Keine Geschäfte mit dem Papierkonzern APRIL!

Orang-Utan mit Baby APRIL-Tochterfirmen und Zulieferer expandieren bis in Orang-Utan-Wälder (© Istockphoto) TPL-Eukalyptus-Plantagen verdrängen den Regenwald Aus Regenwald wird Pappe zum Wegwerfen: Toba Pulp Lestari auf Sumatra (© Hengky Manalu) Fotograf und Demonstranten mit grünem Banner Nein zu weißem Papier aus dreckigen Fabriken und Umweltverschmutzung (© KSPPM) links Kahlschlag für Papierindustrie, rechts Urwald Orang-Utans zum Aussterben verurteilt: Kahlschlag durch PT Mayawana Persada auf Borneo (© Auriga Nusantara) Luftbild Baustelle Zellstofffabrik Baustelle im Mangrovenwald: Zellstofffabrik PT Phoenix Resources International (© Green of Borneo) ein Mann geht über eine kahlgeschlagene Fläche Der Stoff für die Papiermühlen kommt bald aus Papua (© Pusaka)

Der Papierkonzern APRIL / Royal Golden Eagle (RGE) und andere Unternehmen des Milliardärs Sukanto Tanoto zerstören seit einem halben Jahrhundert die Regenwälder Indonesiens und die Lebensgrundlagen der lokalen Bevölkerung. Wir appellieren an Banken, Investoren und Geschäftspartner, die Beziehungen mit APRIL und RGE abzubrechen.

News und Updates Appell

An: Banken, Geschäftspartner und Investoren von Asia Pacific Resources International Limited (APRIL) und Royal Golden Eagle (RGE)

„Abholzungen stoppen! Soziale und ökologische Schäden beheben! Keine Finanzleistungen an APRIL / RGE! Keine Geschäfte mit APRIL / RGE!“

Ganzes Anschreiben lesen

Der Konsum von Papier und Verpackungen für den einmaligen Gebrauch steigt rasant – mit verheerenden Folgen für die Wälder weltweit. Die Papier- und Zellstoffindustrie holzt Regenwälder ab und raubt indigenen Gemeinschaften ihr Land. Unser Verbrauch am Wegwerfprodukt Papier ist einer der stärksten Treiber für die Rodung der Regenwälder, ist Ursache für Landraub, Vertreibung und Gewalt.

Einer der größten Konzerne, seit Jahrzehnten berüchtigt für Regenwaldvernichtung und Konflikte, ist wieder in den Schlagzeilen: APRIL (Asia Pacific Resources International Limited): Auf Sumatra ist ein indigener Führer entführt, verschleppt und inhaftiert worden, weil er sich gegen die mit APRIL verbundene Firma Toba Pulp Lestari wehrt. Mayawana Persada, ebenfalls mit APRIL verbunden, schlägt auf Borneo Orang-Utan-Wald für Papier kahl, Torfwald, in dem eine bedeutende Population der vom Aussterben bedrohten Menschenaffen lebt. Ebenfalls auf Borneo entsteht derzeit eine Mega-Zellstofffabrik in Mangrovenwald, im Habitat von Nasenaffen. 

APRIL, Produzent von Zellstoff, Papier, Verpackungen, Tissues und Viskose, gehört zur Holding Royal Golden Eagle (RGE). Seit 2015 bekennt sich RGE zu einer entwaldungsfreien Lieferkette (zero deforestation). RGE und Zuliefererfirmen müssen nachweisen, dass kein Regenwald abgeholzt und die Bevölkerung nicht geschädigt wird.

Die Realität vor Ort sieht anders aus! 

Umwelt- und Indigenenorganisationen fordern die Behörden auf, die Zerstörungen und die Gewalt zu stoppen, die Firmen zu bestrafen und im Ernstfall zu schließen!

Internationale Gruppen appellieren an Banken, Investoren und Geschäftspartner, die Beziehungen mit APRIL und RGE abzubrechen.

Bitte unterstützen Sie unsere Kampagne mit Ihrer Stimme: Keine Geschäfte mit APRIL / RGE!

Start der Petition: 23.05.2024

Hinter­gründe

Unbeachtet von der Allgemeinheit expandieren weltweit die Hersteller von Verpackungen, Papier, Zellstoff und Viskose. Indonesische Konzerne, die zu den großen globalen Playern gehören, sind wesentlich mitverantwortlich für die Zerstörung der Tieflandwälder der Insel Sumatra und damit für die bedrohliche Dezimierung der Populationen der Sumatra-Tiger und Orang-Utans. In den letzten Jahren hat die indonesische Papierindustrie ihre Produktion um fast die Hälfte gesteigert. Und sie baut sie weiter aus.

Der immens steigende Bedarf am Rohstoff Holz für die neuen Papierfabriken leitet eine neue Welle der Entwaldung ein und bedroht die Regenwälder akut!

Die beiden Holdings Sinar Mas der Wijaya-Familie mit ihrem Zellstoffproduzenten APP (Asia Pulp and Paper) und Sukanto Tanoto`s Royal Golden Eagle mit ihrem Zellstoffarm APRIL (Asia Pacific Resources International Limited) sind Nummer EINS und ZWEI der großen Zellstoffproduzenten Indonesiens und stehen auf der Liste der Zerstörer des indonesischen Regenwaldes ganz vorn, noch vor Korindo (Holz und Palmöl) und Sumitomo (Bergbau).

 

Zum aktuellen Kahlschlag durch PT Mayawana Persada 

Rettet den Regenwald berichtete bereits über den äußerst schnellen und brutalen Kahlschlag für Papier im Orang-Utan-Wald auf Borneo, Provinz Westkalimantan, durch die Firma Mayawana Persada. Die Borneo-Orang-Utans können nur überleben, wenn die Abholzungen sofort gestoppt werden.

Auf dem Papier wird PT Mayawana Persada von einer Kette von Holdinggesellschaften kontrolliert. Überschneidungen in der Unternehmensführung, Verbindungen im operativen Management und in der Lieferkette zeigen jedoch, dass PT Mayawana Persada mit RGE und APRIL verbunden ist.

Die Studie Deforestation Anonymous. Rainforest destruction and social conflict driven by PT Mayawana Persada in Indonesian Borneo geht ausführlich auf die massive Abholzung in der Konzession von PT Mayawana Persada, die Zerstörung der Habitate geschützter Arten (Orang-Utans, Gibbons, Malaienbären u.a.) und die sozialen Konflikte mit indigenen Gemeinschaften ein. Der Bericht beruht auf Satellitenanalysen, der Verfolgung der Lieferketten, Interviews mit Mayawana-Mitarbeitern und der Analyse von Unternehmensunterlagen. Die Studie kommt zu dem Schluss, dass Mayawana bereits 35.000 Hektar Regen- und Torfwald gerodet hat, das ist etwa halb so groß ist wie Hamburg oder Singapur.

Zum Konflikt der indigenen Batak mit PT Toba Pulp Lestari

 

Der jahrzehntelange Konflikt des mit APRIL verbundenen Zellstoffunternehmens Toba Pulp Lestari mit dem Volk der Batak in der Provinz Nordsumatra gipfelt derzeit in der Kriminalisierung des Indigenenältesten Sorbatua Siallagan. Siehe dazu die Nachricht von Rettet den Regenwald Indigener auf Sumatra entführt und den Bericht des EPN über jailing of an indigenous leader.

Toba Pulp Lestari (TPL) begann 1989 unter dem Namen Indorayon mit der Produktion von Zellstoff für Papier und von Viskose-Fasern (Rayon) für Textilien – mit Tropenholz aus dem Urwald. Neue Eukalyptus-Plantagen werden bis an den Wald der vom Aussterben bedrohten Tapanuli-Orang-Utans reichen.

Die Verseuchung des Toba-Sees, Umweltzerstörung, Landraub und Gewalt führten von Anfang an zu starkem Widerstand. Doch ein halbes Jahrhundert Landkonflikte bleiben ungelöst, stattdessen werden die Einheimischen immer wieder kriminalisiert.

 

Laut dem 2019 veröffentlichten Bericht über die Kartierung sozialer Konflikte auf APRIL conflict plantations haben zivilgesellschaftliche Gruppen mindestens 101 akute Konflikte in Konzessionen von APRIL und Zulieferern erfasst. Die Studie fordert Käufer und Investoren auf, Geschäfte mit APRIL und RGE zu vermeiden, solange die Konflikte nicht auf transparente und partizipative Weise gelöst sind.

Zum Bau der Zellstofffabrik PT Phoenix Resources International

 

Das ebenfalls von APRIL/RGE kontrollierte Unternehmen PT Phoenix Resources International baut eine weitere riesige Zellstofffabrik in der Provinz Nordkalimantan. Dies ist Mangrovenwald und Habitat der seltenen Nasenaffen.

Der Bericht Pulping Borneo benennt die Risiken der Ausweitung der Zellstoffproduktion nach Borneo. Schon heute kommt das Holz für die großen Zellstofffabriken Sumatras aus Borneo. Der voraussichtlich enorme Bedarf der neuen Anlagen bedroht den restlichen Regenwald Borneos massiv! 

Pulping Borneo enthält auch wertvolle Infomationen über Sukanto Tanotos Imperium Royal Golden Eagle, die Verknüpfungen der einzelnen Firmen und Zulieferer, die Anteilseigner und die Investoren.

Umweltzerstörung, Konflikte und Intransparenz mit System

Die aktuellen Fälle sind keine Ausnahme. Zivilgesellschaftliche Organisationen haben zahlreiche Recherchen und Befunde über die Geschäftspraktiken, die Umweltzerstörungen und die sozialen Auswirkungen veröffentlicht.

Kampagnen von Umweltgruppen, Verhandlungen und Versprechungen seitens APRIL/RGE haben keine Verbesserungen erbracht, auch nicht, nachdem RGE 2015 eine entwaldungsfreie Produktion (zero-deforestation) zugesichert hatte. 

Paradise Papers: Leaked records reveal offshores role in forest destruction Die Untersuchung des International Consortium of Investigative Journalists zeigt, wie APRIL Briefkastenfirmen nutzte, um Bankkredite in Höhe von mindestens 3 Mrd. USD zu erhalten, das Geld zwischen seinen Tochtergesellschaften hin und her schob, während es seine Steuern minimierte.

APRIL violates its own zero deforestation policies Laut diesem Bericht von 2018 hält APRIL die eigene entwaldungsfreie Policy nicht ein.

APRIL conflict plantations Der 2019 veröffentlichte Bericht über die Kartierung sozialer Konflikte identifiziert mindestens 101 akute Konflikte in Konzessionen von APRIL und Zulieferern.

APRIL Illegal Logging Briefing 2020 zeigt, wie APRIL Torfmoore und Naturwälder während der Pandemie zerstörte.

Paradise Papers: Pulp giant faces profit-shifting accusations APRIL hat Exporte falsch klassifiziert, um Steuern zu senken (2020).

Sustainable deforestation APRIL-Adindo Bericht von 2020 zu Entwaldung durch eine mit APRIL verbundene Firma.

Environmentalpaper APRIL  Informationsseite zu APRIL.

Profilseiten von BankTrack Dodgy Deal:

Banktrack. APRIL

Banktrack. Royal Golden Eagle Group

Banktrack. Toba Pulp Lestari

Banktrack. Phoenix Pulp Mill Tarakan

Die obige Liste einer Auswahl von kritischen Berichten gibt einen Eindruck davon, wie APRIL/RGE und verbundene Unternehmen die Umwelt und die Bevölkerung schädigen. Wegen der komplexen und undurchsichtigen Unternehmensstrukturen kann sich APRIL/RGE jeglicher Rechenschaftspflicht entziehen. 

Jahrelange Verhandlungen großer Umweltorganisationen mit APRIL änderten nichts an der Praxis des Unternehmens. Investoren und Käufer sollen daher keine Geschäfte mit APRIL/RGE machen.

 

Zum Imperium von Sukanto Tanoto, APRIL und RGE

APRIL gehört zum Konglomerat RGE (Royal Golden Eagle), dem Imperium von Sukanto Tanoto, einem der reichsten Männer Indonesiens. RGE ist in folgenden Bereichen tätig: Zellstoff und Papier, Palmöl, Viskose, Bau und Energie, Immobilien und Vermögensverwaltung.

Von globaler Bedeutung sind die RGE-Sektoren Palmöl und Energie. Den Bereich Palmöl decken die Konzerne Asian Agri und Apical ab: Asian Agri ist einer der größten Palmölproduzenten mit zahlreichen Plantagen und Ölmühlen. Apical betreibt Raffinerien, die Weiterverarbeitung, eine Biodieselanlage und den Export von Palmöl. In Kanada ist RGE mit der Übernahme von Pacific Energy in die Gasförderung und -produktion eingestiegen.

Die Sektoren Zellstoff, Papier und Viskose von RGE sind tragende Säulen des Imperiums von Sukanto Tanoto. Auf den steigenden globalen Konsum reagierend expandiert APRIL/RGE in Indonesien, China, Europa und Lateinamerika oder ist dort bereits fest etabliert. Direkt mit APRIL verbundene Firmen sind u.a. in Brasilien, Macao, China, Singapur ansässig.

APRIL (Asia Pacific Resources International Limited): einer der größten Zellstoffkonzerne weltweit, produziert in mehreren großen Anlagen Papier, Zellstoff und Viskose. Die Papiermühle RAPP in der Provinz Riau auf Sumatra ist eine der größten der Welt.

Asia Symbol: weltgrößte Produktion von Zellstoff, Papier, Verpackungen in Shandong, China

Bracell: einer der größten Zellstoffproduzenten, Brasilien

Sateri: größter Viskoseproduzent in China

Asia Pacific Rayon: Viskoseproduktion in Riau

An­schreiben

An: Banken, Geschäftspartner und Investoren von Asia Pacific Resources International Limited (APRIL) und Royal Golden Eagle (RGE)

Sehr geehrte Damen und Herren,

ich bin bestürzt über die vom indonesischen Papier- und Zellstoff-Konzern APRIL (Asia Pacific Resources International Limited) ausgehende Zerstörung von Regenwald und die zahlreichen massiven Konflikte mit der Bevölkerung. 

Ihre Unternehmen unterhalten als Investoren oder Kunden Geschäftsbeziehungen zu APRIL und/oder zu dessen Mutter RGE (Royal Golden Eagle).

APRIL/RGE, seit Jahrzehnten berüchtigt für Regenwaldvernichtung und Konflikte, ist derzeit wieder in die Schlagzeilen geraten:

> Eine mit APRIL verbundene Firma holzt auf Borneo (Provinz Westkalimantan) Regenwald ab, in dem eine große Population der vom Aussterben bedrohten Orang-Utans lebt. 

> Auf Sumatra ist ein indigener Führer entführt und inhaftiert worden, weil er sich gegen eine andere mit APRIL verbundene Firma wehrt. 

> Ebenfalls auf Borneo (Provinz Nordkalimantan) entsteht derzeit eine Zellstofffabrik im Mangrovenwald, im Habitat von Nasenaffen. Die schiere Größe der Fabrik kommt einem aggressiven Angriff auf die letzten Wälder Borneos gleich. 

Umweltorganisationen in Indonesien fordern die Behörden auf, die Zerstörungen und die Gewalt endlich wirksam zu stoppen! 

Internationale Gruppen appellieren an Banken, Investoren und Kunden, keine Geschäfte mit APRIL/RGE, seinen Tochterunternehmen und Zulieferern zu tätigen, solange es keine deutlichen Verbesserungen entlang der gesamten Produktionskette gibt.

Ich appelliere an Sie:

- Wirken Sie auf APRIL/RGE und verbundene Firmen ein, die Abholzungen sofort zu stoppen;

- Beteiligen Sie sich aktiv an der Behebung sozialer und ökologischer Schäden;

- Frieren Sie Finanzleistungen an APRIL/RGE und mit APRIL/RGE verbundene Firmen sofort ein;

- Beenden Sie Ihre Geschäftsbeziehungen zu APRIL/RGE!

Bitte stehen Sie zu Ihrer Verantwortung für den Erhalt der Regenwälder, die für die Biodiversität, das Klima und das Leben auf dieser Erde unersetzlich sind. Tragen Sie nicht bei zu Gewalt gegen indigene Gemeinschaften, die bewiesenermaßen die besten Regenwaldschützer sind.

Mit freundlichen Grüßen

5-Minuten-Info zum Thema: Regenwald - Fragen und Antworten

Definition - Was ist tropischer Regenwald

Als tropischer Regenwald werden alle immergrünen Wälder der Tropen definiert, in denen keine Trockenperiode auftritt. Sie umspannen wie ein Gürtel die Erde entlang des Äquators. In Amazonien, im Kongobecken und in Südostasien wachsen die größten zusammenhängenden Tropenwaldgebiete. Intensives Sonnenlicht, hohe Temperaturen und mindestens zweitausend Liter Regen pro Quadratmeter im Jahr erschaffen dort den größten Artenreichtum der Erde.

Stockwerkbau – Was haben der Regenwald und ein Hochhaus gemeinsam?

Das einheitlich erscheinende dichte Grün des tropischen Regenwaldes ist weit weniger gleichförmig als es auf den ersten Blick erscheinen mag. Grundsätzlich gibt es hier vier verschiedene Stockwerke. Die Bodenregion und die Wasserwelt, die Busch- und Strauchregion, die Kronenregion und das „Penthouse“ mit den alles überragenden Baumriesen. Sie alle haben ihren eigenen, oft sehr spezialisierten Bewohner. Viele Lebewesen haben Symbiosen gebildet – sie nutzen sich gegenseitig. Kooperation ist im Regenwald überlebenswichtig. Nur wer einen optimal angepassten Lebensstil hat, überlebt hier. 

Wer sind die Bewohner des Waldbodens?

Hier ist es sehr dunkel. Durch das dichte Blätterdach gelangen nur ein bis zwei Prozent des Lichtes tatsächlich bis zum Boden. Viele Pilze, Moose und Farne gedeihen hier. Die Samen der großen Bäume haben nur eine Chance aufzukeimen, wenn ein großer Baum umstürzt und so eine Lichtung in das undurchdringliche Kronendach reißt. Schnell wachsen nun die Sämlinge und Lianen nach. So entsteht schon bald hoch oben eine neue Plattform für viele der Aufsitzerpflanzen (wissenschaftlich „Epiphyten“, z.B. Orchideen) und ein neuer Lebensraum für hunderte Tiere.

Ein gutes Beispiel für die wechselseitigen Abhängigkeiten im Regenwald sind die Rafflesien, die in Südostasien wachsen. Ihre riesigen Blüten von einem Meter Durchmesser und einem Gewicht von bis zu sieben Kilogramm benötigen für ihre Entwicklung bis zu einem Jahr – um danach nur wenige Tage zu blühen. Für die Bestäubung der auf dem Boden wachsenden Blüte ist die Rafflesie auf bestimmte Insekten angewiesen. Sie werden von dem aas-ähnlichen Geruch und der Farbe angelockt. Als Schmarotzer ist sie zudem auf bestimmte Wirtspflanzen angewiesen, Lianen zum Beispiel. Sterben diese, so stirbt auch die Rafflesie.

Gibt es Gärtner im Urwald?

Jedem Regenwaldbesucher, der beim Gang durch den südamerikanischen Dschungel den Blick auf den Boden richtet, fallen sie auf. Wo man hinschaut, sieht man die Prozessionen der Blattschneider-Ameisen, die ausgesägte Blätter, Blütenteile und Fruchtstücke zu ihren Nestern transportieren. Dort nutzen sie ihre Ernte nicht, wie man vermuten würde, direkt als Nahrung. Mit dem Pflanzenmaterial kultivieren die Ameisen Pilze. Sie gedeihen in extra angelegten Höhlen in den Nestern und ernähren die Ameisen und ihre Larven. 

Was macht ein Delfin im Amazonas?

In den Flüssen der Amazonas-Region schwimmen bis zu 3.500 verschiedene Fischarten. Außerdem sind sie das Reich vieler anderer Tierarten – sogar von rosa Flussdelfinen.

Auch zahlreiche Schlangenarten bewegen sich gekonnt durch das Wasser. Die blutrünstigen Piranhas sind dagegen ein Mythos des Regenwaldes. Diese grau-orangefarbenen Fische ernähren sich überwiegend von kleineren Fischen, Weichtieren, Früchten und Samen. Nur in der Trockenzeit werden sie gefährlich, wenn sie sich in Gruppen zusammenschließen, um Nahrung zu erbeuten.

Die kuriosen Basiliske leben zwar nicht im Wasser, können aber über seine Oberfläche rennen, um dort auf breiten Füßen mit Schuppen zwischen den Zehen ihre Beute zu verfolgen oder vor Gefahren zu flüchten. 

Gibt es wirklich fliegende Frösche und Schlangen?

Die Kronenregion ist der Raum im Regenwald, den die meisten Tiere bewohnen. Sie befindet sich zwischen 25 und 45 Metern Höhe über dem Waldboden. Hier leben neben fliegenden Fröschen und Schlangen auch fliegende Geckos und Flugdrachen. Die Frösche haben für ihren Gleitflug durch diese Höhen Häute zwischen ihren Zehen, die sie wie einen Fallschirm aufspannen können. Einige Vertreter dieser Tierart verlassen die Baumkronen ihr ganzes Leben lang nicht. Sie pflanzen sich auch auf den Bäumen fort. Dafür legen sie ihre Eier in die großen wassergefüllten Trichter der Bromelien. Dort wachsen die kleinen Kaulquappen heran und verlassen den Trichter erst dann, wenn sie ausgewachsen sind.

Die Schmuckbaumnattern wohnen in den Wäldern Südostasiens. Sie gleiten im Sturzflug durch die Kronen von Baum zu Baum. Dazu machen sie ihren Körper flach wie ein Segel und halten sich mit wellenförmigen Bewegungen in der Luft.

Besonders beeindruckend ist auch die Vielzahl an Schmetterlingen im Regenwald. Einige bringen es auf eine Spannweite von bis zu 30 Zentimetern und sind damit die größten der Welt.

Sind auch die Wolkenkratzer des Waldes bewohnt?

Auch im obersten Stockwerk des Urwaldes, in 60 Metern Höhe, gibt es vielfaches Leben. Dieser Raum wird durch die höchsten Baumriesen gebildet. Es sind langsam wachsende Arten wie Kapok, Paranuss und Mahagoni. Ihre Kronen ragen wie Inseln aus dem Blättermeer des darunterliegenden Stockwerks. Über die Bewohner dieser schwer zugänglichen Höhen ist wenig bekannt. Flughunde und Affen können auch ohne Zugang zu diesem Lebensraum entdeckt werden. Ebenso wie die in Schwärmen lärmend umherfliegenden Sonnensittiche, die imposanten Aras und Harpyien, die zu den größten Greifvögeln der Erde gehören. Sie erbeuten Faultiere, Aras oder Nasenbären. Doch die hier und in der Kronenregion lebenden Insekten sind bis heute weitgehend unerforscht.

Wie kann man aus den Pflanzen des Regenwaldes Medizin machen?

Seit tausenden von Jahren nutzen die Bewohner des tropischen Regenwaldes seine Pflanzen als Medizin. Die Regenwälder sind die größte Naturapotheke der Welt. So wird der rote Milchsaft des Drachenblutbaumes  als heilendes „Flüssigpflaster“ mit entzündungshemmender Wirkung eingesetzt. Aus dem Chinarindenbaum lässt sich Chinin gewinnen. Dieses Mittel gegen Malaria nutzen die Bewohner der Regenwaldes schon lange zur Behandlung des Fiebers. Die Kalabarbohne aus den Wäldern im Westen Afrikas wird in Arzneien gegen den Grünen Star und gegen Bluthochdruck verwendet. Regenwald-Pflanzen liefern auch sehr viele Wirkstoffe für die Krebstherapie.

Doch nicht nur die Menschen nutzten die Pflanzen-Apotheke. Auch Orang-Utans wissen, welches Kraut gegen Malaria oder Migräne gewachsen ist. In einem Revier von 300 Hektar kennt der Orang-Utan jeden Baum und jede Pflanze und merkt sich genau, wann wo welche Früchte reif sind.  

Welche Folgen hat die Zerstörung des Regenwaldes für Tiere?

Jedes Jahr nimmt die Waldfläche auf der Erde um 13 Millionen Hektar ab, der größte Teil in den Tropen. Zwischen 2001 bis 2010 wurden pro Jahr 10,4 Mio. Hektar Tropenwälder abgeholzt, davon 6,3 Mio. Hektar Primärwälder. Jede Minute fällt eine Waldfläche vom Ausmaß von 40 Fußballfeldern den Motorsägen, Bulldozern und Brandrodungen zum Opfer – für die Holz- und Möbelindustrie ebenso wie für riesige Plantagen aus Ölpalmen, Zuckerrohr und Soja. Auch für Gold- und Kupferminen, Erdölförderung und Staudämme stirbt die grüne Lunge unserer Erde.

Orang-Utans, Tiger und Tukane brauchen den Wald zum Leben. Mit jedem abgeholzten Waldstück sterben wahrscheinlich einige Tier- und Pflanzenarten unwiderruflich aus – jeden Tag sind es geschätzt etwa 150 Arten. Das Resultat nach einem Jahr ist vergleichbar mit der Zerstörung der kompletten Natur Deutschlands. 

Welche Folgen hat die Abholzung des Regenwaldes für die Ureinwohner?

Für 60 Millionen Ureinwohner ist der Regenwald Heimat und spiritueller Ort – und die Quelle für Nahrung, Medizin und Hausbau. Sie leben in Harmonie mit der Natur, ohne sie zu zerstören und sind in höchstem Maß auf den Wald angewiesen. Die Organisation Survival International berichtet von rund 150 indigenen Gruppen, die die Wälder ohne jeden Kontakt zur Außenwelt bewohnen, in freiwilliger Isolation; zum Beispiel die Awá im brasilianischen Amazonasgebiet. Durch die Zerstörung des Waldes, aber auch durch Zuwanderung und eingeschleppte Krankheiten ist ihre Lebensweise und oftmals sogar ihr Überleben bedroht. Insgesamt leben nach Angaben der Welternährungsorganisation FAO 300 Millionen Menschen in Waldgebieten.  

Aber nicht nur für Völker des Regenwaldes ist der zunehmende Verlust der Waldfläche eine Gefahr. Wir alle verlieren mit ihm die „grüne Lunge“ der Erde. Als wichtigen CO2-Speicher brauchen wir den Regenwald, um das Weltklima zu regulieren. Wenn die Regenwaldgebiete dieser Welt versteppen oder verwüsten, hat das sogar Auswirkungen bis nach Europa. Zudem verliert die Menschheit mit jeder aussterbenden Pflanze oder Tierart einen wunderbaren Schatz. Dieser ist im Gegensatz zu lösbaren Umweltproblemen für immer verloren.

Was tut Rettet den Regenwald um den Wald zu schützen?

Rettet den Regenwald setzt sich seit 1986 für den Erhalt dieses einzigartigen Ökosystems ein. Wir wollen den Wald und seine Bewohner – Menschen, Tiere und Pflanzen – vor den kurzfristigen Interessen verschiedener Industrien zu schützen. Dafür unterstützen wir Basisgruppen direkt vor Ort, die sich für Waldschutz, die Rechte der Indigenen, sozialen Fortschritt und eine umwelt- und sozial verträgliche Entwicklung einsetzen. Mit unseren Protestkampagnen gegen den Raubbau schaffen wir ein Bewusstsein in der Öffentlichkeit und fordern die Verantwortlichen mit der Übergabe der gesammelten Unterschriften direkt zu einer Kurs-Korrektur auf. Mit den Spenden fördern wir den Kauf und Erhalt von Regenwaldflächen sowie – wenn notwendig – juristische Schritte zum Schutz des Waldes. Wir betreiben Informationsarbeit zur Beteiligung Deutschlands an der Regenwaldzerstörung, zeigen Ursachen auf und benennen die Täter. Mit Informationsarbeit für VerbraucherInnen regen wir bewusstes Kaufverhalten an.

Wie kann ich den Regenwald schützen?

  • Sprechen Sie mit Freunden, Bekannten und der Familie über den Regenwald und die Bedrohung. Machen Sie sie auf die Arbeit von Rettet den Regenwald aufmerksam und regen Sie sie zur Unterstützung unserer Protestaktionen an – jeder kann sich beteiligen! 
  • Unterstützen Sie die Arbeit von Rettet den Regenwald mit einem Spendenabo oder gezielten Einzelspenden.
  • Beteiligen Sie sich an unseren Protestaktionen. Wir stellen Ihnen auch gerne Listen zum Ausdrucken zur Verfügung, die Sie am Arbeitsplatz, in der Schule oder in Ihrem Laden auslegen können.
  • Kostenlos erhalten Sie Exemplare des Regenwald-Reports, den Sie auch öffentlich auslegen können.
  • Organisieren Sie Spendensammlungen in der Schule, Uni oder bei der Arbeit. Mit solchen Informationsveranstaltungen werden mehr Menschen auf den wichtigen Schutz des Regenwaldes aufmerksam und Sie unterstützen unsere Arbeit direkt mit einer Spende.
  • Informieren Sie sich auf unseren Themenseiten darüber, wie sich Ihr Konsumverhalten auf den Regenwald auswirkt und ob es Alternativen zu umweltschädlichen Produkten gibt.

Mehr Informationen zum Thema Regenwald finden Sie in unserem Shop:

Bücher:

DVD: 

Kinder- und Jugendbücher:

News und Updates

Erfolg · 08.06.2024

Die indigenen Afsya retten 40.000 Hektar Regenwald in West-Papua!

drei Frauen, gekleidet in rote Webstoffe und mit bunten Federn auf dem Kopf

40.000 Hektar Regenwald in West-Papua werden gerettet! Endlich sind sieben indigene Gemeinschaften offiziell anerkannt. Ihr Gebiet kann nicht mehr an Palmöl-, Papier- und Bergbaufirmen vergeben werden. Ein großer Erfolg nach jahrelangem Kampf.

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Orang-Utan · 02.05.2024

Aktiv gegen Kahlschlag für Papier im Orang-Utan-Wald

Auf Borneo holzt das Unternehmen Mayawana Persada Regenwald und Torfwald ab, in denen Orang-Utans leben. Lokale Umweltverteidiger sind nach Jakarta gereist und fordern: Der Firma muss die Lizenz entzogen werden und Umweltverbrechen müssen bestraft werden. Keine Regenwaldzerstörung für Papier!

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Aktuelles · 03.04.2024

Indigener auf Sumatra entführt, weil er sich gegen die Papierindustrie wehrt

Sorbatua Siallagan, ein Indigenenältester auf Sumatra, wurde entführt, weil er seinen Wald vor der Papierindustrie schützen will. Tagelange Proteste fordern: Sorbatua Siallagan freilassen! Toba Pulp Lestari schließen!

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Orang-Utan · 20.03.2024

Neuer Kahlschlag im Orang-Utan-Wald! Für Papier!

Auf Borneo holzt ein Unternehmen Regenwald und Torfwald ab, in denen eine große Population Orang-Utans lebt. Die Firma raubt das Land der Indigenen und bepflanzt es mit Eukalyptus und Akazien für die Herstellung von Papier. Noch können wir viel Wald retten!

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