Chile: Lebensraum der Darwinfrösche akut in Gefahr!

10.725 Teilnehmer

Ende der Aktion: 19.05.2014

Weltweit wird in diesem Jahr der 200. Geburtstag des Forschers Charles Darwin gefeiert – doch Darwin selbst wäre derzeit wohl nicht nach Feiern zumute. Die von ihm entdeckten und nach ihm benannten Darwinfrösche (Nasenfrösche) sind in Gefahr. Ihr Lebensraum, der südchilenische Regenwald, droht für immer zu verschwinden. Die dort lebenden Mapuche-Indianer kämpfen bereits seit Jahrzehnten verzweifelt gegen die Abholzungen und Vertreibung von ihrem Land. Nun sollen auch noch Staudämme des norwegischen Unternehmens SN Power in den von der UNESCO geschützten Wäldern gebaut werden. Unterstützen Sie unsere Protestaktion.

Appell

Der Lebensraum der Darwinfrösche (Rhinoderma darwinii und Rhinoderma rufum) ist akut bedroht. Sie leben in den südchilenischen Regenwäldern, die immer weiter zerstört werden. SN Power, ein norwegisches, weltweit operierendes Energieunternehmen, plant, in Chile Wasserkraftwerke und Staudämme zu bauen. Über den sogenannten Mechanismus für Saubere Entwicklung (Clean Development Mechanism) erhalten derartige Projekte viel Geld aus dem internationalen Handel mit Verschmutzungsrechten und sind damit für Investoren und Betreiber hoch lukrativ.

Vier Wasserkraftwerke in der Region Los Rios, östlich von Valdivia, plant SN Power über sein lokales Tochterunternehmen Trayenko S.A. Das größte mit einem Investitionsvolumen von 1 Milliarde US-Dollar trägt den Namen Maqueo und hat eine Leistung von 400 Megawatt (MW). Weitere Anlagen sind in Liquiñe (118 MW), Pellaifa (108 MW) und Reyehuico (38 MW) geplant. Die Kraftwerke sollen Energie zur Verhüttung der Erze liefern, die im Norden Chiles abgebaut werden.

Der Bau der Staudämme und Kraftwerke ist mit tief greifenden Einschnitten in die Umwelt Chiles verbunden. Teile des Urwaldes würden in den Fluten untergehen, einmalige Ökosysteme würden für Straßen, Tunnel und Rohrleitungen geopfert. Neu zu bauende Hochspannungsleitungen sollen den Strom über Hunderte Kilometer zu den Bergbaubetrieben leiten. Den an die Staudämme grenzenden Gebieten würde im wahrsten Sinne des Wortes das Wasser abgegraben, da zahlreiche Bäche und Flüsse für die Stauseen umgeleitet werden müssten.

Schon heute ist der Regenwald Südchiles stark gefährdet: Obwohl der Urwald 2007 zum Unesco Biosphärenreservat „Gemäßigte Regenwälder der südlichen Cordillere“ erklärt wurde, wird dort mit Förderung der chilenischen Regierung eine ausbeuterische Forstwirtschaft betrieben. Die einzigartigen Südbuchen (Nothofagus) und Araukarien werden abgeholzt und durch schnell wachsende Kiefern- oder Eukalyptusbäume ersetzt. Die ökologisch toten Holzmonokulturen bedecken bereits mehr als zwei Millionen Hektar und liefern billiges Holz für die Exportindustrie des Landes. Für Tiere und Pflanzen bieten sie keinen Lebensraum und ruinieren außerdem die Böden.

Die Ureinwohner, die Mapuche-Indianer, kämpfen schon seit Jahrzehnten gegen die Zerstörung ihrer Natur. Die Regierung und Holzindustrie raubte ihr Land, um aus einmaliger Wildnis industrielle Holzmonokulturen zu machen. Die Wasserkraftprojekte stellen für sie eine weitere Bedrohung dar, weshalb sie diese und das Vorgehen von SN Power ablehnen. In einer gemeinsamen Erklärung fordern die Mapuche den sofortigen Abzug sämtlicher Maschinen von ihrem Land und die Einhaltung ihrer Rechte. Auch Wissenschaftler, Umweltschützer und lokale Gruppen wehren sich gegen die weiter voranschreitende Vernichtung der einmaligen Ökosysteme.

Unterstützen Sie unsere Protestaktion und fordern Sie SN Power dazu auf, seine Staudammprojekte in Südchile zu stoppen. Auch die Regierung Chiles sollte den Wert der einzigartigen Urwälder ihres Landes erkennen und den ausbeuterischen Holzplantagen und zerstörerischen Wasserkraftprojekten ein Ende setzen. Eine Übersetzung des Protestbriefes finden Sie hier

Hinter­gründe

Sehr geehrte Frau Ana Lya Uriarte Rodríguez, Sehr geehrte Herren Andresen und Mecklenburg,

weltweit wird in diesem Jahr der 200. Geburtstag des Forschers Charles Darwin gefeiert – doch Darwin selbst wäre derzeit wohl nicht nach Feiern zumute. Die von ihm entdeckten und nach ihm benannten Darwinfrösche (Rhinoderma darwinii und Rhinoderma rufum) und ihr Lebensraum, der südchilenische Regenwald, ist gleich von zwei Seiten her akut bedroht: Immer mehr industrielle Holz-Plantagen dehnen sich auf Kosten der Urwälder aus. Der Regenwald wird zerstört und der Boden mit schnell wachsenden Bäumen ausgelaugt. Immer neuer Regenwald wird gerodet, um den weltweiten Konsum von Holz und Papier zu bedienen.

Die chilenische Regierung kommt ihrer Verantwortung für den Regenwald und die in den Gebieten lebenden Menschen wie den Mapuche-Ureinwohnern nicht ausreichend nach! Zum anderen würden die Staudammprojekte der norwegischen Energiefirma SN Power das Ende für den verbliebenen Regenwald in Südchile bedeuten. Einzigartiger Urwald würde geflutet, Straßen, Tunnel, Rohr- und Strom-Überlandleitungen sowie Maschinenanlagen würden gebaut. Angrenzenden Regionen würde im wahrsten Sinne des Wortes das Wasser abgegraben, da zahlreiche Bäche und Flüsse für den Stausee umgeleitet und so der Wasserhaushalt stark verändert würde.

Die Mapuche-Indianer kämpfen schon seit Jahrzehnten gegen die Zerstörung ihrer Natur. Sie klagen an, dass die Regierung und die Holzindustrie ihr Land geraubt haben, um aus der einzigartigen Wildnis industrielle Holzmonokulturen zu machen. Die Wasserkraftprojekte stellen für sie eine weitere Bedrohung dar, weshalb sie diese und das Vorgehen von SN Power ablehnen. Die Mapuche fordern den sofortigen Abzug sämtlicher Maschinen von ihrem Land und die Einhaltung ihrer Rechte.

Ich bitte SN Power, die Planungen für die Staudammprojekte mitten im südchilenischen Regenwald einzustellen. Die chilenische Regierung rufe ich dazu auf, der unkontrollierten Abholzung der Regenwälder in ihrem Land endlich ein Ende zu setzen.
In Erwartung einer Antwort auf die aufgeführten Sorgen verbleibe ich mit freundlichem Gruß

An­schreiben

Ana Lya Uriarte Rodríguez, Ministra del Ambiente, Fax: +56-2-2405758, auriarter@conama.cl
Øistein Andresen, Director Ejecutivo de SN Power, Fax: +47 24 06 86 21, oistein.andresen@snpower.no
Mario Marchese Mecklenburg, Representante de Trayenko S.A. esteban.illanes@snpower.cl, Fax : +56 2 592-9220

Estimada Sra. Ana Lya Uriarte Rodríguez,
Estimados Srs. Andresen y Mecklenburg,

En todo el mundo se celebra este año el 200 aniversario del célebre científico Charles Darwin, - aunque el propio Darwin probablemente no estaría de ánimo para fiestas. Las ranas de Darwin (Rhinoderma darwinii, Rhinoderma rufum), descubiertas y nombradas por él, y su hábitat, la selva sur de Chile, se encuentran gravemente amenazadas por dos razones:

Plantaciones industriales de árboles se expanden a costo de los bosques naturales. La selva está siendo destruida y los suelos lixiviados con árboles de rápido crecimiento. Cada vez más selvas se están talando para satisfacer el consumo mundial de madera y papel. El gobierno de Chile no asume de manera suficiente sus responsabilidades con la selva y pobladores como el pueblo indígena mapuche que viven en dichas áreas.

Por otra parte, los proyectos de represas de la compañía energética noruega SN Power significarán la destrucción de todavía más selva en el sur de Chile. Bosques únicos serán inundados, y se construirán carreteras, túneles, tuberías, líneas de transmisión de electricidad y plantas de energía en ecosistemas sensibles. Las zonas adyacentes serán excavadas para desviar el agua hacia el embalse. Arroyos y ríos serán alterados de manera significativa.

Los indígenas mapuche se oponen desde hace décadas a la destrucción de su naturaleza. Denuncian de que el gobierno y la industria de maderera han robado sus tierras invadiendo y convirtiendo su medio ambiente único en desiertos de monocultivos de árboles industriales. Los proyectos de energía hidroeléctrica representan una amenaza adicional para los mapuche, quienes rechazan la acción de SN Power. Los mapuche demandan la retirada inmediata de todas las máquinas de sus tierras y el respeto de sus derechos.

Solicito a SN Power, que abandone los planes para los proyectos de presas en el medio de la selva del sur de Chile. Solicito al gobierno de Chile detener por fin la deforestación incontrolada de los bosques del país.

Esperando una respuesta de su parte a las inquietudes mencionadas en la comunicación, atentamente,