Kenia: Rettet den Dakatcha-Wald!

Die Bulldozer stehen schon bereit
17.647 Teilnehmer

Ende der Aktion: 19.05.2014

In Kenia bedroht eine Jatropha-Plantage den artenreichen Dakatcha-Wald. Auf 50.000 Hektar sollen Monokulturen den Wald sowie die kleinbäuerliche Landwirtschaft verdrängen. Das italienische Unternehmen Nuove Iniziative Industrali plant, Jatropha-Öl als Biosprit für den europäischen Markt herzustellen. Bitte schreiben Sie an die kenianische Regierung.

News und Updates Appell

Dakatcha liegt im Südosten Kenias und beherbergt tropische Trockenwälder, Savannen und Farmland. Die Region ist sehr artenreich auf und ein Korridor für Elefantenherden. Neben dem goldenen Rüsselhündchen leben 11 weitere gefährdete Arten in dem Waldgebiet. Zudem ist der Dakatcha Wald Heimat vieler seltener Vogelarten, darunter die vom Aussterben bedrohten Arten des Goland-Webers und des Fischer-Turacos. Aus diesem Grund wurde Dakatcha 2001 zu einer besonders schützenswerten "Important Bird Area" erklärt.

Dakatcha ist auch die Heimat von mehr als 20.000 indigenen Kleinbauern der Watha- und Giriama-Stämme. Seit Jahrhunderten bildet der Anbau von Maniok und Mais ihre Lebensgrundlage. Die geplante Jatropha-Plantage bietet nur wenige Arbeitsplätze. Für die Bauern ist sie keine wirtschaftliche Alternative. Im Gegenteil, die Plantage verdrängt die regionale Nahrungsmittelproduktion und hätte die Vertreibung der Kleinbauern von ihrem angestammten Land zur Folge.

Auch die CO2 Bilanz des geplanten Jatropha-Anbaus in Dakatcha ist verheerend. Eine aktuelle Studie errechnet, dass unter Berücksichtigung des gesamten Produktionsprozesses von Agrodiesel aus Jatropha in Dakatcha die Emissionen dem 2,5 bis 6–fachen im Vergleich zu herkömmlichen Treibstoff entsprechen.

Rettet den Regenwald fordert die verantwortlichen Politiker und Unternehmer auf von den Plänen zum Bau der Jatropha Plantage Abstand zu nehmen. Helfen Sie die Natur in Dakatcha zu bewahren und unterstützen Sie die Kleinbauern mit Ihrer Unterschrift.

Übersetzung des Anschreibens

Hinter­gründe

Übersetzung des Anschreibens:

An
Herrn Raila Odinga, Premierminister
Herr John Michuki, Umweltminister
Nationale Behörde für Umweltbewirtschaftung (NEMA)

 

Sehr geehrter Mister Odinga, sehr geehrter Mister Hon. Michuki und Vorsitzende von NEMA,

mit Unverständnis habe ich von der geplante Jathropha-Plantage im Dakatcha Wald erfahren. Die Plantage soll von Kenya Jatropha Energy, einer 100-prozentigen Tochterfirma des italienischen Unternehmens Nuove Iniziative Industrializi S.R.L., gebaut werden. Ziel des Projektes ist die Produktion von Biodiesel für den kenianischen und vor allem für den europäischen Markt.

Der Dakatcha Wald ist ein sehr wichtiger Lebensraum für Wildtiere und Vögel, u.a. der gefährdeten Art des Goland-Webers. Wenn die 50.000 Hektar Jatropha Plantage gebaut werden sollte, dann bedeutet dies auch das Ende der regionalen Biodiversität.

Außerdem leben in und um den Dakatcha-Wald mehr als 20.000 indigene Kleinbauern, die dort Farmland landwirtschaftlich nutzen. Die geplante Jatropha Plantage bietet nicht genügend Arbeitsplätze, um den Menschen in Dakatcha eine wirtschaftliche Alternative bieten zu können. Zudem steht die Plantage zur Produktion von Agrotreibstoff in direkter Konkurrenz zur Lebensmittelproduktion. Die Plantage würde die Lebensgrundlagen der Bauern zerstören.

Eine neue Studie zeigt auch, dass die Jatropha Plantage nicht den Nachhaltigkeitskriterien der EU entsprechen kann. Die EU Richtlinie 2009/28/EG schreibt vor, dass bei der Produktion von Biokraftstoffen eine Reduzierung des Treibhausgas von aktuell 35 und ab 2017 von 50 Prozent im Vergleich zu fossilen Treibstoffen gewährleistet sein muss. Die aktuelle Studie zeigt, dass die Jatropha Plantage in Dakatcha aber einen 2,5 bis 6-fach höheren Treibhausgasausstoss zur Folge hätte und damit die EU Richtlinien nicht erfüllen kann.

Jatropha-Plantagen haben schon in Tansania, Mosambik und Swasiland zu ökologischen Verheerungen geführt. Dazu gibt es viele Berichte und Studien. Kenia sollte von diesen Erfahrungen lernen und nicht die gleichen Fehler begehen.

Den oben angeführten Argumenten folgend, bitte ich Sie höflich:

Verhindern sie den Bau der Jatropha Plantage in Dakatcha und bewahren Sie somit die Biodiversität in der Region, als auch die Lebensgrundlagen der Bauern vor Ort.

Mit freundlichen Grüßen

An­schreiben

To
Mr. Raila Odinga, Prime minister
Mr. John Michuki, Minister for Environment and National Resources
National Environment Management Authority (NEMA)
Mr. Luciano Orlandi, Director of Nuove Iniziative Industrializi S.R.L.

Dear Mister Odinga, dear Mister Hon. Michuki, dear board members of NEMA, dear Mr. Orlandi,

with incomprehension I heard about the planned Jatropha plantation in the Dakatcha woodlands. The plantation is to be built by Kenya Jatropha Energy, a 100 percent subsidiary of the Italian company Nuove Iniziative Industrializi S.R.L. This plantation is to be used for producing biofuel for the Kenyan and European markets.

The Dakatcha woodlands are very important for wildlife. It is a habitat for many animals and bird species, including the endangered Clarke's Weaver. If the Dakatcha Woodlands have to yield for the planned 50.000 hectare Jatropha plantation, this also means the end of the regional biodiversity.

Dakatcha is also home to over 20.000 indigenous small farmers who are cultivating the land for food production. A Jatropha plantation does not offer enough jobs to provide small farmers economic alternatives to traditional agriculture. Since Jatropha will not be grown for food production, but rather to produce fuel, the planned plantation will destroy the livelihoods of these farmers.

According to a new study, the planned Jatropha plantation will fail the sustainability criterias of the EU. The EU directive 2009/28/EG requires a reduction of greenhouse gases currently of 35 and 50 percent from 2017. The recent studies have shown that Jatropha biofuels will lead to 2.5 to 6 times higher “greenhouse gas” emissions than fossil fuels. Also the best case scenario of the lifecycle emissions of bioful made in Dakatcha can not fullfil the EU directives.

Jatropha plantations have led to serious ecological disasters in Tanzania, Mozambique and
Swaziland. The world is awash with reports on its dismal performance. Kenya should learn from
these experiences.

Based on the aboved considerations I urge you kindly to:

abandon the planned Jatropha plantations in the Dakatcha woodlands for the protection of the biodiversity of Kenya and the well beeing of the traditional farmers of the region

Yours faithfully,

News und Updates