Deutsche Bank gefährdet Tiger

Drei junge Tiger trinken Tiger benötigen riesige Reviere um ausreichend Beute zu finden. Foto: D. Mukherjee/Greenpeace (© Dhritiman Mukherjee/Greenpeace)
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Ende der Aktion: 19.05.2014

Die Reservate des Tigers in Indien sind gefährdet. Für riesige Kohleminen will die Firma „Coal India” über eine Million Hektar Wald fällen, direkt angrenzend an die Tigerschutzgebiete. Die Deutsche Bank hilft dem Kohle­konzern, das nötige Geld für die geplanten Minen zu beschaffen. Bitte protestieren Sie bei der Deutschen Bank

News und Updates Appell

An: Die Vorstandsvorsitzenden der Deutschen Bank, Herrn Jürgen Fitschen und Herrn Anshu Jain, Taunusanlage 12, 60325 Frankfurt, Tel. +49 69 91000, Fax +49 69 910-34 225, deutsche.bank@db.com

„Helfen Sie den Tiger zu schützen anstatt dessen Lebensraum mit Kohleminen zu zerstören. Die Deutsche Bank soll keine Geschäfte mit Coal India betreiben.“

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Der staatliche indische Kohlekonzern Coal India braucht frisches Geld, um seine ehrgeizigen Minenpläne zu realisieren und hat dafür die Deutsche Bank engagiert. Sie soll dem Konzern helfen, Anteile im Wert von einer Milliarde US-Dollar an der Börse zu verkaufen.

Doch Coal India ist nicht nur der größte Kohleproduzent der Welt, er ist auch einer der schlimmsten rund um den Globus: Das Unternehmen vertreibt gewaltsam Stammesvölker, vernichtet den Lebensraum der bedrohten Tiger und lässt sogar Kinder arbeiten.

13 Kohleminen und zahlreiche neue Kohlekraftwerke sind in Zentralindien geplant. Greenpeace Indien hat die Auswirkungen der Projekte auf die Tiger untersucht. 1,1 Millionen Hektar Tropenwald sollen dem Kohleabbau zum Opfer fallen und mindestens zehn Tigerreservate sind von den Kohleplänen bedroht.

Herr Shinde, der Umweltbeauftragte von einem von Coal Indias größten Tochterunternehmen reduziert die Probleme auf eine einfache Formel: „Wir müssen wählen, ob wir Strom oder Tiger wollen.” Dabei fordern die Einwohner und indische Umweltschützer schon lange einen Stopp für die Ausweitung der Kohleminen.

Die Deutsche Bank hat sich aber längst gegen den Tiger und für die Kohle entschieden. Die gewinnorientierten Bankmanager haben sicher gehofft, dass ihre skrupellose Unterstützung für Coal India unbemerkt bleiben würde. Nur öffentlicher Druck kann sie jetzt noch zum Rückzug aus dem Geschäft zwingen.

Helfen Sie mit, die Deutsche Bank zur Einsicht zu bringen: Teilen Sie der Bank mit, dass sie noch heute ihre Geschäftsbeziehungen mit Coal India beenden soll!

Weitere Informationen und Studien von Greenpeace

Hinter­gründe

Bengaltiger

Der Bengaltiger ist das nationale Wappentier Indiens. Er war einst von Pakistan bis Burma über den ganzen indischen Subkontinent verbreitet und ist heute akut bedroht. Seine gesamte Population wird auf nur 2.500 Individuen geschätzt, von denen etwa 1.800 in Indien beheimatet sind. Die Hauptbedrohung liegt in der Zerstörung der Tigerhabitate. Die Raubkatzen sind von Natur aus Einzelgänger und brauchen sehr große Reviere, um ausreichend Beute zu finden. Ein weiteres Problem ist die Wilderei für asiatische Wunderheilmittel.

Deutsche Bank und Coal India


Die Deutsche Bank ist einer der größten Geldgeber Coal Indias. Sie begleitete schon 2010 den ersten Börsengang Coal Indias und hält seitdem Aktien an dem Unternehmen. Obwohl die neue Führungsriege der Bank inzwischen einen "grundlegenden Kulturwandel" angekündigt hat, bleiben ihre Geschäfte genauso verantwortungslos wie eh und je. So wollen sie jetzt zum zweiten Mal einen Börsengang für den großen Klima- und Umweltsünder Coal India organisieren.

Drei weitere internationale Großbanken sind an dem Börsengang der Tochterunternehmen von Coal India beteiligt: Die Schweizer Credit Suisse sowie Bank of America (siehe Protestaktion von Rainforest Action Network auf Englisch)und Goldman Sachs aus den USA.

Coal India

Mit einer jährlichen Produktion von 435 Millionen Tonnen Kohle (2011) ist Coal India der größte Kohleproduzent weltweit. Coal India steht für großflächige Umweltzerstörung und unverantwortliche Unternehmensführung. Der Konzern plant seine Produktion bis 2017 um ein Drittel zu steigern. Die Folgen für Mensch und Umwelt werden katastrophal sein.

Coal India und seine sieben Tochterunternehmen betreiben 90% aller Kohleminen in Indien. Der Großteil der Kohle wird in der Jharia Region abgebaut. Die Region war ursprünglich ein dichter Waldgürtel und Heimat verschiedener indigener Völker. Durch die zerstörerischen Bergbautechniken hat Coal India Jharia in ein Ödland verwandelt: Immer wieder kommt es zu spontanen unterirdischen Kohlebränden, die giftige Gase freisetzen und die Heimat von mehr als 400.000 Menschen bedrohen. Ganze Dörfer und Straßen mussten bereits wegen der Feuerfronten verlegt werden. Landwirtschaft ist nahezu unmöglich geworden und ein Leben in bitterster Armut ist vielfach die Folge.

Da die restlichen indischen Kohlereserven unter den verbleibenden Wäldern Zentralindiens liegen, bedrohen die Expansionspläne nicht nur die Heimat bedrohter Arten wie Tiger und Elefant, sondern würden auch den Stammesvölkern Zentralindiens die Lebensgrundlage rauben. 


Auch in der Unternehmensführung zeichnet sich Coal India durch besondere Skrupellosigkeit aus. Neben Korruptions- und Vetternwirtschaft, lässt die düstere Sicherheitsbilanz mit 246 Toten und 1087 Schwerverletzten (2007-2010) auf katastrophale Arbeitsbedingungen schließen. Zusätzlich stellte der indische Rechnungsprüfungshof (CAG) im September 2011 fest, dass rund zwei Drittel der Minen Coal Indias ohne Umwelterlaubnis, also illegal betrieben wurden. 


Weitere Informationen (auf Englisch):

Studien von Greenpeace:
- How Coal mining is Trashing Tigerland
- Undermining Tadoba's Tigers - How Chandrapur's tiger habitat is being destroyed by coal mining

An­schreiben

An: Die Vorstandsvorsitzenden der Deutschen Bank, Herrn Jürgen Fitschen und Herrn Anshu Jain, Taunusanlage 12, 60325 Frankfurt, Tel. +49 69 91000, Fax +49 69 910-34 225, deutsche.bank@db.com

Sehr geehrte Herren Fitschen und Jain,

wir sind bestürzt über Ihre Absicht einen neuen Börsengang für den indischen Kohlekonzern Coal India zu organisieren. Coal India gilt als einer der größten Umwelt- und Klimasünder weltweit. Erst 2011 hat der indische Bundesrechnungshof festgestellt, dass Coal India rund Zweidrittel seiner Minen ohne Umweltgenehmigung betreibt. Mit dem Börsengang will der Konzern nun Expansionspläne finanzieren, die die letzten Rückzugsräume des indischen Tigers bedrohen und über eine Million Hektar Wald zerstören werden.

Eine Bank, die den Anspruch erhebt, verantwortlich zu handeln, darf sich nicht an der Finanzierung eines Unternehmens beteiligen, das gewaltsam Ureinwohner vertreibt, den Lebensraum bedrohter Arten vernichtet und sogar Kinder für sich arbeiten lässt.

Ich fordere Sie deshalb dringend auf, sich nicht an dem geplanten Börsengang zu beteiligen und Ihre Geschäftsbeziehungen mit Coal India zu beenden. Machen Sie endlich ernst mit dem angekündigten "grundlegenden Kulturwandel" und führen Sie verbindliche Umwelt- und Sozialstandards ein, die die Zusammenarbeit mit solchen Skandalunternehmen ausschließen.

Mit freundlichem Gruß

5-Minuten-Info zum Thema: Biodiversität

Die Ausgangslage: Warum ist Biodiversität so wichtig?

Biodiversität oder Biologische Vielfalt umfasst drei Bereiche, die sehr eng miteinander verbunden sind: die Artenvielfalt, die genetische Vielfalt innerhalb der Arten und die Vielfalt der Ökosysteme wie z.B. Wälder oder Meere. Jede Art ist Teil eines hoch komplexen Beziehungsgeflechts. Stirbt eine Art aus, wirkt sich das auf viele andere Arten und ganze Ökosysteme aus.

Weltweit sind derzeit fast 2 Millionen Arten beschrieben, Experten schätzen die Anzahl weitaus höher. Tropische Regenwälder und Korallenriffe gehören zu den artenreichsten und am komplexesten organisierten Ökosystemen dieser Erde. Rund die Hälfte aller Tier- und Pflanzenarten lebt in den Tropenwäldern.

Die biologische Vielfalt ist für sich alleine schützenswert und gleichzeitig unsere Lebensgrundlage. Wir nutzen täglich Nahrungsmittel, Trinkwasser, Medizin, Energie, Kleidung oder Baumaterialien. Intakte Ökosysteme sichern die Bestäubung von Pflanzen und die Bodenfruchtbarkeit, schützen uns vor Umweltkatastrophen wie Hochwasser oder Erdrutschen, reinigen Wasser und Luft und speichern das klimaschädliche CO2.

Die Natur ist auch die Heimat und zugleich ein spiritueller Ort vieler indigener Völker. Sie sind die besten Regenwaldschützer, denn besonders intakte Ökosysteme findet man in den Lebensräumen von indigenen Gemeinschaften.

Der Zusammenhang zwischen dem Verlust von Natur und der Ausbreitung von Pandemien ist nicht erst seit Corona bekannt. Eine intakte und vielfältige Natur schützt uns vor Krankheiten und weiteren Pandemien.

Die Auswirkungen: Artenschwund, Hunger und Klimakrise

Der Zustand der Natur hat sich weltweit dramatisch verschlechtert. Rund 1 Million Tier- und Pflanzenarten sind in den nächsten Jahrzehnten vom Aussterben bedroht. Auf der Roten Liste der Weltnaturschutzunion IUCN sind derzeit 37.400 Tier- und Pflanzenarten vom Aussterben bedroht - ein trauriger Rekord! Experten sprechen von einem sechsten Massenaussterben in der Geschichte der Erde - das Tempo des globalen Artensterbens ist durch den Einfluss des Menschen um Hunderte mal höher als in den letzten 10 Mio. Jahren.

Auch zahlreiche Ökosysteme weltweit - 75 % Landfläche und 66 % Meeresfläche - sind gefährdet. Nur 3% sind ökologisch intakt – z.B. Teile des Amazonas und des Kongobeckens. Besonders betroffen sind artenreiche Ökosysteme wie Regenwälder und Korallenriffe. Rund 50% aller Regenwälder wurden in den letzten 30 Jahren zerstört. Das Korallensterben nimmt durch den globalen Temperaturanstieg immer weiter zu.

Hauptursachen für den massiven Rückgang der Biodiversität sind die Zerstörung von Lebensraum, intensive Landwirtschaft, Überfischung, Wilderei und Klimaerwärmung. Rund 500 Milliarden US-Dollar jährlich werden weltweit in die Zerstörung der Natur investiert - in Massentierhaltung, Subventionen für Erdöl und Kohle, Entwaldung und Flächenversiegelung.

Der Verlust an Biodiversität hat weitreichende soziale und ökonomische Folgen, die Ausbeutung der Ressourcen geht zu Lasten von Milliarden Menschen im globalen Süden. Die UN kann die 17 Ziele zur nachhaltigen Entwicklung z.B. die Bekämpfung von Hunger und Armut nur erreichen, wenn die Biodiversität weltweit erhalten und für die nächsten Generationen nachhaltig genutzt wird.

Ohne den Erhalt der Biodiversität ist auch der Klimaschutz bedroht. Die Zerstörung von Wäldern und Mooren – als wichtige CO2-Senken - heizt den Klimawandel weiter an.

Die Lösung: Weniger ist mehr!

Die natürlichen Ressourcen der Erde stehen nicht unbegrenzt zur Verfügung. Knapp zwei Erden verbrauchen wir Menschen, bei derzeitigem Ressourcenverbrauch werden es 2050 mindestens drei sein. Um für den Erhalt der biologischen Vielfalt als unserer Lebensgrundlage zu kämpfen, müssen wir den Druck auf die Politik weiter erhöhen.
Und auch in unserem Alltag lässt sich viel bewegen.

Mit diesen Alltags-Tipps schützt man auch die biologische Vielfalt:

  1. Öfter mal pflanzlich: Mehr buntes Gemüse und Tofu auf den Teller oder am besten gar kein Fleisch! Rund 80% der Agrarflächen weltweit werden zur Tierhaltung und zum Anbau von Tierfutter genutzt.
  2. Regional und Bio: Ökologisch erzeugte Lebensmittel verzichten auf den Anbau von riesigen Monokulturen und den Einsatz von Pestiziden. Der Kauf von regionalen Produkten spart zudem Unmengen an Energie!
  3. Bewusst leben: Brauche ich schon wieder neue Klamotten oder ein Handy? Oder kann ich Alltagsdinge auch gebraucht kaufen? Es gibt gute Alternativen zu Produkten mit Palmöl oder Tropenhölzern! Tropische Haustiere wie z.B. Papageien oder Reptilien sind tabu! Berechne jetzt deinen ökologischen Fußabdruck.
  4. Werde Bienenfreund:in: Auf dem Balkon oder im Garten freuen sich Bienen und andere Insekten über vielfältige, leckere Pflanzen. Aber auch ohne eigenes Grün kann man in einem Naturschutzprojekt in der Region aktiv werden.
  5. Protest unterstützen: Demonstrationen oder Petitionen gegen die Klimaerwärmung oder für eine Agrarwende üben Druck auf Politiker:innen aus, die auch für den Schutz der biologischen Vielfalt verantwortlich sind.

Lesen Sie hier, warum so viele Arten aussterben, bevor sie überhaupt entdeckt werden.

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