Futterimporte aus Brasilien stoppen!

Ein Flugzeug versprüht Herbizide auf einer Soja-Plantage Herbizide vergiften Mensch und Natur (Tiago Fioreze - Lizenz CC BY-SA 3.0 - Montage RdR)

Der Anbau von Gensoja ist für Monsanto ein riesiges Geschäft. Der US-Konzern liefert das Saatgut und die Herbizide. Während die Einwohner über Krankheiten und Todesfälle klagen, fressen sich die Plantagen immer tiefer in die Tropenwälder. Inzwischen hat die UN das Spritzmittel Glyphosat (Roundup) als krebserregend eingestuft. 

Appell

An: Landwirtschaftsminister von Bund und Ländern sowie EU-Landwirtschaftskommissar Phil Hogan

„Stoppen Sie die Sojaimporte“

Ganzes Anschreiben lesen

Der Hauptbestandteil von Monsantos Totalherbizid Roundup sei "wahrscheinlich krebserregend für den Menschen", warnen die Experten der Weltgesundheitsorganisation WHO. Es geht dabei um das Gift Glyphosat. Monsantos Chemiker haben das Erbgut von gentechnisch verändertem Soja, aber auch von Mais, Baumwolle und Raps immun gegen das Gift gemacht. Während die patentierten GVO-Pflanzen die Besprühungen überstehen, stirbt die übrige Vegetation ab. Glyphosat ist das weltweit meistverwendete Spritzmittel.

Weil sich die Plantagen bis zu den Siedlungen ausbreiten, werden die Menschen durch die versprühten Gifte krank oder sterben sogar, beklagen Betroffene in der Arte-Fernsehreportage Argentinien - Der Hungersoja (auf Youtube) und Sofia, die Kämpferin gegen Gentechnik (auf Vimeo). Auch die umliegenden Ökosysteme, Böden, Flüsse und das Trinkwasser werden verseucht. Wissenschaftler bringen Monsantos Roundup mit dem weltweiten Amphibiensterben in Verbindung (Artikel in Ecological Applications).

Jedes Jahr wird in Südamerika für Soja Tropenwald von der Fläche der Niederlande gerodet. Die Monokulturen haben schon jetzt unvorstellbare Ausmaße erreicht: Auf 45 Millionen Hektar wachsen in Argentinien, Brasilien und Paraguay gentechnisch veränderte Sojabohnen und Mais. Das ist die Fläche von Deutschland und Österreich zusammen.

In der Europäischen Union ist die große Mehrheit der Menschen gegen Gentechnik in der Nahrung, trotzdem haben die meisten täglich damit zu tun. Unsere Hühner, Schweine und Rinder werden mit 35 Millionen Tonnen importiertem Soja gefüttert, hauptsächlich Gensoja von Monsanto. 80 Prozent der Sojaernte gehen in die Produktion von Sojaschrot als Futtermittel, 20 Prozent werden zu Sojaöl.

Bitte unterschreiben Sie unsere Petition für den Importstopp von Soja an die Bundesregierung und EU.

Hinter­gründe

Artikel im Spiegel: Pestizid: WHO-Experten stufen Glyphosat als wahrscheinlich krebserregend ein

Ausführliche, unabhängige wissenschaftliche Begründung der Einstufung von Glyphosat als "wahrscheinlich Krebserregend": Glyphosate Monographs der Internationalen Agentur zur Krebsforschung (IACR) der Weltgesundheitsorganisation (WHO) http://monographs.iarc.fr/ENG/Monographs/vol112/index.php

Artikel der Wissenschaftler im Auftrag der IACR: Carcinogenicity of tetrachlorvinphos, parathion, malathion, diazinon, and glyphosate

Weitere Informationen über Monsanto und Gentechnik:

Fragen und Antworten zu den Themen Massentierhaltung und Soja. Artikel "Tödliches Gift im Sojafeld" im Regenwald Report. 

Im Regenwald-Shop: Buch Monsanto - mit Gift und Genen und DVD zum Arte-Dokumentarfilm. Außerdem Buch "Der Sojawahn" sowie Literatur über vegane Lebensweise 

Webseite des Informationsdienst Gentechnik

Roundup und Glyphosat von Monsanto

Der von Monsanto entwickelte Wirkstoff Glyphosat ist weltweit das meist verkaufte Unkrautvernichtungsmittel. In Deutschland sind 75 Glyphosat-haltige Mittel zugelassen. Monsanto hat zahlreiche Hersteller wie Scotts, Celaflor und Substral aufgekauft. Auch diese Firmen vertreiben das Glyphosat und andere giftige Produkte.

Pro Jahr 15 Millionen Liter glyphosathaltige Herbizide werden bei uns jährlich versprüht, nicht nur in der Landwirtschaft und im Obstbau, sondern auch in Gärten, entlang der Straßen und auf öffentlichen Plätzen.

In Argentinien beläuft sich der Spritzmitteleinsatz auf 200 Millionen Liter pro Jahr. Bis zur Ernte werden die Soja-Monokulturen in der Regel drei Mal gespritzt. Es gibt zirka 80.000 Soja-Farmer in Argentinien, wobei 2.000 große Produzenten 50 Prozent der Ernte einbringen. Nur wenige Arbeitskräfte bedienen die Maschinen, wodurch sich die Landflucht in Argentinien verstärkt hat. Der Sojaanbau reicht häufig bis an die Siedlungen und Städte heran. Der Pestizidnebel vergiftet die Menschen.

Außerdem wird Glyphosat auch bei uns häufig kurz vor der Ernte eingesetzt, um die Abreifung von beispielsweise Weizen oder Raps zu beschleunigen. Entsprechend finden sich immer häufiger Glyphosat in Getreideprodukten berichtet die Zeitschrift Ökotest in ihrer September-Ausgabe. 

Zahlen zum Anbau von Genpflanzen

2009 nahmen die schädlichen Genkulturen weltweit schon 134 Millionen Hektar Land (knapp die vierfache Fläche Deutschlands) in Beschlag: In den USA sind es 64,0 Millionen Hektar, Brasilien 21,4 Millionen Hektar, Argentinien 21,3, Indien 8,4, Kanada 8,2 und China 3,7. Fast die Hälfte entfällt auf genetisch veränderten Soja, die andere Hälfte nehmen Mais, Baumwolle und Raps ein. 

Regenwaldrodung

In Südamerika ist der Anbau von Gen-Soja und konventionellem Soja eine der Hauptursachen für die Rodung der Regenwälder und anderer artenreicher Ökosysteme wie der tropischen Cerrado-Savanne in Brasilien. Da immer mehr ehemalige Weideflächen für Soja beansprucht werden, roden Viehzüchter und Spekulanten den Chaco-Wald in Argentinien, Bolivien und Paraguay.

Alternativen

Literatur über vegane Lebensweise finden Sie bei uns im Regenwald-Shop.

In der EU essen die meisten Menschen zu viel Fleisch und andere Produkte tierischen Ursprungs. Gesundheitliche Probleme sind die Folgen - und grauenhaftes Leid für die Tiere, die überwiegend in Massen- und Intensivhaltungsfabriken gemästet werden. Damit sie rasch viel Fleisch ansetzen, viel Milch oder Eier produzieren, werden sie mit proteinhaltigem Sojaschrot gefüttert. Mehr Infos finden Sie in der Futtermittelstudie.

Bitte versprühen Sie keine Herbizide in Ihren Gärten. Entfernen Sie störende Wildkräuter per Hand und lassen Sie der Natur wo möglich freien Lauf. 

Gentechnik-Gegner in aller Welt haben am 17. September, Demos und Aktionen gegen Monsanto rund um den Globus organisiert: Occupy Monsanto (Auf Englisch)

Rettet den Regenwald unterstützt die Gruppe Reflexión Rural (GRR) in Argentinien. Hier finden Sie weitere Infos und können für die Gruppe spenden.

Soja als Nahrunsmittel

Etwa 99 Prozent der Sojaimporte gehen in die Produktion von Futtermitteln (Sojaschrot). Das Sojaöl dient vor allem der Herstellung von "Biodiesel" und als Rohstoff in der Chemieindustrie. Die Soja-Importe für die menschliche Ernährung liegen im Bereich von unter einem Prozent. Zudem wird beispielsweise Biosoja vor allem in den südeuropäischen Nachbarländern (Süden Frankreichs, Italien, Österreich) angebaut. 

An­schreiben

An: Landwirtschaftsminister von Bund und Ländern sowie EU-Landwirtschaftskommissar Phil Hogan

Sehr geehrte Landwirtschaftsminister von Bund und Ländern, sehr geehrter Herr Cioloş

Deutschland führt jährlich 4,2 Millionen Tonnen, die EU sogar 35 Millionen Tonnen Soja-Bohnen und Soja-Schrot als Futtermittelzusatz ein. Der Großteil davon stammt aus Südamerika und ist gentechnisch verändert (GV-Soja). Er landet im Futtertrog der Rinder, Schweine und Hühner in Europa.

Um Platz für die Soja-Monokulturen zu schaffen, werden in Argentinien, Brasilien und Paraguay die Tropenwälder abgeholzt. Auf dem überwiegenden Teil der Flächen wächst Gensoja des Monsanto-Konzerns aus den USA.

Die Monokulturen werden mit großen Mengen des Herbizids Roundup besprüht, einem weiteren Produkt von Monsanto. Hauptbestandteil von Roundup ist das Pflanzengift Glyphosat. Glyphosat kann beim Menschen Krebs, Embryonal- und Nervenschäden auslösen. Für im Wasser lebende Tiere wie Kaulquappen ist es tödlich.

Da mittlerweile immer mehr Wildkräuter resistent gegen das Pflanzengift sind, müssen immer größere Mengen und giftigere Mischungen verschiedener Herbizide versprüht werden. Die Chemikalien vergiften die Lebewesen, Böden und Gewässer. Auch die Menschen erkranken davon oder sterben sogar.

Mit unserem Sojakonsum in Europa sind wir für die Regenwald-Vernichtung und das Leiden der Menschen in Südamerika verantwortlich. Rettet den Regenwald e.V. fordert daher, die Importe von Soja nach Deutschland und in die EU unverzüglich zu stoppen.

Freundliche Grüße

5-Minuten-Info zum Thema: Fleisch / Soja

Die Ausgangslage – Hunger auf Fleisch

Fleisch ist des Deutschen liebstes Gemüse: Mit 88 Kilogramm Fleischverzehr pro Person und Jahr liegen wir über dem EU-Durchschnitt. Seit 1950 hat sich unser Fleischhunger mehr als verdoppelt. Hochgerechnet auf ein Menschenleben verzehrt jeder von uns mehr als 900 Hühner, 46 Schweine und vier Rinder.

Die mehr als 100 Millionen Tiere, die in Deutschland Jahr um Jahr geschlachtet werden, benötigen große Mengen Nahrung. So viel, dass auf einem Drittel der weltweiten Ackerfläche Futtermittel angebaut werden. Statt Menschen zu ernähren, landet so jedes Jahr ein großer Teil der weltweiten Weizen-, Mais-, Gersten- und Sojaernte in Tiermägen. Das Kraftfutter für Schweine und Geflügel in Deutschland besteht zu mehr als 30 Prozent aus Soja. Dieses Soja wird hauptsächlich aus Regenwaldländern importiert.

Die Auswirkungen – Regenwaldrodungen, Monokulturen, Klimawandel

Deutschland und die EU beziehen nahezu ihr gesamtes Futtersoja aus Argentinien, Brasilien und Paraguay. Wo einst üppige Regenwälder und weite Savannen das Landschaftsbild prägten, erstrecken sich die Sojafelder nun auf einer Fläche größer als Deutschland und die Niederlande. Allein für den Sojahunger der deutschen Masttiere wird in Südamerika eine Fläche größer als Brandenburg bestellt. Für die Ausweitungen der riesigen Monokulturen werden wertvolle Wälder gerodet und Menschen vertrieben. Wer bleibt, wird oft krank: Dreiviertel der in Lateinamerika angebauten Sojapflanzen ist Gen-Soja des Agrarkonzerns Monsanto. Sie werden mit dem Spritzmittel Glyphosat behandelt. Das Gift steht im Verdacht, beim Menschen zu Tumoren und Erbgutschäden zu führen. Für die Umwelt ist Glyphosat in jedem Fall hochgiftig. Die Sprüheinsätze vernichten die Artenvielfalt, vergiften die Böden, die Gewässer (einschließlich das Trinkwasser) und die Luft.

Ein weiteres Problem sind die Rinderweiden, die immer tiefer in die Wälder geschlagen werden. Rechnet man Weideland und Futtermittel-Äcker zusammen, so nehmen sie Dreiviertel aller agrarischen Nutzflächen weltweit ein. Die Auswirkungen auf das Klima sind verheerend: Methan aus Rindermägen, CO2 durch Rodungen und Maschineneinsatz, freigesetztes Lachgas aus dem Dünger: 18 Prozent der globalen Treibhausgasemissionen stammen aus der Viehhaltung.

Die Lösung – Pflanzenkraft und Sonntagsbraten

Die Zukunft der Regenwälder entscheidet sich auch auf unseren Tellern: Die tierischen Produkte auf unserem Speiseplan haben einen Anteil von 72 Prozent an den ernährungsbedingten Treibhausgasemissionen. Verglichen mit nicht-tierischen Lebensmitteln wird für ihre Herstellung ein Vielfaches an Fläche benötigt.

Diese Tipps helfen, Menschen, Natur und Klima zu schützen:

  1. Öfter mal pflanzlich: Seitansteak, Lupinenaufstrich und Hafermilch – leckere und nahrhafte Alternativen zu tierischen Produkten finden sich inzwischen in jedem Supermarkt.
  2. Zurück zum Sonntagsbraten: Wer nicht ganz auf Fleisch verzichten möchte, kann seinen Fleischkonsum auf einen Tag in der Woche reduzieren und Produkte aus Massentierhaltung meiden. Fleisch mit dem Siegel der Bio-Anbauverbände Demeter und Bioland wird ohne konventionelles Sojafutter produziert.
  3. Aber bitte mit Soja: Nur circa zwei Prozent der Sojaernte wird zu Tofuschnitzeln, Sojajoghurt und ähnlichen Produkten verarbeitet. Hierfür muss kein Regenwald gerodet werden – geerntet wird meist auf europäischen Äckern.
  4. Lebensmittelverschwendung stoppen: Pro Jahr landet in Deutschland das Fleisch von 53 Millionen Tiere im Hausmüll. Bewusstes Einkaufen kann Leben retten.
  5. Protest über den Tellerrand hinaus: Auf Demonstrationen wie „Wir haben es satt“ oder dem „March against Monsanto“ setzen sich Zehntausende Menschen für eine gesunde, tier-, mensch- und klimafreundliche Landwirtschaft ein und üben Druck auf Politiker aus. Für die demofreie Zeit sind Online-Petitionen und Briefe an die Volksvertreter eine gute Alternative.
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