Schweiz-China: Kein Freihandel mit Tropenholz

Die Flaggen von China und der Schweiz markieren einen abgeholzten Regenwald Die Folgen des liberalisierten Handels: Der Regenwald wird für den Bedarf der Industrie abgeholzt
36.621 Teilnehmer

Ende der Aktion: 22.05.2014

Zwei Untersuchungen beweisen: China ist der größte Importeur von illegalem Tropenholz aus Regenwaldrodung. Das geraubte Holz steckt in vielen Produkten, die China in alle Welt exportiert. Nun will sich die Schweizer Regierung mit einem Freihandelsabkommen zum Komplizen der chinesischen Tropenholzindustrie machen

Appell

An: Die Regierung und das Parlament der Schweiz

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„Selbst für mich als Chinesen ist es herzzerreißend zu sehen, wie die Berge vollständig gerodet werden, ein Berghang nach dem anderen. Es ist einfach entsetzlich," erklärt der Mitarbeiter einer chinesischen Holzfirma vor laufender Kamera in Myanmar.

Die britische Umweltorganisation Environmental Investigation Agency (EIA) berichtet in ihrer neuen Studie Hunger nach Zerstörung: Chinas Handel mit illegalem Holz und dem dazugehörigen Video (beide auf Englisch) über die erschreckenden Ergebnisse ihrer weltweiten Untersuchungen.

Die chinesische Industrie verbrauchte 2011 mindestens 18,5 Millionen Kubikmeter Hölzer aus illegaler Rodung. Besonders schlimm ist die Lage bei den Tropenhölzern. Je nach Land stammen zwischen 50 bis 90 Prozent des Holzes aus illegalen Quellen. Chinesische Firmen holzen auch auf Papua Neuguinea, in Mosambik, im Kongobecken und in Brasilien die Regenwälder ab.

China ist der größte Importeur von Holzprodukten aus illegalen Quellen, bestätigen die internationale Polizeiorganisation INTERPOL und das Umweltprogramm der Vereinten Nationen UNEP in ihrer gemeinsamen Studie über den Illegalen Holzeinschlag, Steuerbetrug und Geldwäsche in den Tropenwäldern der Erde (auf Engl., Franz. und Span.).

Das Geschäft beschert den international operierenden Verbrechern jedes Jahr bis zu 80 Milliarden Euro Gewinn. Waren lassen sich mit dem Raubholz billiger produzieren. Nicht nur für den chinesischen Bedarf, verarbeitet zu Parkett, Möbeln, Haushaltsutensilien, Spielzeugen und Büchern, gehen die geraubten Hölzer in alle Welt.

Mit einem Freihandelsabkommen, das den Warenaustausch vereinfacht und verbilligt, würde sich die Schweizer Regierung zum Komplizen der chinesischen Tropenholzindustrie machen.

Rettet den Regenwald fordert: Stoppt den Freihandel mit illegalem Holz.

Hinter­gründe

Der Schweizer Bundesrat hat es 2009 bereits abgelehnt, im Zusammenhang mit dem geplanten Freihandelsabkommen mit China die sozialen, ökologischen und menschenrechtlichen Auswirkungen durch Studien untersuchen zu lassen. Der Bundesrat argumentiert in seiner Antwort, dass solche Studien die „angesprochenen Fragen nicht befriedigend beantworten können" und verweist auf die hohen Kosten und bereits bestehende Abkommen.

Auch die EU plant mit China über ein Freihandelsabkommen zu verhandeln. Die Abkommen dienen dazu, die Integration von Wirtschaftsräumen voranzutreiben. Durch den Abbau von Im-und Exportbeschränkungen und Zöllen sollen der Austausch von Rohstoffen und Waren erleichtert und verbilligt werden.

Doch der globalisierte Run um Ressourcen und Märkte zerstört die Lebensgrundlagen auf unserem Planeten immer rasanter und führt zu fatalen Konsequenzen und Abhängigkeiten.

Die britische Umweltorganisation EIA hat den Raub der Tropenhölzer auch in einem Videobericht dokumentiert: „Die Chinesen sind sehr geschickt beim schnellen Abholzen der Bäume. Wissen Sie, sie sehen einen grünen Berghang und am nächsten Morgen ist alles nur noch gelber Boden", prahlt ein chinesischer Holzhändler in Myanmar vor laufender Kamera. Selbst staatliche Holzfirmen roden in Myanmar die Regenwälder. Hier können Sie das Video von EIA (auf Englisch) sehen, das u.a. auch Aufnahmen aus Indonesien und Mosambik enthält.

Eine Zusammenfassung der EIA-Studie können Sie hier auf deutsch nachlesen.

 

An­schreiben

An: Die Regierung und das Parlament der Schweiz

Sehr geehrte Bundesrätinnen und Bundesräte,

die Schweiz verhandelt zurzeit mit China über ein Freihandelsabkommen. Nicht nur die fehlende Einhaltung der Menschenrechte und die gravierende Umweltverschmutzung in China sind dabei ein Problem, sondern auch die Regenwaldabholzung für den Tropenholzbedarf der Industrie.

China ist nach Angaben von Interpol und des Umweltprogramms der Vereinten Nationen (UNEP) 1.) sowie der Umweltorganisation Environmental Investigation Agency (EIA) 2.) der weltweit größte Importeur illegal geschlagener und gehandelter Hölzer. EIA schätzt, dass allein 2011 mindestens 18,5 Millionen Kubikmeter solcher Hölzer nach China importiert wurden.

Chinesische Firmen holzen u.a. auf Papua Neuguinea, in Myanmar, im Kongobecken, in Mosambik und in Brasilien die Regenwälder ab.

In Form von verarbeiteten Produkten werden die Tropenhölzer von China in alle Welt exportiert. Mit einem Freihandelsabkommen würde sich die Schweiz zum Komplizen der chinesischen Tropenholzindustrie machen.

Rettet den Regenwald fordert: Bitte verhindern Sie den Freihandel mit den illegalen Tropenhölzern.

Mit freundlichen Grüßen

1.) http://www.eia-international.org/appetite-for-destruction-chinas-trade-in-illegal-timber
2.) http://www.grida.no/publications/rr/green-carbon-black-trade/