Monsantos Gift verbieten

Ein Totenkopfprint mit Besteck-Knochen über den toten Feldern Die giftigen Rückstände glyphosathaltiger Herbizide sind vom Acker auf unseren Tellern angekommen
56.795 Teilnehmer

Ende der Aktion: 05.09.2016

Am 14.01.2014 übergab das Umweltinstitut München die gemeinsam mit uns gesammelten Unterschriften im Landwirtschaftsministerium. Wir setzen uns auch weiterhin gegen Glyphosat ein.

Ein gefährliches Gift breitet sich aus: Glyphosat, das weltweit häufigste Herbizid. Hauptproduzent Monsanto vergiftet damit die Umwelt und die Menschen, nicht nur in den Tropenwaldgebieten in Südamerika, inzwischen auch in Europa. Bitte fordern Sie zusammen mit uns und dem Umweltinstitut München ein Verbot von Glyphosat

Appell

An: Das Bundesverbraucherschutzministerium, Regierungen der EU-Länder und EU

„Helfen Sie das Totalherbizid Glyphosat (Roundup von Monsanto) und damit kontaminierte Lebens- und Futtermittel zu verbieten“

Ganzes Anschreiben lesen

Lautlos wird die Erde mit dem Totalherbizid Glyphosat vergiftet - pro Jahr weltweit etwa 650.000 Tonnen glyphosathaltige Herbizide versprüht. In Südamerika sind bereits Landflächen von der doppelten Größe Deutschlands betroffen. Die dort in die Tropenwälder gerodeten Monokulturen mit gentechnisch verändertem Soja und Mais werden permanent mit Glyphosat besprüht. Über die Sojaimporte der EU (35 Millionen Tonnen pro Jahr) gelangt das Gift in die Futtertröge unserer Rinder, Schweine und Hühner.

Auch bei uns wird immer häufiger mit Glyphosat gespritzt. Um unerwünschte Wildkräuter zu beseitigen, aber auch um Getreide und Hülsenfrüchte kurz vor der Ernte zum Welken zu bringen. Diese so genannte Vorerntespritzung senkt die Kosten.

Den Preis dafür zahlen Mensch und Umwelt. Immer mehr Glyphosat landet täglich auf unseren Tellern. Es lässt sich in Getreideprodukten und im menschlichen Urin nachweisen, aber auch in den Gewässern findet sich das Gift. In Parks, Industrieanlagen und Privatgärten kommt Glyphosat ebenso zum Einsatz.

Wissenschaftliche Studien belegen die gefährlichen Auswirkungen des Wirkstoffes und seiner Rückstände auf die Gesundheit der Menschen, Tiere und Umwelt. In Argentinien und Paraguay leiden die Menschen an Missbildungen und Krebs, beklagen Betroffene in der Arte-Fernsehreportage Argentinien - Der Hungersoja (auf Youtube) und Sofia, die Kämpferin gegen Gentechnik (auf Vimeo).

Statt die Bevölkerung zu schützen, stellen sich Politik und Behörden auf die Seite der Agrarindustrie. Sie ignorieren die Warnungen von Wissenschaftlern, verzichten weitgehend auf Kontrollen und setzen einfach die zulässigen Grenzwerte herauf.

Inzwischen sind Monsantos Patente auf Glyphosat weitgehend abgelaufen und auch Chemiekonzerne wie BASF, Bayer, Dow und Syngenta machen damit Geschäfte. Weiter

Hinter­gründe

In Deutschland sind 75 glyphosathaltige Mittel zugelassen, beispielsweise im Acker-, Obst-, und Weinbau, 44 davon auch für den Haus- und Kleingarten. EU-weit besteht eine aktuelle Zulassung seit 2002. Diese wurde am 10. November 2010 zunächst bis 31. Dezember 2015 verlängert. Federführend zuständig für die EU-weite Zulassung ist das Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR) in Deutschland.

Seit 1996 wird glyphosatresistente Gensoja in großen Mengen (26 Millionen Tonnen) in Europa als Futtermittel eingesetzt. Die Gensoja-Pflanzen wurden von den Chemiekonzernen resistent gegen Glyphosat gemacht, so dass sie die tödlichen Chemieduschen überstehen. Auch Wildpflanzen werden gegen Glyphosat unempfindlich; immer mehr „Super-Unkräuter" entstehen, die mit immer giftigeren Chemiecocktails in Schach gehalten werden. Die Folge: Noch mehr Pflanzengifte.


Die Gifte reichern sich nicht nur immer mehr in Böden und Gewässern an, sie sind auch im Soja enthalten. Über Eier, Milch und Fleisch gelangt Glyphosat auf unsere Teller, ebenso wie der in Glyphosat-Mischungen enthaltene Zusatzstoff POEA (Polyethoxylated tallow amine = Tallowamine) sowie das Abbauprodukt AMPA. Letztere sind wesentlich giftiger als Glyphosat selbst. Zahlreiche Untersuchungen belegen die Toxizität für Menschen und Umwelt – schon in geringsten Dosierungen.

Durch den hohen Gifteinsatz treten in den Hauptanbaugebieten von Gensoja immer mehr Fehlgeburten und Missbildungen auf. Auch Krankheiten bei Tieren, die Roundup-Ready-Gensoja fressen, nehmen rasant zu. Damit steigt auch die Menge der Medikamente, die man den Tieren bis zur Schlachtreife verabreicht. Dennoch werden importierte Futtermittel nicht auf ihre giftigen Rückstände kontrolliert. 
Milch, Käse, Wurst und Fleisch dieser Tiere landen ohne Kennzeichnung auf unseren Tellern.

Am 8. November 2013 hat der Bundesrat die Bundesregierung dazu aufgefordert, die Vorerntespritzung mit Glyphosat sowie den Einsatz im Haus- und Kleingartenbereich zu verbieten. Der Beschluss des Bundesrats ist ein erster wichtiger Schritt, weitere müssen dringend folgen. Fordern Sie das Ende von Roundup, Glyphosat und Gentechnik in Deutschland, Europa und weltweit.

Weitere Informationen:

- Umweltinstitut München: Das meistverkaufte Pflanzengift der Welt
- ZDF Reportagen Das tägliche Gift über Glyphosat in Deutschland und Europa und Das stille Gift in Argentinien und Deutschland.
Glyphosat Hintergrundpapier des BUND
Artikel aus dem kritischen Agrarbericht 2012: Künstlicher Herbst - Über Sikkation und die Reifesteuerung mit Hilfe von Pestiziden
Buch und DVD Monsanto: Mit Gift und Genen
- Regenwald Report: Monsanto: Widerstand gegen Gentechnik wächst

An­schreiben

An: Das Bundesverbraucherschutzministerium, Regierungen der EU-Länder und EU

Sehr geehrte Damen und Herren,

Mit großer Sorge verfolge ich den steten Anstieg der Anwendung des Herbizids Glyphosat und die zunehmenden Warnungen vor negativen Folgen für Umwelt und Gesundheit.

Ich fordere deshalb
- einen Stopp für den Verkauf und Einsatz glyphosathaltiger Pflanzengifte in der Landwirtschaft, öffentlichen und privaten Anlagen und Gärten
- einen Importstopp genmanipulierter Lebens- und Futtermittel, da diese hohe Konzentrationen von Glyphosat enthalten

Dieses am häufigsten eingesetzte Herbizid der Welt darf ohne Prüfung, die bereits 2012 fällig war, noch bis 2015 in Europa verkauft werden. Obwohl zahlreiche Untersuchungen die Giftigkeit für Menschen und Umwelt belegen, und das schon in geringsten Dosierungen. Die Ergebnisse weisen auf dramatische Folgen hin, doch der Verkauf an landwirtschaftliche Betriebe steigt weiter an. Nun soll auch noch der Verkauf an Privatpersonen ausgebaut werden. Dabei sind die Risiken des Glyphosat-Einsatzes immens, und Kontrollen gibt es so gut wie keine. Einziger Profiteur dieses gefährlichen Geschäfts ist die Agroindustrie, die weiter fette Gewinne macht.

Essen, das krank macht, gehört weder auf meinen Teller, noch gehört solches Futter in Tröge unserer Tiere! Den uferlosen kommerziellen Interessen der Industrie muss endlich ein Riegel vorgeschoben werden. Der giftbasierte industrielle Anbau von Monokulturen schadet Menschen und Umwelt!

Wir brauchen gesunde ökologische Lebensmittel für alle Menschen und auch gesundes und umweltverträgliches Futter für die Tiere!

Mit freundlichen Grüßen

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