Den Freihandelsdeal mit Mercosur aufhalten!

Rinderherde in Mato Grosso Die Mercosur-Staaten wollen mehr Rindfleisch in die EU exportieren (© alffoto / istockphoto.com)

Die EU hat einen Freihandelsdeal mit Südamerikas Mercosur-Staaten geschlossen. Würde er umgesetzt, käme noch mehr Rindfleisch nach Europa, für das Regenwald und Savannen zerstört werden. Vor allem Brasiliens Präsident Bolsonaro ist zur Plünderung Amazoniens bereit. Wir müssen die Ratifizierung verhindern! Bitte protestieren Sie!

News und Updates Appell

An: die EU-Kommission und die Regierungen der EU-Mitgliedstaaten

„Ein Freihandelsabkommen mit den Mercosur-Staaten ist eine Bedrohung für Menschen und Umwelt. Bitte stoppen Sie das Abkommen.“

Ganzes Anschreiben lesen

Meinen sie das wirklich ernst?

EU-Kommissionschef Jean-Claude Juncker und Handels-Kommissarin Cecilia Malmström preisen den Freihandelspakt als „historisch“. Regenwaldzerstörung und Menschenrechtsverletzungen? Würden verhindert! Kampf gegen die Klimakatastrophe? Gehe unvermindert weiter. Sorgen seien unbegründet.

Die Wirklichkeit dürfte das Gegenteil sein: Der Handelsdeal wurde auf dem Rücken von Umwelt und Menschen geschlossen.

Es profitieren Agrarkonzerne aus Brasilien, Argentinien, Paraguay und Uruguay, die bald mehr Rind- und Hühnerfleisch, Zucker und Ethanol in die EU verkaufen dürfen. Dabei ist der Agrarsektor dort noch umweltverachtender als hierzulande: Genmanipulierte Pflanzen sind weit verbreitet und Ackergifte werden großzügig eingesetzt. Gerade wurden in Brasilien 33 Pestizide zugelassen, die in der EU kaum eine Chance auf Genehmigung hätten. Für zusätzliche Weiden und den Anbau von Soja würden weitere Wälder und Savannen wie der Cerrado zerstört.

Der Eu-Kommission ist offenbar gleichgültig, dass insbesondere Brasiliens rechtsextremer Präsident Jair Bolsonaro eine rücksichtslose Landwirtschafts- und Umweltpolitik verfolgt, den Agrarkonzernen leichteren Zugriff auf Amazoniens Regenwälder eröffnet und den Kampf gegen die Klimakatastrophe weitgehend einstellt.

Auf EU-Seiten freuen sich Autobauer und Chemiekonzerne über den Handelsdeal. Den Schaden haben Kleinbauern in Europa, die ökologische Landwirtschaft betreiben und sich ums Tierwohl kümmern. Zusätzliches Fleisch aus Südamerikas Massenproduktion könnte den Preiskampf verschärfen und sie hart treffen.

Die EU-Kommission hat den Vertrag mit den Mercosur-Staaten unterschrieben – allerdings steht die Zustimmung der EU-Mitgliedsstaaten und des EU-Parlaments noch aus.

Wir müssen die Ratifizierung verhindern! Bitte protestieren Sie!

An­schreiben

An: die EU-Kommission und die Regierungen der EU-Mitgliedstaaten

Sehr gehrte Damen und Herren,

die EU strebt ein Handelsabkommen mit den Mercosur-Staaten an. Das Abkommen zielt auf eine Erleichterung von Exporten insbesondere von Rind- und Hühnerfleisch, Zucker und Ethanol nach Europa ab. Damit verbunden ist eine Intensivierung der Landwirtschaft mit negativen Auswirkungen auf die Natur und die ländliche Bevölkerung.

Wir sehen diese Gefahren:

- Höhere Quoten für Rindfleisch führen zu einer gesteigerten Rindfleischproduktion in Südamerika, zu einer Ausdehnung der Weiden und damit zur Rodung von Wäldern und Savannen. Zugleich steigt der Druck auf europäische Landwirte, ihre Produktion zu intensivieren, zulasten des Tierwohls.

- Die zunehmend intensivierte Landwirtschaft in Südamerika ist häufig mit Landrechtskonflikten und Menschenrechtsverletzungen bis hin zu Sklavenarbeit verbunden. Durch den großflächigen Einsatz von Ackergiften wie Glyphosat wird die Gesundheit vieler Menschen gefährdet.

- Regelungen zu nichttarifären Handelshemmnissen bedrohen europäische Umweltstandards, Verbraucher- und Arbeiterrechte. Das in der EU verankerte Vorsorgeprinzip gerät unter Druck, demokratische Prinzipien werden verraten.

Mit Verhandlungen hinter verschlossenen Türen verfolgt die EU-Kommission offenbar die gleiche Strategie wie bei den Abkommen TTIP und CETA, gegen die Millionen Bürger protestiert haben. Die EU scheint diese Kritik nicht ernst zu nehmen und verfolgt mit dem Mercosur-Abkommen eine ebenso schädliche Handelspolitik auf Kosten der Menschen und Umwelt auf beiden Seiten des Atlantiks.

Bitte stoppen Sie das Abkommen.

Mit freundlichen Grüßen

5-Minuten-Info zum Thema: Fleisch / Soja

Die Ausgangslage – Hunger auf Fleisch

Fleisch ist des Deutschen liebstes Gemüse: Mit 88 Kilogramm Fleischverzehr pro Person und Jahr liegen wir über dem EU-Durchschnitt. Seit 1950 hat sich unser Fleischhunger mehr als verdoppelt. Hochgerechnet auf ein Menschenleben verzehrt jeder von uns mehr als 900 Hühner, 46 Schweine und vier Rinder.

Die mehr als 100 Millionen Tiere, die in Deutschland Jahr um Jahr geschlachtet werden, benötigen große Mengen Nahrung. So viel, dass auf einem Drittel der weltweiten Ackerfläche Futtermittel angebaut werden. Statt Menschen zu ernähren, landet so jedes Jahr ein großer Teil der weltweiten Weizen-, Mais-, Gersten- und Sojaernte in Tiermägen. Das Kraftfutter für Schweine und Geflügel in Deutschland besteht zu mehr als 30 Prozent aus Soja. Dieses Soja wird hauptsächlich aus Regenwaldländern importiert.

Die Auswirkungen – Regenwaldrodungen, Monokulturen, Klimawandel

Deutschland und die EU beziehen nahezu ihr gesamtes Futtersoja aus Argentinien, Brasilien und Paraguay. Wo einst üppige Regenwälder und weite Savannen das Landschaftsbild prägten, erstrecken sich die Sojafelder nun auf einer Fläche größer als Deutschland und die Niederlande. Allein für den Sojahunger der deutschen Masttiere wird in Südamerika eine Fläche größer als Brandenburg bestellt. Für die Ausweitungen der riesigen Monokulturen werden wertvolle Wälder gerodet und Menschen vertrieben. Wer bleibt, wird oft krank: Dreiviertel der in Lateinamerika angebauten Sojapflanzen ist Gen-Soja des Agrarkonzerns Monsanto. Sie werden mit dem Spritzmittel Glyphosat behandelt. Das Gift steht im Verdacht, beim Menschen zu Tumoren und Erbgutschäden zu führen. Für die Umwelt ist Glyphosat in jedem Fall hochgiftig. Die Sprüheinsätze vernichten die Artenvielfalt, vergiften die Böden, die Gewässer (einschließlich das Trinkwasser) und die Luft.

Ein weiteres Problem sind die Rinderweiden, die immer tiefer in die Wälder geschlagen werden. Rechnet man Weideland und Futtermittel-Äcker zusammen, so nehmen sie Dreiviertel aller agrarischen Nutzflächen weltweit ein. Die Auswirkungen auf das Klima sind verheerend: Methan aus Rindermägen, CO2 durch Rodungen und Maschineneinsatz, freigesetztes Lachgas aus dem Dünger: 18 Prozent der globalen Treibhausgasemissionen stammen aus der Viehhaltung.

Die Lösung – Pflanzenkraft und Sonntagsbraten

Die Zukunft der Regenwälder entscheidet sich auch auf unseren Tellern: Die tierischen Produkte auf unserem Speiseplan haben einen Anteil von 72 Prozent an den ernährungsbedingten Treibhausgasemissionen. Verglichen mit nicht-tierischen Lebensmitteln wird für ihre Herstellung ein Vielfaches an Fläche benötigt.

Diese Tipps helfen, Menschen, Natur und Klima zu schützen:

  1. Öfter mal pflanzlich: Seitansteak, Lupinenaufstrich und Hafermilch – leckere und nahrhafte Alternativen zu tierischen Produkten finden sich inzwischen in jedem Supermarkt.
  2. Zurück zum Sonntagsbraten: Wer nicht ganz auf Fleisch verzichten möchte, kann seinen Fleischkonsum auf einen Tag in der Woche reduzieren und Produkte aus Massentierhaltung meiden. Fleisch mit dem Siegel der Bio-Anbauverbände Demeter und Bioland wird ohne konventionelles Sojafutter produziert.
  3. Aber bitte mit Soja: Nur circa zwei Prozent der Sojaernte wird zu Tofuschnitzeln, Sojajoghurt und ähnlichen Produkten verarbeitet. Hierfür muss kein Regenwald gerodet werden – geerntet wird meist auf europäischen Äckern.
  4. Lebensmittelverschwendung stoppen: Pro Jahr landet in Deutschland das Fleisch von 53 Millionen Tiere im Hausmüll. Bewusstes Einkaufen kann Leben retten.
  5. Protest über den Tellerrand hinaus: Auf Demonstrationen wie „Wir haben es satt“ oder dem „March against Monsanto“ setzen sich Zehntausende Menschen für eine gesunde, tier-, mensch- und klimafreundliche Landwirtschaft ein und üben Druck auf Politiker aus. Für die demofreie Zeit sind Online-Petitionen und Briefe an die Volksvertreter eine gute Alternative.
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