stumpf lässt die Größe der Bäume erahnen (© TJ Watt - Ancient Forest Alliance) Gefällter Baum im Küstenregenwald auf Vancouver Island, British Columbia, Kanada Gefällter Baum im Küstenregenwald auf Vancouver Island (© TJ Watt - Ancient Forest Alliance)

Die Regenwälder im Westen Kanadas bilden eines der seltensten Ökosysteme der Erde. Trotzdem werden die Urwälder gerodet. Auf Vancouver Island sind bereits 90 Prozent der Baumriesen verschwunden. Bitte fordern Sie von der Regierung der Provinz British Columbia, die Naturzerstörung sofort zu beenden und die Urwälder zu schützen.

Appell

An: den Premier von British Columbia John Horgan und Forstminister Doug Donaldson

„Die Regenwälder British Columbias sind in Gefahr. Bitte stoppen Sie die Rodung der uralten Bäume und schützen Sie die Urwälder.“

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Wer an Kanada denkt, hat Bilder von unendlichen Wäldern, klaren Seen und schneebedeckten Bergen im Kopf. Kaum vorstellbar, dass diese Landschaften bedroht sind. Doch ausgerechnet die ältesten Urwälder des Landes sind in Gefahr. Drei Quadratmeter pro Sekunde, über 10.000 Hektar im Jahr – so schnell werden allein auf Vancouver Island die seltenen, noch unberührten Küstenregenwälder der gemäßigten Breiten vernichtet.

Selbst mächtige, bis zu 80 Meter hohe Sitkafichten, Douglasien und Riesenlebensbäume fallen dort den Motorsägen zum Opfer. Mit der Rodung der Küstenregenwälder werden komplexe Ökosysteme geschädigt. Lachse, Wölfe und Bären verlieren ihren Lebensraum. Die Population des Marmelalks, eines an den Urwald angepassten Wasservogels, ist eingebrochen.

„Werden diese Urwälder gerodet, sind sie für immer verloren“, sagt Jens Wieting von der Umweltschutzorganisation Sierra Club BC. Nachwachsende Bäume würden schon nach wenigen Jahrzehnten wieder gefällt, so dass sich die natürliche Vielfalt nicht regeneriere. Hinzu kommen die negativen Auswirkungen des Klimawandels.

Das Ausmaß der Naturzerstörung wurde 2014 deutlich, als Bilder des „Big lonely Doug“ veröffentlicht wurden. Eine mächtige Douglasie, die wie ein Mahnmal inmitten eines Kahlschlags steht.

Dass die Bewahrung großer Waldgebiete gelingen kann, wurde im Great Bear Rainforest nördlich von Vancouver Island bewiesen. 2016 wurden dort mehr als 3 Millionen Hektar Wald unter Schutz gestellt. Eine zentrale Rolle spielen dabei die indigenen Völker, die in Kanada First Nations heißen.

Bitte fordern Sie von der Provinzregierung British Columbias, die Rodung der Küstenregenwälder und das Fällen der Urwaldriesen sofort zu stoppen. Die majestätischen Bäume dürfen nicht Wirtschaftsinteressen geopfert werden.

Hinter­gründe

Kanadas Wälder bedecken mehr als 347 Millionen Hektar Land. Lediglich Russland und Brasilien haben größere Wälder.

Nur 6,9 Prozent von Kanadas Wäldern stehen unter Schutz, darunter 0,1 Prozent als „strict nature reserve“.

Küstenregenwälder der gemäßigten Breiten überziehen weniger als ein Prozent der Erdoberfläche. Sie können mehr als 1.000 Tonnen Kohlenstoff je Hektar speichern, ein Rekordwert.

Als „old-growth forest“ werden üblicherweise Wälder betrachtet, die älter als 250 Jahre oder nie industriell genutzt worden sind und daher viele Urwaldmerkmale, insbesondere strukturelle Vielfalt, aufweisen.

Vancouver Island ist ein Zentrum der Waldvernichtung

Vancouver Island, eine Insel fast so groß wie Nordrhein-Westfalen, ist ein zentrales Glied des größten Regenwaldgebietes der gemäßigten Breiten, das sich über mehrere Hundert Kilometer vom Great Bear Rainforest bis zum Olympic Nationalpark in den USA erstreckt.

Laut einer Studie des Sierra Club BC ist nahezu die Hälfte der ursprünglichen Regenwaldgebiete auf Vancouver Island und an der Südküste British Columbias so stark geschädigt, dass typische Tier- und Pflanzenarten in großer Gefahr sind. Dort ist der Urwaldanteil unter 30 Prozent gesunken. Von einigen Ökosystemen sind weniger als ein Prozent übrig – trotzdem stehen sie häufig nicht unter Schutz. Neben dem Holzeinschlag setzen Trockenperioden, Stürme, Insektenbefall und Feuer, deren Zunahme mit dem Klimawandel in Zusammenhang steht, den Wäldern zu.

Kanadas Holzexporte wachsen

2016 exportierte Kanada Holz und Holzprodukte im Wert von 34,4 Milliarden Kanadischen Dollar, 23,8 Milliarden entfielen auf den Handel mit den USA, 4,8 Milliarden auf China und 1,4 Milliarden auf Japan.

Zwischen 2015 und 2016 haben Kanadas Holzexporte um 5,3 Prozent zugenommen. Der Export von Nadelholz (softwood lumber) legte sogar um 17 Prozent zu, der Export von Bauholz (wood panel) um 21,6 Prozent.

British Columbia exportiert zunehmend unverarbeitetes Rohholz ins Ausland, so dass Sägewerke schließen und die Zahl der Arbeitsplätze in der Forstwirtschaft zurückgeht.

Im Sommer 2017 wurde die industriefreundliche Provinzregierung von British Columbia nach 16 Jahren abgewählt. Die neue Regierung von Premier John Horgan hat versprochen, sich für Natur- und Umweltschutz einzusetzen.

Links zu weitere Informationen

http://sierraclub.bc.ca/take-action-centre/rainforestisland

http://sierraclub.bc.ca/25-organizations-call-for-action-vancouver-islands-rainforest-communities/

http://sierraclub.bc.ca/old-growth-logging-collapse-vancouver-island/

http://sierraclub.bc.ca/wp-content/uploads/2015/08/South-Coast-Backgrounder_March-2016.pdf

http://sierraclub.bc.ca/new-google-earth-tool/

https://sierraclub.bc.ca/get-copy-vancouver-islands-last-stand-newspaper/

http://www.wieting.org/

http://www.timescolonist.com/news/local/loss-of-old-growth-faster-than-for-tropical-rainforest-sierra-club-of-b-c-1.14871002

http://vancouversun.com/opinion/opinion-remaining-old-growth-forest-must-be-protected

http://vancouversun.com/news/local-news/stephen-hume-sierra-club-calls-for-a-moratorium-on-old-growth-logging

https://www.biv.com/article/2017/3/bc-raw-log-exports-asia-soar/

http://www.nrcan.gc.ca/forests/report/16496

An­schreiben

An: den Premier von British Columbia John Horgan und Forstminister Doug Donaldson

Sehr geehrter Premier John Horgan,
sehr geehrter Forstminister Doug Donaldson,

British Columbias Küstenregenwälder prägen das Bild Kanadas in der Welt. Die Urwälder mit ihren bis zu 80 Meter hohen Bäumen gehören zu den seltensten Ökosystemen der Erde und locken naturbegeisterte Touristen an.

Doch die Wälder sind in großer Gefahr. Mehr als 3 Quadratmeter pro Sekunde, über 10.000 Hektar im Jahr – so rasant werden sie allein auf Vancouver Island vernichtet, wo bereits 90 Prozent der Urwaldriesen gefällt wurden.

Bitte lassen Sie nicht zu, dass die Küstenregenwälder und andere Urwaldgebiete gänzlich und für immer zerstört werden.

Bitte verhängen Sie einen sofortigen Einschlagstopp für intakte Wälder in Hotspots wie der Central Walbran und andere wertvolle Gebiete auf Vancouver Island und dem Festland.

Bitte verabschieden Sie so schnell wie möglich ein Urwaldschutzgesetz für British Columbia, angelehnt an die Erfahrungen im Great Bear Rainforest. Stellen Sie möglichst große Waldgebiete unter Schutz.

Respektieren Sie die Rechte der First Nations. Stärken Sie sie darin, die Wälder, Flüsse und Seen zu schützen und alternative Erwerbsquellen zur Forstwirtschaft zu erschließen.

Wenn es gelingt, British Columbias Küstenregenwälder auch im Süden des Great Bear Rainforest zu schützen, wäre das ein umweltpolitischer Meilenstein, der weltweit Beachtung fände.

Mit freundlichen Grüßen

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