Agrosprit sofort stoppen!

60.345 Teilnehmer

Ende der Aktion: 15.04.2015

Experten für Welternährung schlagen Alarm. Agrosprit verschärft den Hunger und treibt die Nahrungspreise in die Höhe. Die Regenwälder werden abgeholzt, die Artenvielfalt dezimiert und gewaltige Mengen CO2 freigesetzt. Wir fordern von der EU: Schaffen Sie Agrosprit ab!

Appell

An: EU-Kommission, Ministerrat und Europaparlament

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Die Erneuerbare Energien Richtlinie der EU schreibt vor, dass dem Super- und Dieselkraftstoff für den Straßenverkehr Millionen Tonnen Agrosprit beigemischt werden muss. 2020 soll der Anteil 10 Prozent betragen.

Agrosprit bedeutet eine fatale Konkurrenz für die Ernährung der Menschheit, denn er basiert fast ausschließlich auf Nahrungsmitteln: Für Ethanol sind Mais, Weizen, Zuckerrübe und Zuckerrohr die Rohstoffe, für Agrardiesel Raps-, Soja- und Palmöl. Entgegen der Behauptungen der Agrospritlobby haben Rest- und Abfallstoffe sowie nicht essbare Pflanzen nur einen minimalen Anteil.

Die Agrospritproduktion belegt riesige Landflächen, die nicht nur für die Ernährung, sondern auch die Natur verloren gehen - in Deutschland, Europa und weltweit: Schon 21 Prozent der deutschen Ackerfläche - 2,5 Millionen Hektar - dienen dem Anbau der nachwachsenden Rohstoffe.

Die Hälfte des Ethanols (53%) wird nach Angaben der Bundesregierung aus Übersee eingeführt. In Brasilien, dem größtem Ethanolexporteur, werden die Tropenwälder und Savannen für Zuckerrohrmonokulturen vernichtet.

Und auch für "Biodiesel" werden große Mengen von Palm- und Sojaöl aus Südostasien und Südamerika importiert. Für Palmölplantagen brennen in Indonesien und Malaysia die Regenwälder, in Argentinien und Brasilien wird für den Soja-Anbau abgeholzt.

Selbst die von der EU Kommission beauftragten Studien bestätigen, dass Agrosprit schädlicher ist als fossiler Kraftstoff aus Erdöl.

Nun will die EU erneut über die Agrospritpolitik entscheiden. Doch mit den Beimischungsquoten und Subventionen lässt sich viel Geld verdienen. Die mächtige europäische Agrospritlobby versucht daher zu verhindern, dass in der EU die Vernunft über Geschäftsinteressen siegt.

Bitte unterzeichnen Sie unsere Petition an die EU.

Hinter­gründe

Weitere Informationen finden Sie auf unserer Themenseite zu Agrarenergien und Biodiesel. Lesen Sie auch unseren Flyer zum Thema E10 und Diesel.

Zeitungsartikel
- Die Zeit: "Energiewende - Stoppt den Bio-Wahnsinn"
- Süddeutsche: "Nahrungsmittel statt Biosprit - Gefangen in der Ethanol-Falle"

An­schreiben

An: EU-Kommission, Ministerrat und Europaparlament

Sehr geehrte Damen und Herren,

die Vereinten Nationen (UN), die Welternährungsorganisation (FAO), Wissenschaftler, Menschenrechtler, Entwicklungsexperten und Umweltschützer aus aller Welt fordern seit Jahren, die fatale Konkurrenz zwischen Tank und Teller zu beenden. Denn entgegen der Behauptungen der Industrielobby wird Agrosprit fast ausschließlich aus Nahrungsmitteln produziert. Lebensmittel dürfen nicht für Autos verschwendet werden.

Auch für die Natur und das Klima ist der Kraftstoff vom Acker eine Katastrophe. Die industriellen Monokulturen breiten sich weltweit auf Kosten der natürlichen Ökosysteme aus und vernichten die Artenvielfalt.

Große und ständig steigende Mengen von Agrosprit bzw. der für dessen Herstellung benötigten Rohstoffe wie Palm- und Sojaöl werden aus Übersee importiert. In Südamerika brennen die Regenwälder und Savannen, um Platz für den Anbau von Zuckerrohr für die Ethanolproduktion und Soja-Monokulturen für Agrardiesel zu schaffen. In Südostasien werden die Regenwälder für Palmöl-Plantagen abgeholzt.

Enorme Mengen CO2 werden dadurch freigesetzt und schädigen das Weltklima. Die Agrospritproduktion verbraucht zudem Unmengen an Wasser, Düngemitteln und Pestiziden, die die Umwelt und Gesundheit der Menschen belasten. Auch bei uns in Europa verschwinden die Feldvögel, weil Rapsmonokulturen ihren Lebensraum in Beschlag nehmen.

Bitte schaffen Sie unverzüglich die Beimischungspflicht von Agrosprit ab und streichen Sie sämtliche steuerlichen Vergünstigungen, Subventionen und Importe! Das Menschenrecht auf Ernährung, der Erhalt der Biodiversität und der Schutz der Umwelt der Erde müssen Vorrang vor den einseitigen Geschäftsinteressen der Agrospritindustrie haben.

Mit freundlichem Gruß