Kolumbien: Hubschrauberattacke auf Embera-Indianer

18.584 Teilnehmer

Ende der Aktion: 22.05.2014

30. Januar 2010 um 3:30 nachts: Die Embera-Indianer schlafen friedlich im Regenwald. Plötzlich rattert ein Militärhubschrauber über ihnen. Bomben fallen auf die Menschen. Fünf Schwerverletzte sind die Folge, ein Baby stirbt Tage später. Das kolumbianische Militär entschuldigt später den Angriff als “unglück-lichen Zufall”. Doch die Indianer sehen eine direkten Zusammenhang zu einem geplanten Bergbauprojekt und sprechen von einer gezielten Attacke. Sie bitten um internationale Unterstützung.

Appell

Bei dem Bombenangriff wurden Jose Nerito Rubiano, Martha Ligia Bailarin, Yobani Bailarin und Celina Bailarin sowie ein wenige Tage altes Baby schwer verletzt. 19 Tage später verstarb das Kind. General Hernan Giraldo, Kommandeur der 17. Brigade mit Basis in Carepa (Antioquia), die den Angriff ausführte, rechtfertigt den Angriff mit dem Antiterrorkampf. Das Militär hätte angeblich Informationen gehabt, dass “die 34. Front der Guerillaorganisation FARC an diesen Ort gekommen wäre”. Die Embera verneinen das. Sie sind überzeugt, dass sie von ihrem Land vertrieben werden sollen, um Platz für den Abbau von Kupfer, Gold und Molybdän zu schaffen. Unter ihrem Regenwald gibt es reiche Bodenschatzvorkommen, auf die es die amerikanische Bergbaugesellschaft Muriel Mining Corporation, die Schweizer Glencore, die südafrikanische Anglo Gold Ashanti und der britisch-australische Bergbaugigant Rio Tinto abgesehen haben. Erstere verfügt dort über eine Bergbaukonzession von 9.000 Hektar. Die Embera lehnen das Projekt ab. Sie würden durch den Bergbau ihre Heimat und Lebensgrundlagen verlieren. Lesen Sie dazu unseren Artikel “Der Regenwald gehört uns Embera“ im Regenwald Report 4-09. Bereits seit Wochen haben Militärhubschrauber immer wieder das Gebiet nahe dem Dorf Alto Guayabal überflogen. Seit dem Angriff ist der Regenwald der Indianer von Soldaten besetzt. Die Embera fürchten um ihr Leben. Die Militärpräsenz ist für sie eine Bedrohung und kein Schutz. Ihre Bewegungsfreiheit ist nun eingeschränkt, die Kommunikation zwischen den Dörfern nicht mehr möglich. Die Nahrungsmittel werden knapp, denn aus Angst gehen die Embera nicht mehr ihrer Arbeit wie der Jagd und dem Fischfang nach. Seit Mai 2000 hat es immer wieder Bombenangriffe des Militärs und Einmärsche von Bodentruppen im Indianergebiet gegeben. Die Embera mussten mehrfach flüchten, ihre Häuser wurden geplündert und verbrannt, drei Dorfeinwohner (Regina Rubiano Bariquin, 65 Jahre, Pablo Emilio Domico, 45 und Blancaina Domico, 16) verschwanden spurlos. Bis heute, 10 Jahre später, gibt es keine Lebenszeichen oder Nachricht über ihren Verbleib. Die Frauen sind besonders bedroht, acht von ihnen haben sich bereits aus Verzweiflung das Leben genommen. Die Indianer der Schutzgebiete Urada Jiguamiando, Río Murindo und Chagerado-Turriquitado bitten um internationale Unterstützung. Die Militarisierung ihres Territoriums soll beendet werden. Bitte senden Sie den nachfolgenden Brief zur Unterstützung der Embera an die kolumbianische Regierung. Die Übersetzung des nachfolgenden Protestschreibens finden Sie hier. Weitere Informationen auf Spanisch: Videobericht und Zeitungsartikel.

Hinter­gründe

Francisco Santos, Vizepräsidentschaft der Republik: fsantos@presidencia.gov.co Fabio Valencia Cossio, Innenminister: viceinterior@mij.gov.co Jaime Bermúdez, Außenminister: cancilleria@cancilleria.gov.co Carlos Costa, Umweltminister: correspondencia@minambiente.gov.co Hernán Martínez, Bergbau- und Energieminister: hjjmartinez@minminas.gov.co Fernando Pareja, stellvertretender Generalstaatsanwalt der Nation: contacto@fiscalia.gov.co Alejandro Ordoñez, Generalanwalt der Nation: preventivaddhh@procuraduria.gov.co Volmar Pérez, Nationaler Ombudsmann: agenda@agenda.gov.co bogota@defensoria.org.co Sehr geehrte Damen und Herren, ich bin zutiefst besorgt über Berichte der Militarisierung des Indigenen-Schutzgebietes Urada-Jiguamiandó im Gemeindebezirk Carmen del Darién, Bajo Atrato, Departament Choco und Umgebung. Seit Mitte Dezember kommen die Militarisierung sowie die technischen und logistischen Operationen zu dem hinzu, was zum Schutz der Aktivitäten der Bergbaufrima Muriel Mining Corporation Ende 2008 und Anfang 2009 in La Rica passiert ist. Aus diesem Grund verbinden die betroffenen indigenen Embera die Flüge mit den Operationen der Bergbauunternehmen, die wahrscheinlich Muriel Mining Corporation, AngloGold Ashanti oder Glencore sind. Die Überflüge über den Gemeinden hatten ihren Höhepunkt am 30. Januar 2010 mit einem Bombardement des Dorfes Alto Guayabal, das den Tod eines neugeborenen Babys und mehrere Mitglieder der gleichen Familie verwundet hat. Als Folge sind die Bewohner des Gebiets terrorisiert. Ich betrachte es als inakzeptabel, dass die nationale Armee diese schreckliche Verletzung der Rechte der indigenen Völker als "unglücklichen Zufall" bezeichnet. Die Nachricht über die offensichtlichen Unregelmäßigkeiten bei der militärischen Operation und die Art, wie den indigenen Völkern der Zugang zu genauer, zeitgerechter Information verhindert wird, ist beunruhigend. Diese Entwicklungen beeinträchtigen die politische Autonomie der Indigenen und der heiligen Stätten. Sie erzeugen Angst erzeugen, verursachen Schäden an den Feldern, beschränken die Jagd und Fischerei, begrenzen die Bewegungsfreiheit auf ihrem eigenen Land, verursachen Abholzung der Wälder und einen verletzten die physische Integrität mehrerer Indianer. Diese Ereignisse haben eine besondere Wirkung auf Frauen der Embera, von denen acht Selbstmord begangen haben aufgrund der Ungewissheit, die die Unsicherheit verursacht. Andere Frauen sprechen davon sich selbst zu töten, was sehr besorgniserregend ist und sofortige Reaktion erfordert. Im Februar letzten Jahres haben die indigenen und afro-kolumbianischen Völker eine interethnische Konsultation durchgeführt, in der sie die bergbauliche Exploration und Ausbeutung des Projekts Mandé Norte abgelehnt haben. Aus diesem Grund und zur Unterstützung der Embera der Schutzgebiete Uradá Jiguamiandó und Rio Murindó lehne ich folgendes ab: Und ich bitte um: * Den sofortigen Rückzug der Truppen der Streitkräfte aus dem angestammten Gebiet der Embera und die Entmilitarisierung der indigenen Territorien. * Die Verurteilung des für die Bombardierung verantwortlichen Kommandanten und Bestrafung der Verantwortlichen für die weiteren Menschenrechtsverletzungen und Verstöße gegen das humanitäre Völkerrecht. * Die Durchführung dringender humanitärer Maßnahmen mit besonderem Augenmerk auf die ernste Situation der Frauen. * Die Durchführung von Sicherheitsmaßnahmen zum Schutz der betroffenen Gemeinden und zur Verhinderung der Verdrängung der Menschen. * Anfertigung eines öffentlichen Berichts über die Fakten. * Einhaltung der nationalen und internationalen Gesetze zum Schutz der indigenen Völker. Darüberhinaus bitte ich höflich im Einklang mit Artikel 23 der Verfassung, dass man mich über die folgenden Punkte aufklärt: i. Wie lautet der Name der militärischen Operation, die seit Dezember 2009 im oben genannten Gebiet durchgeführt wird? Was sind Ihre Ziele? Was war das militärische Ziel der Operation am 30. Januar? ii. Warum wird behauptet, dass die Überflüge und Bombardierung vom 30. Januar mit den Interessen der Firmen Anglo Gold Ashanti oder Firma Glencore verbunden sind? iii. Hat das Umweltministerium oder eine andere staatliche Stelle die Intervention der multinationalen Unternehmen in Jiguamiandó oder Murindó autorisiert? Warum? iv. Welche Art von Bomben, Hubschraubern und andere Fluggeräten wurden gegen die Bevölkerung am 30. Januar eingesetzt? v. Ich bitte darum, dass eine Kopie der Krankenakten von Nerita Jose, Martha Ligia, Celina, Giovanni und des verletzten Babys ausgestellt wird. vi. Welche Bedeutung gibt die Regierung der interethnischen Konsultation der Völker, in der diese mit überwältigender Mehrheit ein klares "Nein" zur bergbaulichen Exploration und Ausbeutung ausgesprochen haben? vii. Wie werden Sie die Integrität der Embera Katio sicherstellen und ihre Verdrängung verhindern? viii. Welche Maßnahmen werden ergriffen, um zu vermeiden, dass die humanitäre Krise sich vertieft, die vom Kontrollbesuch am 5. und 6. Februar 2010 nachgewiesen wurde? Bitte teilen Sie mir mit, wie Sie auf die Fragen antworten. Mit tiefer Sorge

An­schreiben

Francisco Santos, Vicepresidencia de la República: fsantos@presidencia.gov.co
Fabio Valencia Cossio, Ministro del Interior: viceinterior@mij.gov.co
Jaime Bermúdez, Ministro de Relaciones Exteriores: cancilleria@cancilleria.gov.co
Carlos Costa, Ministro de Medio Ambiente: correspondencia@minambiente.gov.co
Hernán Martínez , Ministro de Minas y Energía: hjjmartinez@minminas.gov.co
Fernando Pareja, Vice Fiscal General de la Nación: contacto@fiscalia.gov.co
Alejandro Ordoñez, Procurador General de la Nación: preventivaddhh@procuraduria.gov.co
Volmar Pérez , Defensor Nacional del Pueblo: agenda@agenda.gov.co
bogota@defensoria.org.co


Estimados Sres.,

Me encuentro gravemente preocupado por las noticias acerca de la militarización del territorio que comparten pueblos indígenas y afrocolombianos en el resguardo Urada-Jiguamiandó, en el municipio de Carmen del Darién, bajo Atrato, departamento de Chocó e inmediaciones. Desde mediados del mes de diciembre la militarización y las técnicas operativa y logística se asimilan a la que tuvo lugar a finales de 2008 y comienzos de 2009 en La Rica para proteger la intervención de la minera Muriel Mining Corporation. Por este motivo, los indígenas Embera Katío afectados relacionan los vuelos con operaciones de empresas mineras que posiblemente sean la la Muriel Mining Corporation, la Anglo Gold Aschanti o la Glencore.

Los sobrevuelos a las comunidades han culminado el 30 de enero 2010 con un bombardeo sobre la comunidad de Alto Guayabal que resultó en la muerte de un bebé recién nacido e hirió a varios miembros de la misma familia. Como consecuencia, los pobladores del sector están aterrorizados. Considero inaceptable que el ejército nacional califique de “desafortunada casualidad” a esta terrible violación de los derechos de los pueblos indígenas. Causa preocupación la noticia sobre evidentes irregularidades de la operación militar así como de la manera como se limita el acceso a los pueblos indígenas a una información precisa, oportuna.

Estos hechos están afectando a las políticas de autonomía de los indígenas, los sitios sagrados, generando zozobra, causando daños a los cultivos, limitando la cacería y la pesca, limitando el tránsito en sus propios territorios, deforestando los bosques y violentando a varios indígenas en su integridad física. Estos sucesos han tenido un impacto especial sobre las mujeres Embera, de las cuales ocho han cometido suicidio ante la incertidumbre que les provoca la inseguridad. Otras mujeres hablan de quitarse la vida, lo cual es muy alarmante y requiere de reacción inmediata.

En febrero del año pasado los pueblos indígenas y afrocolombiano realizaron una Consulta Interétnica de los Pueblos, en la que rechazaron la exploración y extracción minera del proyecto Mandé Norte.

Por ello, en apoyo a los indígenas Embera Katío de los resguardos Uradá Jiguamiandó y Rio Murindó, rechazo: Los daños irreparables contra la vida e integridad personal de los pueblos Emberá Katío, los oscuros intereses de las empresas mineras que se ocultan detrás de la militarización del territorio, el desarrollo de operaciones de control social para evitar el esclarecimiento de los hechos.

Y pido:

* El retiro inmediato de la tropa de la fuerza pública del territorio ancestral de los Embera Katío, y la desmilitarización del territorio indígena

* La condena del comandante responsable del bombardeo y la sanción de los responsables de las demás graves violaciones de derechos humanos e infracciones al derecho humanitario

* La adopción urgente de medidas humanitarias, con atención especial a la grave situación en la que se encuentran las mujeres

* Se tomen medidas de seguridad en protección a las comunidades afectadas y se evite el desplazamiento

* Se elabore un informe público sobre los hechos

* Se respeten las leyes nacionales e internacionales que protegen a los pueblos indígenas.

Además, en conformidad con el artículo 23 de la Constitución Nacional solicito respetuosamente, se me informe acerca de las siguientes cuestiones:

i. ¿Cuál es el nombre de la operación militar que se desarrolla desde diciembre de 2009 en la zona aludida? ¿Cuáles son sus objetivos? ¿Cuál era el objetivo militar de la operación del pasado 30 de enero?

ii. ¿Por qué se afirma que los sobrevuelos y el bombardeo del pasado 30 de enero, estaban asociados a los intereses de la empresa Anglo Gold Ashanti o de la empresa Glencore?

iii. El Ministerio de Ambiente u otra entidad del gobierno ¿ha autorizado la intervención de estas empresas multinacionales en el Jiguamiandó, Murindó? ¿Para qué?

iv. ¿Qué tipo de bombas y helicópteros y otros aparatos aéreos se usaron contra la población el pasado 30 de enero?

v. Solicito se expida copia de los informes médicos de JOSÉ NERITO, MARTHA LIGIA, CELINA, GIOVANNI y el bebé heridos.

vi. ¿Qué reconocimiento da el gobierno a la Consulta Interétnica de los Pueblos, en la que contundentemente se ha dado un rotundo “no” a la exploración y extracción minera?

vii. ¿Cómo va a garantizar la integridad de las comunidades Embera Katío e impedir su desplazamiento?

viii. ¿Qué medidas se están tomando para evitar que se agudice la crisis humanitaria constatada por la misión de verificación que tuvo lugar el 5 y 6 de febrero 2010?

Espero su pronta respuesta a todas las cuestiones planteadas.

Con profunda preocupación,